Christen und Homosexualität…

Via Ron/TheoBlog bin ich wieder auf dieses Thema gestoßen.
Das macht nachdenklich.
Schon beim Christival war das eine Seminar der Grund, um letztlich gegen „die“ Evangelikalen*1 zu Felde zu ziehen.

Nun halte ich es für wichtig, nicht in eine „Opferrolle“ zu verfallen („Wir armen, gepeinigten Evangelikalen! Bald werden auch wir verfolgt!“).
Wir müssen uns fragen, wie wir Themen, die wir für relevant halten, in die Öffentlichkeit transportieren. Ob es nun um Homosexualität geht oder nicht.

Gelingt es dabei, dass letztlich die Liebe Gottes deutlich wird? Gelingt es, Abstand von der Rechthaberei zu nehmen? Gelingt es, die Spannung zwischen „zu weicher“ Barmherzigkeit und „zu harter“ Wahrheitsverkündung in das rechte Maß zu bringen?

In Anbetracht des aktuellen Zeitgeistes stellen sich weitere Fragen:
Wie stehen Religions- und Meinungsfreiheit zur sog. sexuellen „Identität“ von Menschen?
Spannend auch das:
Ist die sexuelle oder die religiöse Identität wichtiger?*2

Nach meinem Dafürhalten sollte es in unserer Gesellschaft möglich sein, kontroverse Standpunkte auf faire Art und Weise auszutauschen. Dabei sollte es egal sein, welcher Religion der andere zugehört oder welche Sexualität man lebt. Denn zuerst steht der Respekt vor dem Gegenüber im Vordergrund, basierend darauf, dass Gott jeden Menschen wertschätzt.
In dieser Einstellung wird man auch heiße Eisen angehen dürfen.

Damit das weiterhin gewährleistet ist, sollten „wir“ Evangelikalen weiterhin „unsere“ Meinung kundtun – aber eben im Respekt vor der, wenn auch oft zerrissenen, Gottesebenbildlichkeit des Menschen.

*1 Es gibt nicht „die“ Evangelikalen. Da geht es so kunterbunt zu, wie bei „den“ Grünen oder „den“ Tennisspielern oder „den“ Moslems. Selbst unter „den“ Homosexuellen soll es Menschen geben, die sich nach einer Heterosexualität sehnen. Deshalb: Auch, wenn manche Begrifflichkeiten die Kommunikation erleichtern, sollte bei brisanten Themen die nötige Differenzierung beachtet werden.

*2
Ist nicht auch die religiöse „Identität“ etwas zutiefst Persönliches, das nicht einfach wegzuwischen ist? Die religiöse „Identität“ sollte wie viele andere „Identitäten“ zunächst geachtet werden. Denn:
Der Beweis, dass eine religiöse oder sexuelle Identität angeboren ist, steht m.E. nach wie vor aus. Wohl gibt es ein grundsätzliches sexuelles Sehnen, das mit entsprechender Altersentwicklung stärker werden kann. Ebenso gibt es ein spirituelles Sehnen des Menschen. Und genauso wie manch Homosexueller meint, auf der richtigen Seite zu stehen, so meint auch mancher Christ, auf der richtigen Seite zu stehen.
Das ist unsere Postmoderne.
Annäherungen und Gespräche über Wahrheit und Moral kann es nur auf der Ebene des persönlichen Respekts geben.

Explore posts in the same categories: Apologetik, Gelesenes, Politik

Comment: