Sensibel für das Unsichtbare
Seit einigen Wochen lese ich verschiedene Bücher zu diesem Thema:
Geistlicher Kampf.
Da sind Bücher von den Powell’s dabei oder von Kraft. Dr. Koch’s Bücher habe ich teilweise schon vor Jahren gelesen. Ich höre themenbezogene Predigten, z.B. von Derek Prince. Ich fange an, selbst darüber zu predigen.
Und jetzt frage ich mich, ob ich mittlerweile allzu sehr sensibilisiert für entsprechende Gedanken bin.
Jemand erzählt mir, dass Therapien und Medikamente bislang nicht geholfen haben. Gebetet wurde auch schon viel: „Herr, hilf!“ Und ich denke nun: „Hast Du auch schon im Namen Jesu den Geistern geboten?“
Jemand berichtet von Schwierigkeiten. Es gibt kein Vor und kein Zurück. Natürlich betet man da auch. „Herr, hilf!“ Und ich überlege: „Hast Du auch schon den finsteren Mächten im Namen Jesu geboten?“
Ich reflektiere mein eigenes Leben und meine Schwierigkeiten, die ich auch nicht so einfach loswerde… habe ich schon im Namen Jesu…?
Andere Menschen fallen mir ein.
Christen, die in Bitterkeit, Gemeindedistanz oder Rebellion gefangen sind.
Nichtchristen, bei denen das Evangelium schlichtweg abperlt.
Könnte es helfen, im Namen Jesu den Dämonen zu gebieten?
Einerseits merke ich: Ich bin echt sensibilisiert. Fühle mich wie einer, der zum ersten Mal eine Brille trägt und dem plötzlich auffällt, dass voll viele Leute eine Brille tragen. „Die Brille“ ist das Thema!
Andererseits überlege ich: Habe ich womöglich jahrelang einen fundamentalen Sektor des christlichen Glaubens auf einen hinteren Platz verwiesen, obwohl dieser Sektor auf die vordersten Ränge gehört?
Und wer weiß… vielleicht spielt dieser Sektor noch viel mehr in Themen wie „Christlicher Individualismus“ oder „Unrichtige herkömmliche Gemeinden“ hinein und wir bewegen uns zu sehr auf der rein sichtbaren Ebene?
Bin am Lernen…
P.S. Die letzten beiden verlinkten Artikel sind extrem lesens- und bedenkenswert!
Oktober 29, 2009 at 11:59
Tjaha, spannende Fragen (ich würde mich echt mal gerne mit dir treffen oder telefonieren oder so) – ich denke, Gebet darf und soll auch gebietend und proklamierend sein, aber gibt die Bibel wirklich Dämonen der Bitterkeit, des Übergewichts und andere Scherze her? Für mich – ich habe auch viel von dieser Literatur gelesen – ist Jakobus 1 ein gutes Gegengewicht. Das Hauptproblem ist in uns. Der Teufel und seine Schergen sind nicht omnipräsent (im Gegensatz zu Gott streift der Teufel umher – er kann nicht an allen Orten gleichzeitig sein, seine „Engel“ auch nicht), insofern ist ein Teil des Problems in uns und die Gegenseite spricht diesen Teil trefflich an. Dürfen wir aus Daniel 10 etwas sagen über territoriale Geister? Naja, es gibt da anscheinend was, aber ich wäre vorsichtig, etwas zu systematisieren, was die Bibel nicht systematisiert.
Trotzdem gilt auch: wir unterschätzen die unsichtbare Welt. Fakt. Aber deswegen in der Seelsorge erst mal den Dämon der Depression austreiben… tja…
Oktober 29, 2009 at 5:11
Hallo,
ich stimme „Wegbegleiter“ weitgehend zu. Ich selbst habe schon vor zig Jahren div, Erfahrungen mit diesem Themenbereich gemacht. Ich habe mich weiterentwickelt und mich von dem zum Teil völlig überzogenen Lehren und Gehabe div. „Ghostbuster“ distanziert. Dazu gehören auch div. von dir hier genannte Autoren.
Heute erlebe ich, wie die Güte und Gnade Gottes Menschen auch von dämonischen Mächten freisetzt. Ein Wort der Autorität in Jesu Namen ist da nur noch selten nötig und idR auch völlig undramatisch. Gelernt habe ich im Wort Gottes auch, dass Christen nur sehr sehr bedingt von Dämonen belästigt, nicht aber fremdbestimmt werden können. Befreiungsgebete bei Christen sind so überflüssig wie ein Kropf. Viel mehr sind, wie „Wegbegleiter“ schon anspricht, ehrliche Bußgebete weit wirksamer.
Oktober 29, 2009 at 5:24
@wegbegleiter:
Ich denk’ mal, dass wir spätestens im nächsten Jahr einen live-Kontakt hinbekommen, vielleicht sogar früher…!
Stimme mit Dir überein:
Die erste Verantwortung liegt bei uns Menschlein.
„Wir“ waren es, die dem Satan im Garten Eden Anrecht auf die Herrschaft über uns gaben. Es hätte auch anders ausgehen können (s. Jesus beim Wüsten-Fasten).
In einem der Bücher schreibt der Autor, dass sich Dämonen sozusagen an den „Müll“ in unserem Leben kleben können. Für den Müll sind meistens wir selbst verantwortlich und Dämonen können manches dann verstärken bzw. ausnutzen.
Zu berücksichtigen sei aber, dass es auch Opfer gäbe, z.B. Kinder, die in eine okkult-belastete Familie hineingeboren werden. Die haben keine große Wahl.
Wegen unserer Verantwortung finde ich den Ansatz sinnvoll, zuerst die Heilung zu suchen (meist über Vergebung) und dann den möglichen Geistern zu gebieten. Der Müll muss weg.
Was die Bibel über „böse Geister/Dämonen“ sagt, ist wahrlich dünn.
Deshalb sehe ich es wie Du: eine wasserdichte Dogmatik in Sachen „Dämonologie“ aufzubauen dürfte ebenso wie in vielen anderen Bereichen schwer sein.
Es gibt nur leise Ankläge, dass es einige Differenzierungen gibt. Z.B.:
Feldgeister – 3 Mo 17,7 (territorial???)
Lügengeist – 1. Kö 22,22
unreine Geister – Mt 10,1 (werden am häufigsten genannt, evtl. als Synonym für böse Geister)
sprachloser Geist – Mk 9,17
tauber Geist – Mk 9,25.
Wenn man es hermeneutisch wie mit den Gabenlisten im NT macht, die viele auch nicht als abschließend ansehen, dann könnte dies auch für die verschiedenen Dämonen gelten: die leichten Anklänge der Differenzierung bei den Dämonen sind nicht abschließend…
Für den Befreiungsdienst scheint eine Differenzierung hilfreich, aber nicht absolut notwendig zu sein – denn egal, ob der Dämon einen Namen hat oder wie er sonst heißt: die Kraft Jesu Christi ist stärker!
In Mt 12,45 klingt an, dass es verschieden „starke“ Dämonen gibt (manche sind noch böser als andere).
Lk 8,30: Dämonen können sich verbinden zu Gruppen (Legion; evtl. zugleich ein Anzeichen für eine interne Hierarchie).
Insgesamt auffällig ist, dass der Dienst Jesu im Wesentlichen darin bestand: Die Verkündigung des Evangeliums samt Offenbarung der Wahrheit, miit dem parallelen Dienst der Heilung und Befreiung. Diese Elemente gehören zusammen.
Weiter bin ich auch noch nicht… finde es aber zunehmend schlüssig, zuerst von der Realität der unsichtbaren Welt auszugehen und dann eben auch mit der Eingriffsmöglichkeit von Dämonen zu rechnen.
Frieden!
Oktober 29, 2009 at 5:32
@Charly:
Ich kann weitgehend nur aus der Theorie berichten. Die Verdachtsmomente von dämonischen Beeinflussungen in meinem Leben oder dem Leben anderer sind bislang sehr gering (was aber auch an meiner mangelhaften Erkenntnis liegen kann).
Tatsächlich merke ich, wie ich mich durch die Beschäftigung mit diesem Thema zu einem „Ghostbuster“ entwickeln könnte – aber viel besser ist es, ein „Jesus-Folger“ zu sein!
Die Befreiung eines Menschen scheint wirklich vielseitig zu sein:
Mitunter muss einem Dämon (oder mehreren) geboten werden.
Auf jeden Fall macht die Wahrheit (=Jesus) frei – also eben auch die Offenlegung von kranken/zerstörerischen Denk- und Verhaltensmustern, um diese dann zu heilen.
Allein die Hinwendung zu Jesus führt ja dazu, dass wir nicht mehr dem Reich der Finsternis, sondern seinem Reich angehören. Damit werden schon zig Einflussbereiche abgehauen, ohne dass ein „Gebieten“ nötig wäre.
Ob Dämonen nun „in“ Christen sein können oder sie nur von „außerhalb“ bedrängen können, mag vielleicht egal sein, wenn sie dann mit dem „Gebieten“ auch verschwinden. Hauptsache „weg“ im Namen Jesu!
Übrigens: Charles H.Kraft schreibt schon etwas in der „Ghostbuster“-Tradition, aber er betont eben auch die anderen Aspekte: unsere Erstverantwortung, die Schwächung von Dämonen durch das geistliche Wachstum (sprich: ohne direktes Befreiungsgebet)… empfinde ich auf jeden Fall ausgeglichener als Derek Prince.
Gott ist mit Dir!
Oktober 29, 2009 at 9:17
Ich habe mich mal gefragt (oder hat Gott mich das gefragt…?) wie häufig eigentlich die Anweisungen im NT sind, auf den Teufel und seine Strategien zu schauen. Und wie häufig sind im Gegenzug die Aufforderungen auf Gott und Seine Gnade zu schauen? Was ist die hauptsächliche Herausforderung an den Jünger im NT, wenn dieser in Anfechtungen, Krisen, etc. steckt?
Es ist die Aufforderung auf Gott zu schauen, die uns da in ungleich höherer Anzahl entgegenkommt. Wir sollen zwar nicht im Unklaren darüber beleiben, wer und wie der Widersacher Gottes ist, aber dann soll sich unser Blick dankbar auf die Erlösung und Gnade Gottes richten.
Was aber lehren uns diese Ghostbuster? (Sorry, aber auch Kraft ist ein solcher in meinen Augen) Konzentration auf das dämonische Wirken, die Dämonen stellen, ja sie sogar umständlich Befragen, etcpp. Hups? Und das soll biblisch sein? Haben wir nicht gerade eben noch was ganz anderes gesehen?
Wo sind denn die ausführlichen Anweisungen eines Paulus an die Empfänger seiner Briefe, wo er ihnen im Detail mitteilt, wie sie möglichst effektiv Dämonen austreiben? Wo haben es die Apostel selber in langen Befreiungssitzungen etc getan? Öhm…. davon finden wir so gut wie nichts? Seltsam, oder? Evtl. ist das alles eben doch nicht so wichtig, wie es uns solche Lehrer weis machen wollen.
Aus meiner Erfahrung mit dem Thema – die immerhin schon fast 30 Jahre umfasst – kann ich dir sagen, dass jeder Blick auf Gott wertvoller und effektiver ist, als das Jagen von Dämonen.
Wenn nötig halt in einem Gebet, das unsere Hingabe und Hinwendung zu Gott beinhaltet, auch mal ein Wort der Autorität in Richtung der Quälgeister und gut ist. Denn Jesus hat nicht nur gerade mal ein klein wenig mehr Autorität als Satan, Er hat unermessbar mehr Autorität als Satan und seine Kumpane. Hier wird nicht verhandelt, gedeutet und gerätselt – hier wird in Jesu Namen ein klarer Weg beschritten.
In all den Jahren und den vielen vielen Seelsorgegesprächen und -gebeten habe ich festgestellt, dass das eigentliche Problem in so gut wie allen Fällen nicht bei Dämonen etc. lag, sondern in einem unbußfertigen Herz oder der Gewohnheit eines magischen Denkens bei dem Christen mit den Problemen. (DonRalfo hat ja gerade auch darüber geschrieben)
Gruß, Charly
Oktober 29, 2009 at 9:23
@Charly:
Danke für die biblische Relativierung!
Im Vergleich zur Bibel ist das Auffälllige vieler solcher Autoren, dass sie aus der unsystematischen biblischen Darstellung eine nahezu dogmatische Schau herstellen wollen.
Das betrifft nicht nur dieses Thema. Kann sich letztlich um jedes biblische Thema handeln.
Zu dieser Relativierung gehört m.E. auch, dass wir unser sog. „aufgeklärtes“ Weltbild um das der Bibel erweitern und mit der unsichtbaren Dimension rechnen. Das haben wir als „Westler“ wahrscheinlich nötiger als viele andere Menschen.
Frieden!
Oktober 29, 2009 at 10:31
Hi, Dirk,
wenn jemand beginnt, seine Ernährung auf Vollwertkost umzustellen, befasst er sich ausführlich damit und es hat den Anschein, als würde es nur noch Körnerfutter und Rohkost geben. Mit der Zeit, wenn er die Grundsätze der Vollkornküche kennt, dann realitiviert sich der Focus. Dann komm die Kartoffel wieder aus dem Keller und eine gesunde Abwechslung kommt auf den Tisch.
So sehe ich das Studium verschiedener biblischer Inhalte ebenso. Wenn sich jemand mit dem befasst, was die Bibel über Dämonen sagt und er sich auch dafür interessiert, was andere Lehrer vor ihm herausgefunden haben (er muss ja das Rad nicht neu erfinden…), dann kann es so aussehen, also ob….er hinter jedem Busch einen Dämon sieht…ist aber nicht so…ist intensive Schulungszeit. Die dauert eine bestimmte Zeit und dann wird etwas anderes Schwerpunkt, aber der Lernschatz ist da und parat, wenn er dann mal gebraucht werden sollte.
Segen und Weisheit
Oktober 29, 2009 at 10:34
off-topic:hab grad nen Tipp-Fehler bei der e-mail-Angabe gemerkt..also das gerade waiting-post ist schon von mir
Oktober 29, 2009 at 10:54
Zitat:
)
Im Vergleich zur Bibel ist das Auffällige vieler solcher Autoren, dass sie aus der unsystematischen biblischen Darstellung eine nahezu dogmatische Schau herstellen wollen.
———–
Ja, das wollen sie. Ich habe früher solche Bücher gründlich gelesen. Irgendwann viel mir dann auf, dass ich div. Praktiken in diesen Büchern garnicht in der Bibel finde, wohl aber in genau den Kulten, deren dämonische Auswirkungen durch solche Praktiken bekämpft werden sollen.
Dämonenbefragung? Gibt es nicht eine in der Bibel (Die eine Frage Jesu an diesen, echt extrem Besessenen als Vorgabe für stundenlanges Befragen von Dämonen zu werten…. also bitte
Stundenlanges Gebieten? Gibt es nicht in der Bibel (Lediglich bei den Söhnen des Hohepriesters, die meinten: „Was Paulus kann, können wir schon lange“)
Und so weiter und so fort.
In den okkulten Kreisen gibt es solches aber. Wer genau hinschaut und sich informiert ist geradezu erschrocken, aus welchen Quellen hier chr. Lehrer „biblische Lehre“ vermitteln wollen. Manche geben es offen zu, dass sie ihre Praktiken selbst aus langen Dämonenbefragungen haben oder das Wissen langjähriger Satanspriester als „Geheimwaffe“ einsetzen. Da fragt man auch grad den Richtigen…
Ja, es geht darum, dass uns das NT sagt, dass wir wissen sollen, wer der Widersacher Gottes ist und seine Strategien kennen sollen. Kennen, aber nicht mit ihnen arbeiten.
Die unsichtbare Welt zu ignorieren ist nicht richtig und teils gefährlich. Sie zu wichtig zu nehmen aber evtl. sogar gefährlicher. Zu wissen, wer wir in Gott sind und wer Gott ist und wie ER zu uns steht, das ist das wichtige.
…finde ich.
Gruß, Charly
Oktober 29, 2009 at 11:36
@Deborah:
Ja, so ähnlich habe ich auch schon gedacht. Gerade ist es bei mir eines der Hauptthemen – bald wird es sich in viele andere Themen eingliedern. Wichtig ist das, was auch Charly betont: Auf Jesus Christus blicken.
@Charly:
Den Feind auf seine Methoden hin zu befragen, dürfte wirklich ein extrem zweischneidiges Schwert sein.
Muss aber auch feststellen, dass Jesus – zwar selten dargestellt, aber durchaus vorkommend – manche Dämonen befragte (Lk 8,30). Manchen verbot er aber auch das Reden (Lk 4,35). Andere wurden einfach so rausgeworfen. Insoweit sehe ich das „Befragen“ nicht grundsätzlich als falsch an, würde es aber sehr, sehr zurückhaltend anwenden und sicherlich nicht so ausführlich, wie es in zahlreichen Büchern berichtet wird.
Das stundenlange Gebieten… ist die Frage, was Du damit meinst.
Wenn versucht wird, stundenlang einen Geist nach Draußen zu befördern – und nichts passiert… dann ist da was faul. Denn ich würde davon ausgehen, dass durch die Kraft Gottes normalerweise kurzer Prozess gemacht wird, der kaum länger als ein paar Minuten dauert.
Ich sehe aber auch diesen Bedenkpunkt:
Jesus ist der Vollmächtige schlechthin. Er konnte sehr gezielt das sagen und anweisen, was exakt in diesem Moment hilfreich war.
Als Christen ist uns zwar die Kraft Gottes zugesagt (der Hl.Geist in uns), aber ich halte es für möglich, dass wir unterschiedlich stark vom Geist Gottes erfüllt sein können. Bei uns kann es Sünde geben oder Unklarheit. Kurzum: An vielen Punkten brauchen wir einfach länger als Jesus – nicht nur bei der Befreiung.
Frieden!
Oktober 30, 2009 at 2:20
Ja, ich habe sie erlebt, die stundenlangen „Befreiungssitzungen“, mit recht unappetitlichen Episoden, Geschrei und Fratzen, etc.
Und ich erlebe nun, dass die Freisetzung von dämonischen Mächten immer dann eine kurze, machtvolle und beeindruckende Sache ist, wenn:
a) nicht wir die Dämonen rausschmeißen sondern lediglich Botschafter dessen sind, was Jesus jetzt gerade macht
b) wir sensibel für das Reden des Hlg. Geistes sind und somit erfahren, wann es Gottes Zeitpunkt zur Befreiung ist
Ich sehe da immer die Warnung Jesu, wenn wir einen Dämon rausschmeißen, der Mensch aber noch nicht bereit ist, mit Jesus ganze Sache zu machen – es wird danach ärger mit ihm. Es ist ein Unterschied, ob wir eine uns gegebene Autorität unweise und aus menschlichen Antrieb anwenden oder ob wir als gute Botschafter auf den konkreten Geheiß Gottes hin das tun, was Gott uns zu tun sagt.
Charles Kraft beschreibt in seinen Büchern ausführliche Dämonenbefragungen. Ich nehme an, du hast das gelesen?
Jesus hat nie auch nur in irgendeiner Form annähernd Dämonen so befragt, wie es bei den Ghostbustern üblich ist. Jesus hat genau einmal eine Frage an Dämonen gerichtet – in einer Situation und einem Anblick, der Jeden erstaunt hätte fragen lassen. Das hat mit einer Dämonenbefragung echt nichts gemein. Sehr viel häufiger hat Jesus aber den Dämonen den Mund verboten. Was meinen wir wohl von den Dienern vom „Vater der Lüge“ zu erfahren, was uns der Hlg. Geist nicht bereitwillig und deutlich zuverlässiger zu sagen in der Lage ist? Warum sollten wir, die Kinder Gottes, auf eine andere Erkenntnisquelle angewiesen sein, als Gott selbst?
Ob Dämonen ausfahren / einen Menschen freigeben müssen, liegt nicht an unserer Heiligung, Sündenstatistik oder sonstwas aus unserem eigenen Leistungskatalog. Letztlich sind nicht wir es, die die Dämonen rausschmeißen, sondern die Autorität Gottes – Gott selbst! (Denk an die Söhne des Hohepriesters in der Apg)
Wir hingegen können das Werk Gottes durchaus mit unserem menschlichen Denken und Handeln verderben. Geistliche Reife gehört hier hin. Auch nicht zu vergessen ist, dass Johannes in seinem ersten Brief beschreibt, dass gerade die geistlichen „Jünglinge“ besonders damit beschäftigt sind, den Bösen zu überwinden. Es sollten also keine geistlichen Kinder an solche Aufgaben. Es kann nicht schaden, wenn echte geistliche Väter den Jünglingen zeigt, wie man es richtig macht – aber bitte keine Ghostbuster.
Wie gesagt, ich kann auf einige Erfahrung hier zurückschauen und habe gefunden, dass das meiste, was zu dem Thema gelehrt wird, überflüssig oder sogar gefährlicher Humbug ist. Auch ich musste darin wachsen, Erfahrungen machen und von unserem Gott lernen. Beim lernen aus den fragwürdigen Quellen und dem Anwenden, was wir dort lernen, sind leider immer Dritte Hilfebedürftige betroffen. Es steht uns nicht gut an, ihnen völlig unnötiges Leiden zu verursachen. Vor allem nicht, wenn das völlig unnötig ist.
Gruß, Charly
Oktober 30, 2009 at 9:46
@Charly:
Finde ich gut, dass Du das schreibst. Hilft mir.
Frieden für Dich!