Qualitativ „gute“ Mega-Gemeinde gesucht!
Angeregt durch Marlin stelle ich die Frage:
Wer kennt qualitativ „gute“ Mega-Gemeinden?
Willow Creek ist so eine Mega-Gemeinde.
Allerdings hat sie in ihrer Reveal-Studie festgestellt, dass manches in ihrer Gemeinde im Argen liegt (ein Einblick in die Ergebnisse hier).
Ist das der „allgemeine Schwund“, den es letztlich in jeder Gemeinde gibt?
Oder ist das der Preis, den eine Mega-Gemeinde zahlen muss?
Die Lakewood Church ist eine Mega-Gemeinde. Wohl die größte in den USA.
Die Predigten von Joel Osteen haben eine starke Tendenz, eher aus dem Bereich des positiven Denkens zu kommen – was übrigens wirklich mal sehr erbauend sein kann – aber auf Dauer wirken sie theologisch eher flach. Darf man vom Inhalt der Predigten auf die Qualität dieser Gemeinde schließen?
Andere Mega-Gemeinden sind z.B. die in Deutschland wohl eher unbekannte Deeper Christian Life Bible Church in Lagos, Nigeria, die eine Gottesdienst-Halle für 160.000 Menschen haben und über 100.000 Gottesdienst-Teilnehmer haben. Das ist für amerikanische Verhältnisse unvorstellbar. Der Titel der Gemeinde hört sich nach Qualität an. Ob das auch praktisch so ist?
Ungefähr 250.000 Gottesdienst-Teilnehmer soll die Gemeinde „Mision Carismatica International“ in Bogota haben, die allerdings aufgrund der G12-Struktur den Beigeschmack von Sekte hat.
Qualität durch „Überwachung“?
Ob es die größte Gemeinde in Deutschland ist, weiß ich nicht, aber mit ca. 4800 Gottesdienst-Teilnehmern gehört die Glaubensgemeinde in Stuttgart sicherlich auf Spitzenplätze.
Sind diese Kritiken eine zwangsläufige Folge im Gemeindeleben – unabhängig von der Größe – oder hängen diese letztlich mit einer mangelnden Qualität der Gemeinde zusammen?
Hier (pdf) ein zusammenfassendes Plädoyer von Rick Warren für die Qualität mancher Mega-Gemeinden.
Tags: Mega-Gemeinde, Mega-Gemeinden, Megagemeinde, Megagemeinden
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September 19, 2008 at 8:19
Ehrlich gesagt, ich mag keine „Mega-Churches“ … zwei finde ich noch einigermaßen erträglich, auch wenn ich nicht alle ihre Lehren (bei MacArthur z.B. seinen Calvinismus und bei Livingston z.B. seinen Patriotismus) teile:
1) charismatisch:
http://www.centralchurchofgod.org/
2) nicht charismatisch:
http://www.gracechurch.org/home/
September 21, 2008 at 10:28
das ist natürlich die Frage, was Qualität ist und woran man sie festmacht?
September 22, 2008 at 3:56
Tja, was ist Qualität?
Gemäß des Markenzeichens, das JC vorgibt:
die Liebe untereinander.
Ist die messbar oder nur fühlbar?
Im übrigen:
sicherlich auch die hilfreiche Umsetzung des Innen- und Außenaspekts aus Mt.28,18 ff.:
Das Nach-Außen-Wirken und das Lebens-Training nach Innen.
Ist das messbar?
Evtl. ist das Modell der NGE eine mögliche Hilfe.
Was ich aber auch im Vergleich zu den 50′er-Gruppen (die ein eher hohes Maß an Verbindlichkeit leben) interessant finden würde, wäre, ob es tatsächlich einen prozentualen Unterschied zu Mega-Gemeinden gibt oder ob es letztlich bei beiden Größenordnungen eine ähnlich hohe Zahl an „Schwund“ gibt.
Segen!
September 22, 2008 at 8:03
Ich wäre vorsichtiger bei kritischen Internet-Quellen. Dein Link zur Kritik an der Glaubensgemeinde in Stuttgart zeichnet ein recht gemischtes Bild. Wenn man die theologischen Stellungnahmen (aus dem landeskirchlichen Raum) betrachtet, liest man, dass diese Personen die Theologie der BGG in manchen Punkten nicht mögen. Mehr nicht. Diese Aussagen sind natürlich legitim, aber auch ein Umkehrschluss wäre legitim (einiges an deren Theologie würde mir sicher auch nicht zusagen). Aber skandalträchtig ist das auf beiden Seiten m.E. nicht.
Die anderen Links sind persönliche Leidensgeschichten. Aber auch hier wäre ich vorsichtig. Ich vermute, dass so gut wie jede Gemeinde einige Enttäuschte vorweisen kann, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr dabei sind und kein gutes Wort für die Gemeinde übrig haben.
Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht hat tatsächlich ein Leiter oder Seelsorger eine Situation falsch eingeschätzt oder sonst einen Fehler gemacht (wer von uns hat noch nie so einen Fehler gemacht?) Aber vielleicht waren die Bedürfnisse der Person so, dass die Helfer in der Gemeinde überfordert waren. Oder vielleicht waren einige Meinungen von vornherein zu weit auseinander, so dass die Erwartungen desjenigen nicht erfüllt werden konnten und eine Enttäuschung zwangsläufig war.
Einfach das Setzen eines Links auf „diese Kritiken“ weckt Assoziationen, die nicht unbedingt sachdienlich sind.
Das Für und Wider verschiedener Gemeindeformen und -größen ist natürlich ein ganz anderes Thema. Aber auch im NT gab es Mega-Gemeinden (besonders in der Frühzeit der Apostelgeschichte). Wobei die reine Größe sicherlich noch kein Kriterium für die Qualität einer Gemeinde ist. Gott ist größer als unsere sozialen Erwartungen an das Gemeindeleben.
September 22, 2008 at 11:48
Hi Vic!
Mit Deinen Bedenken hast Du hier und da sicherlich Recht.
Gut, dass Du darauf hinweist!
Eben weil manches fraglich ist, habe ich auch die Fragezeichen gesetzt.
Denn wer von uns könnte schon in der Lage sein, eine andere Gemeinde fair und liebevoll zu beurteilen!?
Viel Segen für Dich!
Dirk.