Gute Nachricht?

By dikosss

Die Gute Nachricht muss die gute Nachricht bleiben – aber passen unsere Worte in diese Gesellschaft?

Die Gute Nachricht – das Evangelium – kann theologisch äußerst umfangreich dargestellt werden.
Die Gute Nachricht kann auch knapp gehalten werden, wie es z.B. mit den vier geistlichen Gesetzen von Campus für Christus geschieht.
Und klar ist, dass es einen unaufgebbaren Kern des Evangeliums gibt, der zur rechten Zeit deutlich und kompromisslos zur Sprache gebracht werden muss.

Und doch stehen wir vor der Herausforderung, die Worte zu finden, die ein Mensch unserer Gesellschaft verstehen kann.
Es muss ferner berücksichtigt werden, dass es auch unter diesen Menschen große Unterschiede geben kann. Handelt es sich um ein türkisches Kind, das in Berlin-Wedding aufwächst oder um ein russisches Kind in Berlin-Spandau? Reden wir mit einem jungen Erwachsenen, der im Schwarzwald lebt und erfolgreich seine Ausbildung absolviert hat oder mit einem jungen Erwachsenen, der in Rostock die Arbeitslosigkeit als Perspektive hat?

Wenn wir aber von Menschen ausgehen, die von Jesus Christus gerade mal wissen, dass es ihn gegeben haben könnte, dann wissen wir: Wir fangen nahezu bei Null an oder, um mit der Engelskala zu reden: bei -8.

Wenn dem so ist, dann wissen wir ferner, dass die gute Nachricht für solche Menschen nicht darin besteht, dass sie das jüdische Gesetz nicht mehr erfüllen müssen, weil Jesus Christus es für sie erfüllt hat. Das jüdische Gesetz ist für diese Menschen völlig irrelevant.

Und, um es auf die Spitze zu treiben:
Möglicherweise ist es für diese Menschen sogar völlig irrelevant, von einem Gott auszugehen!
Das Arbeitsamt und der Chat-Partner sind tausendmal relevanter für diese Menschen.

Wie also vermittelt man einem tendentiell atheistisch gesonnenen Menschen das Evangelium, wenn es doch den Glauben an Gott voraussetzt?

Durch die Bertelsmann-Studie wissen wir allerdings, dass es durchaus viele religiös gesinnte Menschen gibt, die sich nicht unbedingt dem Christentum hingezogen fühlen, die aber Verständnis für religiöse Angelegenheiten haben.
“Gott” ist in diesen Fällen ein interessantes “Objekt” des eigenen Nachdenkens.

Und doch hätte ich auch bei diesen Menschen das Empfinden:
Worte wie “Sünde”, “Verdammung”, “Heiligkeit”, “ewiges Leben” … stoßen auf viel Erklärungsbedürfnis.
Man könnte meinen, dass auch zu Jesu Zeiten das Evangelium erklärt werden musste.
Doch dürfte ein großer Unterschied zwischen der Erklärungsnot zu Jesu Zeiten bestehen und der Erklärungsnot in unseren Tagen. Damals bestand ein relativ großer Konsens oder zumindest eine kollektive Ahnung von bestimmten religiösen Begriffen.
Und heute ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es noch nicht mal eine Ahnung gibt.

Worin kann also das Positive des Evangeliums für heutige Menschen bestehen?

Ist es womöglich, dass es doch einen Gott gibt, der Beziehung auch mit Einsamen sucht?
Oder der Gott, der inmitten des Pluralismus weiß, was das Leben glücklich macht und klare Stellung auch im politischen Geschehen beziehen kann?
Oder ist es der Gott, der in den Wirren der Globalisierung zur Vereinfachung des Lebens ruft?

Womöglich ist es von allem etwas.
Und womöglich hängt eine Antwort immer davon ab, wen ich vor mir habe.

Deutlich ist auch das:
Bevor ein Mensch die Sprache des frommen Ghettos spricht, muss viel Zeit vergehen!

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2 Antworten zu “Gute Nachricht?”

  1. Peter sagt:

    von deinem artikel könnten so manche christliche blog schreiber lernen
    viele können gar nicht mehr sagen ob es eine gute nachricht gibt
    gruß
    peter

  2. Talitakum sagt:

    Amen Dirk…

    Gottes Wort in unsere Ohren….

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