Mit Händen in der Tasche beten?
Meine äußerlichen Gebetsformen sind recht frei: mal in laufender Form, seltend kniend, oft sitzend, mit Augen auf, mit Augen zu, Hände gefaltet, Hände emporgehoben, gestikulierend … oder auch mal mit den Händen in den Hosentaschen.
Das passt aber nicht jedem.
„Hände in der Hosentasche“ – das würde nicht zu einem Gebet passen, das zu einem heiligen Gott gesprochen wird.
Nun ist die Quizfrage (bei der es diesmal lediglich Erkenntnis zu gewinnen gibt):
Welche Gebetsform passt zu einem heiligen Gott?
Tags: Beten, Gebet, Gebetsform
You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.
Juni 7, 2009 at 10:43
Jede – auch die Hände in den Hosentaschen – wenn das Innere des Bechers gereinigt ist und zum Herrn empor gehoben… poetisch, gelle?
Juni 8, 2009 at 7:42
Sag ich auch – jede.
Es kommt oft auf die Umgebung an, welche Form gewählt wird.
Im Supermarkt werde ich gewiss nicht „heilige Hände heben“ (ebenso die Frauen) …sondern meinen Einkaufswagen weiter schieben, wenn ich gerade für eine abgenervte Mutter und ihr auffällig unruhiges Kind bete.
Und mich vor Gott auf den Boden legen, symbolisch als tiefsten Punkt, tu ich auch nicht in einer Strassenpfütze
Ab und zu trink ich mit Gott im Wohnzimmer einen Espresso….das geht schlecht, mit gefalteten Händen…
In einer charismatischen Gemeinde kann ich mich in der Anbetungszeit evtl. auf den Boden legen, klatschen, Hände nach oben strecken oder sie oben schwenken……..in einer Landeskirche kann das Höchste an Haltung zum Empfang geöffnete Hände sein…
Was ist der Hintergrund deiner Frage?
Juni 8, 2009 at 9:32
@wegbegleiter:
Nicht nur poetisch – sogar nahezu mystisch!
@Deborah:
Der Hintergrund ist, dass mir jemand sagte, dass es sie stören würde, wenn ich mit Händen in den Hosentasche bete (was ich vor Augen der Person tatsächlich einmal getan habe). Dies passe nicht zu einem heiligen Gott, worauf ich mich gleich fragte, ob ich zu wenig Ehrfurcht vor Gott habe…
Beim weiteren Nachdenken:
1. Es gibt als Mensch keine angemessene Form, vor einen heiligen Gott zu treten. Ein Mensch muss vor dem heiligen Gott vergehen.
2. Wenn man sich aber für eine Form entscheiden muss, dann scheint mir das Liegen vor diesem Gott die angemessene Art zu sein.
3. Als Kind Gottes darf ich aber frei vor meinen himmlischen Papa treten. Er kennt mein Herz und weiß sich durch äußere Gebetsformen nicht beeindruckt.
4. Äußere Gebetsformen können
a) Ausdruck meiner inneren Haltung sein (d.h.: wer wirklich Ehfurcht vor Gott hat, der müsste liegen, oder?)
b) meiner Seele helfen, sich auf Gott einzustellen.
5. Aus Liebe zur o.g. Person könnte ich darauf achten, in ihrer Gegenwart die Hände nicht mehr in den Hosentaschen zu haben, wobei die Frage bliebe, ob eine andere Gebetsform denn angemessener ist..
Segen!
Dirk.
Juni 8, 2009 at 6:33
hauptsache nicht nach hinten umfallen
Juni 8, 2009 at 9:04
@andichrist:
Psalm 149, 5…da liegen sie schon… und stören die Nachtruhe
@Dirk: also wenn man für oder mit jemandem betet, dann gehören die Hände schon aus der Hosentasche…selbst in einem einfachen Gespräch wäre das komisch…..
Juni 8, 2009 at 9:08
….frieren einem bei einem Gebetsspaziergang draussen im Winter aber bald die Finger ab und man hat die Handschuhe vergessen….
Mensch bleiben muss der Mensch ..und sich nicht ein schlechtes Gewissen machen lassen….
Juni 8, 2009 at 10:14
Betrachte nochmal die Bilder vom Besuch Obamas in Buchenwald. Während alle anderen auf keinem Bild (wie ich mich erinnere) die Hände in den Taschen hatten, lief Obama teils mit Händen in den Taschen herum.
z.B. hier: Bild1
und hier: Bild2
Es wirkt unpassend, nicht dem Gedenken des Ortes angemessen.
Genauso reichte Merkel Obama beim Abschied die Hand, was Obama nicht registrierte und ihr lediglich beim Abschied freundschaftlich auf den Rücken tätschelte.
Ich meine auch, dass ich an jedem Ort in jeder Körperhaltung mit Gott reden kann. Aber wenn ich in der Gegenwart anderer tue, ist es nicht verkehrt, wenn ich auf derartiges Empfinden Rücksicht nehme. Auch der Bibel ist es alles andere als fremd, dass die Körperhaltung in einer Begegnung mit einem König unwesentlich wäre.
Juni 8, 2009 at 10:24
Also Jesus sagt, dass die Gebetsform „im Geist und in der Wahrheit“ ganz passend sein soll (Johannes 4,23).
Oder Matthäus 6,6: Ins Kämmerlein gehen und die Tür zu schließen. Aber das bezieht sich ja auch auf eine falsche Geisteshaltung: beten, um gesehen und bewundert zu werden.
Hab’ ich jetzt das Quiz gewonnen?
Bei einem intensiven Gebet bewegen sich meine Hände oft an die Stirn. Passiert meistens völlig unbewusst und automatisch. Also Hände in den Hosentaschen wäre da nicht so mein Ding.
Und prinzipiell finde ich es gut, äußere Einflüsse zu minimieren. Also „Augen zu“ finde ich auch ganz passend.
Juni 9, 2009 at 12:34
Wenn ein Vorbild im Glauben betet, achten die Jünger darauf, wie er das macht. So wie man auch darauf achtet, wie Obama mit seiner Körpersprache einem Gedenken Respekt zollt oder eher so aussieht wie ein gelangweilter Tourist, so achten die Jünger auch darauf, wie ihre Vorbilder / Mentoren / Pastoren / etc. beten. Von daher kann es nach Röm. 15:1 nicht verkehrt sein, auf seine Körperhaltung beim Gebet zu achten.
Juni 9, 2009 at 7:38
Danke für die Bilder, Charly, und den Text dazu. Das macht es sehr deutlich…
..es macht noch mehr deutlich…das Verhalten Präsident Obamas unserer Kanzlerin gegenüber spricht Bände… aber das ist hier off topic.
Juni 9, 2009 at 8:54
Hihi, das erinnert mich an die Zeit Anfangs meines Dienstes, als meine Frau es wagte, im Lobpreisteil des Gottesdienstes die Hände zu heben. Da tanzten die Puppen (nicht zum Lobpreis, sondern zur Kritik) – einige Leute aus der älteren FeG-Generation kamen damit gar nicht zurecht. Mittlerweile haben wir regelmäßig Lobpreisgottesdienste und man hat sich daran gewöhnt.
Was die Frage an sich anbelangt, so stimme ich Wegbegleiter zu: Die äußere Haltung ist unwichtig, solange die innere stimmt. Es kann aber durchaus so sein, dass die äußeren Umstände meine Sammlung und Konzentration beeinflussen. Für mich z.B. ist Ruhe und Natur eine gute Gelegenheit, um zu beten, da kann ich mich konzentrieren.
Juni 9, 2009 at 10:02
Die Frage ist doch: Wem dient die Gebetshaltung, uns oder Gott? Soll sie Gott dienen, da schließe ich mich den Vorrednern an: Gott sieht in unser Herz, ein bestimmt Haltung wird ihn nicht beeindrucken. Uns kann sie dienen, in dem sie uns hilft, durch eine äußere Haltung eine innere zu gewinnen.
Ich musste an den verlorenen Sohn denken, der zum Vater heimkommt uns sich sicherlich viele Gedanken gemacht hat, wie er dem Vater gegenübertritt. Seinen Text hatte er sich zurechtgelegt, er wollte dem Vater überzeugen, dass er ihn als Arbeiter zurücknimmt. Doch bevor dazu kommt ein Haltung einzunehmen oder etwas zu sagen wird er vom Vater in den Arm genommen und geknuddelt.
Richtige Gebetshaltung? Ja, mit dem Kopf am Herzen des Vaters!
Juni 9, 2009 at 9:30
@ deborah
Juni 10, 2009 at 8:37
Hmm ich finde das liegt im Ermessen jedes einzelnen und der momentanen Situation. Wenn ich grad irgendwo hinlaufe und die Hände in den Taschen hab (kommt quasi dauernd vor, seit man es mir in meiner BGS / BW – Zeit verboten hat – muss wohl eine Post-Trotz-Reaktion auf menschliche Authorität sein
) und in einem Moment auf den anderen hab ich ne Situation wo ich dringend mit Gott reden muss, dann geschieht das auch in dem Moment. Auf mein Äußeres (also Ort, Hände in den Taschen oder gar Kleidung oder ähnliches) denke ich dann nicht. Ich bin bei Gott.
Andererseits in einer Gebetsstunde oder im Gottesdienst empfände ich es unpassend und respektlos. Er ist zwar mein Vater, aber auch mein Gott.
Andere mögen das wieder anders sehen.
Juni 13, 2009 at 1:59
zereisst eure HERZEN, nicht eure Kleider = jede Gebetshaltung mit einem gebrochenen, demütigen Herzen passt zu einem heiligen Gott. Jede gebetshaltung ohne ein zerissenes herz ist Gott ein Ekel, egal ob hände in der tasche oder gefaltet.
Juni 13, 2009 at 2:02
@ andichrist: Das ist geil, mit dem nach hinten umfallen…gibts diese Lehre immer noch? Ist eigentlich recht schwierig, vor allem wenn die Leute „undefiniert“ umfallen, so auf der stelle zusammenbrechen oder so, dann muss man erst mal nachmessen, ob sie mehr nach hinten oder nach vorne gefallen sind…
Juni 15, 2009 at 12:10
@ helm :
leider gibt es die diskusion noch, obwohl ich sie nicht mehr so ernst nehme. zum letzten mal hatte ich vor einem halben jahr gehört, dass nur in eine bestimmte richtung fallen biblisch wäre. kurze zeit später machte ich dann folgenden witz : “ wir haben das problem des umfallens gelöst. yvonne darf nur noch nach hinten fallen, die ist nämlich schwanger…“ leider hatten die leute nicht unseren humor. schade, ich dachte solche diskusionen entspannen sich durch ein wenig humor. also, schwangere nur nach hinten, alle anderen wo gott sie sonst so hinschmeisst…