Rückendeckung für Berliner Lehrer

ist der Bericht der Schulinspektoren nicht (mopo).
Es gäbe u.a. zu wenig binnendifferenzierten Unterricht.
In Anbetracht der Zusammenlegung von verschiedenen Berliner Schultypen bereite dies Sorge. Denn wahrscheinlich werde sich ein Lehrer an den schwächeren Schülern orientieren und ganze Jahrgänge könnten somit mehr auf die bildungsschwache Seite rutschen.

Was für Forderungen resultieren daraus?
Zum Beispiel das:
Lehrer sollten mehr Fortbildungen erhalten, um den differenzierten Unterricht zu praktizieren.

Nach meinen Einblicken in das Lehrerdasein dürfte das die absolut unweise Folgerung sein!

Denn:

Ein normal engagierter Lehrer mit einer vollen Stelle hat locker eine 50-Stunden-Woche. Ein Großteil der Arbeit wird an den Abenden und am Wochenende gemacht. Abgesehen von der zeitlichen Herausforderung besteht die Arbeit vor Ort daraus: Eine Schulklasse erst einmal dazu zu bringen, still zu werden. Bevor Lehrer tatsächlich den vorgesehen Lernstoff präsentieren können, sind sie mitunter 10-15 Minuten damit beschäftigt, den Rahmen für das Unterrichten herzustellen.
Neben diesen auch akustischen Belastungen kommen soziale Spannungen hinzu im Bezug zu den Schülern und eben auch einigen Eltern. Hier sind Mediatoren-Kompetenzen nötig.

Die dauerhafte Lösung für einen hilfreichen Schulbetrieb kann m.E. nur darin liegen:
Es muss mehr in „Bildung“ investiert werden.
Damit sind noch nicht mal höhere Lehrergehälter gemeint.

Aber das:
- Kleinere Klassenverbände, weil viele Schüler nur wenig mit Begriffen wie „Höflichkeit“ und „Disziplin“ anfangen können. D.h.: Klassenverbände von 25 bis z.T. über 30 Schülern sind so leicht händelbar wie ein gestrandeter Wal. Ein Sprung in eine neue Dimension wären Klassenverbände von maximal 18 Schülern.
- Damit wäre auch die Einstellung von mehr Lehrpersonal nötig.
- Angemessen große Klassenräume, die auch den Platz bieten, um z.B. das „Lernen an Stationen“ zu praktizieren. Kleine Räume machen das kreative Lehren mitunter unmöglich.
- Bereitstellung von entsprechendem Lern-Material, das aktuell eher von den Lehrern auf eigene Kosten angeschafft werden muss oder von den Eltern finanziert werden muss (Hartz4 lässt grüßen!).
- Eine Stundenreduzierung für Lehrer bei gleichbleibendem Gehalt, damit genügend Zeit vorhanden ist, um den wesentlich aufwendigeren differenzierten Unterricht vorzubereiten. Denn wenn die zeitliche Auslastung für Berliner Lehrer so bleibt, dann muss es in den meisten Fällen beim Frontalunterricht bleiben. Es ist anders kaum machbar.

Allein die Änderung dieser äußeren Rahmenbedingungen dürfte einen gewaltigen Schub geben. Die Atmosphäre an Berliner Schulen würde sich deutlich angenehmer gestalten. Lehrer würden nicht mehr ausbrennen und nicht vorzeitig in den Ruhestand gehen. Das soziale Miteinander von Lehrern, Schülern und Eltern würde intensiv unterstützt werden. Es gäbe weniger Erkrankungen unter den Lehrern. Und Berlin würde sehr viel dazu beitragen, dass das „Kapital“ der Bildung massenweise angereichert wird.

Die dafür enstandenen Kosten dürften sich allzumal lohnen.
Endlich bräuchte man keine „Kosmetik“ mehr betreiben, sondern hätte mehr Energie, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren:
das Unterrichten.

Explore posts in the same categories: Politik

Tags: , , , , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Comment: