Kampf und Tod im Nahen Osten
In der christlichen Szene gibt es einige „Hardcore-Israel-Fans“.
Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Bude auf jüdisch trimmen, am besten mit einer Flagge Israels im Wohnzimmer. Getrunken wird nur Wein aus Israel und auch das Badesalz ist aus irgendeinem berühmten Gewässer Israels.
Die Härtesten unter ihnen sagen nicht einfach „Hallo“ oder „Tschüss“, sondern „Shalom“.
Und bei Gebetsrunden weiß jeder Beteiligte:
Mr. oder Mrs. Israel wird uns gleich vor Augen führen, dass wir viel zu wenig für Israel beten.
Nun – ich bin kein Hardcore-Israel-Fan.
Ich glaube, dass Israel noch immer Verheißungen Gottes gelten. Ich glaube, dass Gott mit Israel noch Besonderes vorhat.
Aber ich sehe auch, dass das Israel nicht besser macht als andere Staaten. Dort passieren mindestens genauso viele gesellschaftliche und politische Dramen wie sonstwo auch.
Dass Gott das Volk Israel dennoch liebt, ist…
Gnade.
Was nun aber in den letzten Tagen passiert, verdeutlicht, wie katastrophal die Situation im Nahen Osten ist.
Was in den Medien mehr und mehr vergessen wird ist, dass vor der militärischen Offensive Israels in Palästina Massen von palästinensischen Raketen auf israelischem Gebiet einschlugen (s.a. spiegel.de) und dass sich Israel zuerst sehr zurückgehalten hat.
Tatsächlich wurden trotz der Raketenangriffe Hilfslieferungen für die Palästinenser von Israel zugelassen.
Und manche Rakete traf sogar die eigene Bevölkerung (welt.de).
Was soll ein Staat nun tun, wenn die eigene Bevölkerung permament von Raketen bedroht wird?
Der militärische Schritt Israels ist nachvollziehbar.
Es wird beteuert, dass lediglich Waffenlager, Raketenabschussrampen und ähnliche militärische Ziele durch die Armee Israels anvisiert würden (netzeitung.de).
Wenn solche Stationen aber von der Hamas bewusst in zivilen Gebieten stationiert würden, dann nähme die Hamas in Kauf, dass auch Zivilisten durch die militärischen Aktionen Israels getötet würden.
Das Ziel der Hamas bleibt die Vernichtung Israels.
Das Ziel Israels ist die Vernichtung der Hamas.
Bei solchen Voraussetzungen muss es zur Gewalt kommen.
Es geht nicht anders.
Ohne Nahost-Experte zu sein – aber ich zweifle an einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Für mich sind die Palästinenser ein Spielball anderer islamisch-arabischer Staaten. Man kann die Palästinenser „vorschicken“ und Israel somit immer wieder international unter Druck setzen. Denn wer hätte nicht Mitleid mit diesem kleinen Volk und eine Abneigung gegen die Übermacht Israel?
Was in der kurzlebigen Nachrichtenwelt oft nicht vorkommt bzw. vorkommen kann, wiewohl ich es für relevant halte, ist die gesamte Vorgeschichte dieses Konfliktes.
Die Juden, die über Jahrtausende immer wieder der Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt waren und die seit Jahrtausenden die Sehnsucht nach ihrer Heimat in sich trugen.
Als es dann die international zugelassene Chance gab, dass Israel diesen Traum wahr machen kann, wurden scheinbar die alteingesessenen Völker im Nahen Osten vergessen.
Von Beginn an herrschte Misstrauen zwischen den örtlichen Arabern und den dazukommenden Juden.
Die einen waren froh und dankbar, nach der langen Zeit der Verfolgung und insbesondere dann auch nach dem 2.Weltkrieg endlich wieder in der „Heimat“ zu sein: eigenes Land, ohne die Unterdrückung und den Tod fürchten zu müssen.
Die anderen waren beängstigt, dass ihr Land nun weggenommen wurde.
Ich finde beide Reaktionen sehr verständlich.
Doch statt einen gemeinsamen Weg zu finden, verhärteten sich die Fronten in kürzester Zeit.
Die Extremen geben den Ton an.
Die Masse der Menschen will einfach nur den Frieden.
Solange aber die Absicht der Hamas und ähnlicher Gruppen besteht, Israel zu vernichten – solange wird es nicht Frieden geben.
Israel wird sich immer verteidigen wollen.
Sie wollen nicht mehr das Exil erleben.
Dezember 30, 2008 at 12:27
„Dass Gott das Volk Israel dennoch liebt, ist…Gnade
Nein das ist selbstverständlich für einen Gott der liebt. PUNKT
Das wir Menschen immer noch nicht die allumfassende Liebe Gottes kapiert haben ist zum Heulen.
Er hat auch für die Juden wie für die Muslime den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und zwar als Mann und als Frau. Nur wir Christen haben noch den zusätzlich verstärkten Glauben, dass Gott Mensch wurde. Kriege werden von Menschen gemacht und wir haben alle Mühe und Anstrengung darauf zu verwenden, wie wir in uns selber und dann in dem Nächsten den Willen zum Frieden entwickeln.
„Was soll ein Staat nun tun, wenn die eigene Bevölkerung permament von Raketen bedroht wird?“
Das ist die falsche Frage. Es müsste lauten was können wir/ich zum Frieden in der Welt beitragen und meine eigene Hilflosigkeit Angesichts der realen Situation vor Gott tragen.
Gleichzeitig ist mir bewusst, dass meine Eltern und Großeltern aus einer Mischung von Angst und Unwissenheit, „Angst macht dumm“ , den Mord an 6 Millionen Juden in unseren Gaskammern geduldet haben. Mahatma Gandhi hat zu diesen schrecklichen Vorgängen in unserem Land gesagt, dass es uns an der geistigen Kraft fehlt. Es gilt also diese geistige Kraft zu entdecken und aufzubauen.
„Das Ziel der Hamas bleibt die Vernichtung Israels.
Das Ziel Israels ist die Vernichtung der Hamas.“
Diese Ziele führen nach der Beobachtung der Geschichte zur Selbstauslöschung beider Gruppen. Wenn das ihr Ziel ist, wer kann sie hindern?Da steht der Glaube an die Gewalt und Rache, Angst und Hass der Liebe zum Frieden im Weg.
Wir müssen das Recht auf Leben und den Schutz des Lebens wieder in den Vordergrund stellen.
Verständnis für beide Seiten aufzubauen ist der erste Schritt. Die eigene deutsche Verantwortung klar bekommen und sich klar für den Frieden einsetzen immer wieder und immer wieder von Neuem.
Danke für diesen Artikel ich habe gestern im Fernsehen hilflos zugesehen, was da geschieht und um Frieden gebetet.
Januar 1, 2009 at 1:12
Ich war erst Anfang Dezember in Israel. Dort lag eine Spannung in der Luft, die war fast greifbar.
Jeder bemühte sich, ein normales Leben zu führen, doch bei der kleinsten Unsicherheit stand der Alarm in den Augen und der Haltung der Wachleute und eine körperlich wahrnehmbare Welle von Emotionen schoss heran.
Wir leben hier seit langem in Frieden in Deutschland und haben oft nichts besseres zu tun, als uns das Leben gegenseitig schwer zu machen. Dort ist eine ständige Bedrohung und Gefahr und sie versuchen, sich gegenseitig das Leben leichter zumachen. Die Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft des einen rettet u.U. das Leben von vielen.
Psalm 122 fordert zum Segnen auf. Das ist das Geringste und das Größte, was wir in unserer praktischen Hilflosigkeit tun können.
Shana tova u’metuka, Yerushalayim. Ein gutes und süßes Jahr, Jerusalem.
…und ein gesegnetes Neues Jahr 2009 für dich Dirk, deine Familie und alle Blogger hier.
Deborah
Januar 2, 2009 at 7:40
@Deborah:
Danke für die Segenswünsche!
Gott segne Dich ebenso!
Und in Jesus bist Du schon 1000x gesegnet!
Dirk.