Team-Predigt und -Gottesdienst
In den kommenden Wochen wird ein Experiment in unseren Gottesdiensten in Berlin-Staaken gestartet.
Zuerst versuchen wir uns an einer „Team-Predigt“.
Ich werde ein paar einleitende Sätze zu einem Bibeltext weitergeben und Fragen stellen. Die Anwesenden werden ihre Erkenntnisse zum Text darstellen. Zum Schluss wird das Gesagte zusammengefasst.
Tendentiell wie ein „Bibelgespräch“ – aber halt im Gottesdienst.
Weg vom Monolog – hin zum Dialog.
Tatsächlich ist das oft bereichernder und hält die Konzentration der Hörer länger aufrecht als das „20-Minuten-plus-x-Stillsitzen-und-gegen-den Schlaf-Ankämpfen“.
Die Risiken sind:
- Andere nutzen diese Chance zum Monolog.
- Es tauchen irrige Gedanken auf.
- Kaum einer beteiligt sich.
Wie dem begegnen?
- Vorher müssen die Regeln klar kommuniziert werden.
- Dauerredner müssen notfalls sanft abgewürgt werden – verbal selbstverständlich.
- Irrige Gedanken können sogar bei offiziellen Bibellehrern auftauchen! Keiner ist dagegen gefeit. Deshalb: Prüfet alles – das Gute behaltet! Und: die Gabe der Geisterunterscheidung könnte hier sehr relevant werden.
- Bei der möglichen Passivität der Teilhabenden muss ich halt in den klassischen Prediger-Stil verfallen.
Ferner habe ich zu einem „Team-Gottesdienst“ eingeladen.
Was ist das?
Jeder darf sich einbringen.
Mit einem Bericht über das persönliche Gott-Erleben.
Mit einem Lied.
Einem Anspiel.
Einem Bibeltext, der wichtig geworden ist.
Mit einem Gemälde.
…
Thema ist: „Gottes Liebe“.
Es gibt ein zeitliches Limit für den eigenen Beitrag, der zudem vorher bei mir eingereicht werden muss. Schließlich soll sichergestellt werden, dass es wirklich noch um Jesus Christus geht. Es geht eben nicht um „Staaken sucht den Superchristen“, sondern um Gottes Liebe zu uns und unsere Liebe zu Ihm.
Ich bin sehr gespannt, wie die Reaktionen sein werden.
Wird mancher das nicht mehr als „Gottesdienst“ gelten lassen?
Werden Leute teilnehmen?
Wird es Störer geben?
Ich hoffe und bete, dass es so faszinierend und reichhaltig und bewahrt und motivierend wird, dass wir diese Experimente öfter wagen können.
Und mal schauen, wie groß die Offenheit in Potsdam für ein solches Experiment sein wird…
Tags: Gottesdienst-Experiment, Kreativ-Gottesdienst, Mitmachgottesdienst, Teamgottesdienst, Teampredigt
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Februar 11, 2009 at 10:59
als ich das wort „teampredigt“ las, musste ich daran denken, was ich mit meinem pfarrer mal machte: wir hielten zu weit die predigt
teil a ich
teil b er
teil c ich
das war auch sehr nett
der eine baut dem anderen die schanze
ist ein bissel aufwendig, weil man sich schon absprechen muss
wenn man das aber öfter macht und man sich aufeinander einschießt,
kann das super sein
die gemeinde im godi beteiligen
super wichtig
vor kurzen hielt ich die predigt und gab dann raum für fragen, anmerkungen und eigene gedanken
war voll toll, dass es sofort losging
es wurde sogar spontan ein lied zitiert und dann gemeinsam angestimmt
so soll es sein
=)
dicke grüße
martin
Februar 11, 2009 at 4:51
Da bin ich ja mal gespannt, was du danach zu berichten hast…
Klingt sehr interessant!
Februar 11, 2009 at 6:22
spannende sache… ich habe sowas mal beim willow freak mitgemacht ist schon lustig das….
Februar 12, 2009 at 10:38
hm, sowas ist immer etwas gewagt, kommt auf die größe der gemeinde an. wir sind sonntags so 150 bis 200 leute da ist das nicht möglich, würde ich sagen.
wie viele seid ihr?
wir haben jeden sonntag zeugnisteil, das ist eine sehr gute sache, jeder kann vorkommen, kurzes zeugnis keine predigt, lässt sich sehr gut dosieren. manchmal beten wir als gemeinde dann gleich für denjenigen, wenn es ich sag mal „dran“ ist.
Februar 12, 2009 at 2:43
@lobpreiser:
).
während des Gottesdienstes finde ich auch sehr gut. Fangen wir gerade mit an, das einzuführen.
Wir sind (noch) nicht so viele: ca. 20-25 „im Gottesdienst“ (nebenbei muss ich meine Schreibweise reflektieren: Wie kann man „im“ Gottesdienst sein? Ist das sowas wie „in Jesus sein“?
Die „Zeugnisvergabe“
Segen!
Dirk.
Februar 12, 2009 at 2:53
Hallo, ich nenne das „interaktive Predigt“ und mache das schon geraume Zeit in unterschiedlich großen Gruppen. Letztes Jahr auf unserem Hauskirchenforum in Fulda mit ca. 30 Leuten.
Mitschnitt kann man hier hören – leider sind die Kommentare der anderen schwer zu verstehen:
http://www.arche-zentrum.de/arche_az-w_de/Jahresruckblick/2008/Downloads/FuldaSoMorgenPredigtCharlyLucker02.mp3
Ich halte es für möglich solches sogar – mit immer weniger Felxibilät – mit Gruppen bis zu ca. 100 Leuten zu machen.
Klappt wunderbar
Viel besser als die reinen Vortragspredigten. Die Leute behalten deutlich besser, worüber gesprochen wurde und sind von Anfang bis Ende konzentriert dabei.
Diese Predigtform stellt zunächst andere Anforderungen an den Prediger. Gut ist, wenn der Prediger über das Thema breit und gut informiert ist.
Ganz klar muss der Prediger zusätzlich zum Thema auch Gruppenleitung beherrschen. Er moderiert ja nicht nur, sondern leitet durchs Thema.
Ich bin überzeugt, dass diese Form der Predigt nict nur wesentlich näher an den Formen der ersten Gemeinde ist, sondern um etliches effektiver.
Februar 13, 2009 at 5:20
@Charly:
Das ermutigt!
Danke!
Segen!
Dirk.
Februar 14, 2009 at 4:33
In den alten Brüdergemeinden wir dies schon immer praktiziert.
Jedoch ohne Absprache. Man vertraut auf den Heiligen Geist.
Da kommt schon mal vor das einer von 1.Mose bis Offenbarung predigt.
Gruß
Peter
Februar 15, 2009 at 11:33
[...] Staaken haben wir im für uns relativ großen Maßstab (ca. 30 Leute beim Gottesdienst) die “Team-Predigt” durchgeführt. Klar, anfangs das gespannte Erwarten: “Wer wird den Mund [...]
Februar 21, 2009 at 4:45
Wer mit der Gemeinde predigen will, dem ist „Bibliolog“ sehr zu empfehlen. Was im Beitrag oben als Risiken benannt wird, kann durch die dort übliche Strukturierung größtenteils minimiert werden. Und die mögliche „Passivität“ ist eher eine Befürchtung der Predigenden als dass sie real eintritt.
Februar 21, 2009 at 5:05
@Noga:
Danke für den Tipp!
Finde ich sehr gut!
Übrigens:
Geht das nur mit biblischen Geschichten oder auch mit den neutestamentlichen Briefen?
Viel Segen!
Dirk.
Februar 21, 2009 at 10:20
Es geht im Prinzip – also von der Methodik her – mit allen biblischen Texten wenn man es gelernt und eingeübt hat. Die Grundform für narrative Texte lernt man in einem viertägigen Grundkurs. Es gibt dann auch einen Aufbaukurs für den Bereich nicht-narrative Texte, der neutestamentliche Briefe, prophetische Texte, Psalmen, Weisheitsliteratur, Gesetzestexte umfaßt. Weitere Fragen kann ich gerne per eMail beantworten.
März 1, 2009 at 7:06
[...] folgt. Das ist keine Überlegung die ich für mich alleine habe, wie eine aktuelle Diskussion bei Dikosss zeigt. Das würde nur in kleinen Gruppen funktionieren, mag man einwerfen. Also ich traue mir zu [...]
März 1, 2009 at 7:09
[...] folgt. Das ist keine Überlegung die ich für mich alleine habe, wie eine aktuelle Diskussion bei Dikosss zeigt. Das würde nur in kleinen Gruppen funktionieren, mag man einwerfen. Also ich traue mir zu [...]