Politiker brauchen Weisheit

Es werden Milliarden in das Finanzsystem gepumpt (u.a. durch die EZB). Banken und große Firmen saugen das Geld auf.
Parallel warnt ein EZB-Vertreter vor weiteren, ähnlichen Krisen.

Und sofort melden sich einzelne Politiker zu Wort und verlangen eine Mehrwertsteuer-Erhöhung.

Was soll „Otto-Normalverbraucher“ davon halten?
Was bedeutet es für Dich und mich?

Ihm wird auffallen, dass Geld sehr schnell fließen kann, wenn die „Großen und Mächtigen“ betroffen sind.
Ihm wird auffallen, dass es über ein Jahr gedauert hat, bis die ALG II-Leistungen an die Lebenshaltungskosten angepasst wurden. Wenn also die „Kleinen“ betroffen sind, können Monate und Jahre in’s Land gehen, bevor geholfen wird.

Ihm wird auffallen, dass die gepumpten Milliarden bei den meisten Bürgern nicht ankommen, sondern eher im Schlund der Banken stecken bleiben.
Ihm wird auffallen, dass die Regierungen sich mehr verschuldet haben – „im Namen des Volkes“ und um die Spareinlagen der Vermögenden zu schützen.
Ihm wird auffallen, dass der Staat nun wieder mehr Geld haben will.
Geld, das er sich von „Otto-Normalverbraucher“ holen möchte. Zum Beispiel durch eine höhere Mehrwertsteuer.

Und „Otto-Normalverbraucher“ wird das nicht verstehen.
Vielleicht deswegen, weil er zwar nicht finanziell, aber medial vollgepumpt wird und gerne den „seriösen“ Nachrichten glaubt.
Vielleicht, weil er eh kein Interesse mehr an dem Geschehen hat und sich lieber einigelt.

Und wer es versteht, könnte feststellen, dass die Bürger zunächst Steuern auf ihr Einkommen zahlen mussten, dann ihr potentielles Vermögen versteuern sollten, „die“ Banken mit dem Vermögen der Bürger aber falsch umgingen und der Bürger dann mit der Vollpumpung der Banken, z.T. durch Steuergelder, einverstanden sein sollte – schließlich aber die Schulden durch höhere Steuern wieder begleichen soll.
Und der Bürger wird nachdenken und möglicherweise feststellen, dass er des öfteren „abgezockt“ wurde – die wirklich Unfähigen aber ohne großen Schaden davonkommen. Und wer die Bankennachrichten liest, der weiß: manche Bankangestellte dürfen sich sogar auf höhere Löhne freuen (schließlich will man in Zeiten der Krise die Mitarbeiter halten – und sei es auf Kosten der anderen Bürger).

Jesus sagte einmal: „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein!“
Und damit warnte Er vor der Gier nach Geld und Eigentum.

Recht hat Er.
Wir erleben zur Zeit einen beginnenden Kollaps.

Der musste kommen.
Warum?
Weil das Finanzsystem mit der Möglichkeit der Verschuldung und der Verzinsung von Krediten und Vermögen in eine Spirale der Geldentwertung führen muss.
Weil Regierungen grundsätzlich mehr Geld ausgeben (müssen) als sie einnehmen und es „nie“ andersherum sein wird.
Weil durch dieses System nur die Vermögenden profitieren werden und die Ärmeren prinzipiell auf den Schulden sitzen bleiben werden.

Die Milliarden-Flutung des Systems (z.B. durch die EZB) beschleunigt die Deflation und Inflation. Es macht fast den Anschein, als sei der Kollaps gewollt.

Was wird wahrscheinlich für uns folgen?
o Nach einer vorübergehenden Phase des Preiskampfes, von dem der Bürger durchaus profitieren kann, wird es eine Phase der rasanten Inflation geben.
o Eine Inflation könnte ein gigantisches Ausmaß haben, wenn man sich die Summen anschaut, die den Banken gegeben wurden.
o Diese Inflation könnte zu weiteren Arbeitslosen führen und zu einer steigenden Armut.
o Von dieser Armut könnte verstärkt die sog. Mittelschicht betroffen sein; Armut hieße: das Geld reicht gerade mal zum Überleben, aber sämtliche Luxusartikel (Auto, Fernsehen, Computer, Urlaubsreisen sowieso, Bücher…) würden kaum noch oder gar nicht finanziert werden können…. ach, vergessen: der Fernseher bliebe natürlich, weil man die mediale Vollpumpung braucht – ansonsten kämen die Bürger ja zum Nachdenken und Verstehen (vgl. die Revolution in Rumänien, die erst intensiver wurde, als es mehr Staatsfernsehen gab und kaum noch Unterhaltungssendungen).
o  Ob es auch Hungertode und Unruhen in Europa geben wird? Selbst wenn – der Vertrag von Lissabon verleiht den europäischen Polizeitruppen mehr Eingriffsgewalt bis hin zur straffreien Tötung von Demonstranten … Unruhen könnten iranmäßig erstickt werden.

Ist das ein unberechtigtes Horrorszenario?
Nicht, wenn man sich die Meldungen der letzten Monate und die bisherigen Entwickungen anschaut.

Kann man was dagegen tun?
Kann man was für unseren Staat tun?

Um Weisheit für unsere Politiker beten. Aber bitte viel Weisheit!
Was können Politiker tun?
- Eventuell einen Mindestlohn für alle Branchen einführen. Das könnte die Wirtschaft ankurbeln.
- Ebenso die steuerliche Entlastung der Unter- und Mittelschicht.
- Die Strafverfolgung und das Durchdrücken von Schadensersatzprozessen im Falle von grober Fahrlässigkeit von Managern und ähnlich verantwortlichen Personen.
- Die Begrenzung von Zinsforderungen – oder gar die Abschaffung von Zinsen auf Kredite und Vermögen???
- …?

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2 Comments on “Politiker brauchen Weisheit”

  1. andichrist Says:

    Kann man was dagegen tun?
    Kann man was für unseren Staat tun?

    ich frage mich in diesen zeiten des öfteren : WILL ich was für unseren staat tun. seien wir mal ehrlich. die mauer fiel und unser staat hatte kein gegenüber mehr, an dem er beweissen musste, dass sein system dass bessere ist. und der kapitalismus gab so richtig vollgas. nicht, dass ich damit sagen will, dass der sozialismus besser war.
    dann kam rot-grün und mit ihnen hartz 4. ganz ehrlich, ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass trotzdem diese beiden verbrecher parteien immer noch von fast insgesammt 35-40 prozent der leute gewählt werden.
    ich glaube, politiker wollen gar nichts mehr für ihr volk tun…

    Seht, ihr seid nichts, euer Tun ist ein Nichts; einen Gräuel wählt, wer immer euch wählt. ( Jesaja 41,24 )

  2. Dirk Says:

    Ich schwanke oft zwischen „Erbarmen“ für Politiker (zumal es wirklich viele ehrliche und motivierte Politiker gibt – ist ja schließlich keine eigene Menschengattung… :-) ) und Ärger und Frust über manche Leithammel im politischen Geschehen.
    Wir müssen auch sehen, dass wir trotz allem noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau jammern.
    Das Ding ist wohl nur das:
    „Nach unten“ werden wir wohl fast immer besser abschneiden.
    Aber gemessen an dem, was möglich wäre, erscheint manche politische Leistung als sehr mangelhaft oder gar bösartig.


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