Epheser 6,18
Das Beten im Geist ist ein Thema in Epheser 6,18.
Was heißt es, „im Geist“ zu beten?
Heißt es, im menschlichen Geist zu beten? Oder im Heiligen Geist?
Vermutlich lässt Paulus diese Spannung bewusst offen.
Denn es gilt das:
1) Versiegelt mit dem Geist Gottes.
Paulus schreibt in Epheser 1,13b davon, dass wir beim Gläubigwerden mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden.
Der Heilige Geist ist damit in dem Gläubigen. Der Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind (Römer 8,16).
Es gibt nun eine Beziehung zwischen dem Geist Gottes und unserem Geist.
„Im Geist“ zu beten muss daher nicht aufgespalten werden, sondern kann in diesem doppelten Sinn gelesen werden: es geht darum, im Heiligen Geist zu beten und in unserem Geist.
2) Es braucht also die Verbindung zu dem Geist Gottes.
Dadurch bekommen wir eine neue Identität vor Gott (z.B. Kind Gottes sein). Nur so können wir „im Geist“ beten.
3) Dann geht es um die Art und Weise des Betens.
„Im Geist“ beten kann heißen: Bete im Sinne des Heiligen Geistes!
Und was ist sein Sinn?
Ein Theologe schrieb einmal, dass der Heilige Geist der Schweinwerfer auf Jesus Christus ist.
a) Im Sinne des Geistes zu beten, kann somit heißen: Bete mit Jesus als Zentrum, als Basis, als Weg, als Ziel…
Er ist die Wahrheit. Bete im Sinne dieser Wahrheit.
Das kann zum verheißungsorientierten Beten führen und weg vom problemorientierten Beten.
Beim problemorientierten Beten befürchte ich stets das Schlimmste und drehe mich fast nur um mich selbst und um all das, was schief läuft. Ich bleibe beim Jammern stehen.
Beim verheißungsorientierten Beten stütze ich mich auf das, was Jesus getan hat und tun will. So kann ich die Angst im Gebet abweisen und Gott danken, dass Er mir einen Geist der Freiheit gegeben hat. So kann ich die Sorge wegwerfen und Gott dafür danken, dass Er für mich sorgen wird. So kann ich Ihm meine Schwachheit anbefehlen und Ihm danken, dass Er mir Kraft geben wird…
b) „Im Geist“ beten könnte weiterhin heißen: in Zungen zu beten.
Es gibt in 1.Kor.14 die parallele Wortwendung „im Geist“ mindestens zweimal.
Dort wird diese Wendung dafür benutzt, um von der Zungenrede zu sprechen. Diese ist zwar die unwichtigste aller Gaben, weil sie nur der persönlichen Stärkung dient und nicht direkt anderen. Aber auch das könnte zu Epheser 6,10 passen (also einige Verse vor Epheser 6,18), wonach wir stark in der Macht der Stärke Gottes sein sollen. Wie kann ich unter anderem Stärkung erfahren? Eben durch die Zungenrede (1.Kor 14,4a).
Tags: Zungenrede, Epheser 6; Zungengebet, 1 Korinther 14, geistliche Waffenrüstung
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