Hauskirche Staaken?

Ich hatte mir viel Gedanken über Gemeindestrukturen gemacht.
Unter anderem auch über die Form der „Hauskirche“. Manche nennen das noch anders, aber oft ist Ähnliches gemeint:
Möglichst weg von der Institution „Kirche“, weg von der one-man-show, weg von prächtigen Gemeindehäusern – hin zum Organismus „Kirche“, hin zum allgemeinen Priestertum aller Gläubigen, hin in’s private Wohnzimmer.

Die Beschäftigung mit diesem Thema durch Lektüre und einige Gespräche hat mir deutlicher gemacht, was Gemeinde ist. Beispiele:
- Ich gehe nicht zum Gottesdienst, denn ein Gottesdienst soll unser Leben sein. Mittlerweile bemühe ich mich, eher von der gemeinsamen „Gottesdienst-Feier“ zu sprechen. Ein längeres Wort, aber vielleicht eine Brücke zwischen den Wörtern „Gottesdienst“ und „öffentliche Versammlung“.
- Das Gemeindehaus ist nicht die Gemeinde, sondern ein Haus.
Das Sympathische an der Hauskirchen-Bewegung ist, dass sie ihr Geld tatsächlich weniger in Gebäude stecken müssen, sondern das Geld umfangreicher in Menschen und einzelne Projekte investieren können. Es wird die übliche Wohnmiete gezahlt, die eh gezahlt wird. Größere Gemeinden, die ein Gemeindehaus haben wollen, müssen über Jahre oft Zehntausende oder Hunderttausende von Euronen investieren – einfach damit man ein Dach über dem Kopf hat, es im Winter warm ist und man für das Biologisch-Geschäftliche nicht hinter den Busch rennen muss. Diese Summen bringen kleinere Gruppen idR. nicht auf, aber ihr Geld können sie in die Unterstützung von Menschen stecken.
- Und: Können wir überhaupt zur Gemeinde gehen, wenn wir selber ein Teil von Gemeinde sind?
- Im Gemeindeleben darf es nur eine Hierarchie geben: die zu Jesus Christus hin. Älteste, Pastoren… haben die Aufgabe, andere zu begleiten, damit sie in der Beziehung zu Jesus Christus und anderen Menschen gestärkt werden. Aber sie haben im Normalfall keine weitergehenden Befugnisse als andere Christen. Solches ist in einer Hausgruppe von vielleicht 5-15 Menschen wesentlich einfacher zu leben als in einer Gemeinde von 60, 150 oder 2000 Menschen. Je mehr Menschen zusammenkommen, desto mehr entsteht Verwaltungsaufwand und Organisationsaufwand. Je mehr Menschen zusammenkommen, desto „versuchlicher“ wird der Aufbau einer menschlichen Hierarchie. Und es erscheint sehr fraglich, ob man ab einer gewissen Menge von Menschen überhaupt ohne eine solche Hierarchie auskommt.
- Im Gemeindeleben brauchen wir jeden mit seinen Gaben. In einer größeren Gemeinde kann man sich leicht verstecken. Gaben können lange unentdeckt bleiben. Aber in einer Gruppe von 5-15 (oder 3-20, oder 2-5, oder …) werden Gaben, Stärken, Schwächen schneller deutlich und werden oft auch mehr benötigt und abgerufen.

Dennoch wird unser Selbstverständnis in Staaken nicht identisch mit dem einer Hauskirche sein.
Zum einen hängt das mit der bisherigen Entwicklung der Arbeit zusammen.
Die Christen, die hier seit Jahren für Gemeindegründung beten und sich nun in den Fusionsprozess begeben haben, sind von der klassischen Gemeindeform geprägt: die Gottesdienst-Feier als zentrale Begegnung und Hauskreise als wesentliche Ergänzung.
Eine Zusammenarbeit davon abhängig zu machen, dass all meine Erkenntnisse hingenommen werden und die Erfahrungen und Erkenntnisse der anderen missachtet werden, wäre irreführend und überheblich.
Es geht vielmehr darum, dass wir jetzt zusammen entdecken, was Gott für uns hier in Staaken will. Das wird immer ein Prozess sein – vielleicht enden wir eines Tages als Hauskirche, vielleicht entsteht eine deutsche Mega-Gemeinde oder vielleicht sind wir einfach eine „normale“ Kiezgemeinde, die von Gott geprägt ist.

Zum anderen halte ich die Form der Hauskirche zwar für eine sehr wichtige, aber nicht die einzig legitime Form, Gemeinde zu leben. Ich bin nach wie vor dafür, dass es zwei wesentliche Aspekte einer Gemeindestruktur geben soll: die Treffen im Privaten (=“Hauskreis“ oder nenne es, wie Du willst) und die eher öffentlichen Treffen (=Gottesdienst-Feier – die m.E. ebenso im Wohnzimmer stattfinden kann).

Noch viel wichtiger als diese Strukturfragen finde ich den Inhalt, auch, wenn Form und Inhalt Wechselwirkungen haben.
- Der Inhalt soll geprägt sein vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen.
Allein das Treffen in einem Haus führt nicht dazu, dass sich nun jeder hilfreich einbringt und seine Gaben entdeckt. Es gehört der Wille dazu, den anderen und sich unter der Regie von Jesus entdecken zu wollen. Das ist in einer größeren Gemeinde sicherlich aufwendiger zu gestalten als in einer kleineren Hauskirche – aber es kann prinzipiell ebenso gefördert werden. So ist es m.E. Aufgabe eines Pastors, andere fähige Christen ebenso zum Begleiten und Predigen auszubilden und ihnen dann auch die nötige Plattform zu schaffen. Ebenso spielt die Betrachtungsweise und Darstellung der Gaben eine wesentliche Rolle: So ist die Gabe der Wortverkündigung vor Gott genauso wichtig wie die Gabe des Helfens. So ist der Predigtdienst ebenso wichtig wie der Küchendienst. Denn Gott wird m.E. fragen, ob wir unsere Gaben nach Seinem Willen eingebracht haben. Und da kann jemand, der sich oft darum gekümmert hat, dass Getränke und Knabberzeugs für andere bereitstehen, vor Gott als tüchtiger erwiesen werden als der Prediger.
- Ein Gemeindehaus kann u.U. durchaus sehr sinnvoll sein. Kaum jemand wird sich in einer Großstadt wie Berlin von relativ fremden Personen in eine Wohnung zu einer Gottesdienst-Feier einladen lassen. Es mag Ausnahmen geben – aber grundsätzlich herrscht Misstrauen. Es riecht zu sehr nach Sekte – wiewohl auch größere Gemeinden sektiererische Züge haben können. Wenn Menschen in Berlin überhaupt an „Gemeinde“ denken, dann eher an ein „Gemeindehaus mit Gottesdienst“. Es ist letztlich die Frage, wie solch ein Haus genutzt wird. Steht es tatsächlich 5 Tage die Woche leer oder öffnet man das Haus für das Leben – für Menschen, so dass es jeden Tag seinen Dienst tun kann?
Durch die Förderung von Hauskreisen als gleichberechtigte zweite Säule neben der Gottesdienst-Feier kann man ebenso die Vorteile der Nähe und Vertrautheit einer Hauskirche bekommen.
- Herausfordernd ist für mich nach wie vor die Frage, wie Entscheidungsprozesse gestaltet werden.
In einer hierarchischen Gemeinde bestimmt womöglich der Ältestenkreis und der Rest der Gemeinde hat sich zu fügen…oder zu gehen. In einer demokratisch gesinnten Gemeinde wird nach der Meinung von Hinz und Kunz gefragt – in der Praxis oft mit dem Ergebnis, dass es zum Stillstand kommt, weil es zig verschiedene Meinungen gibt. Das Ideal ist m.E. die Entscheidung, die aus dem Gebet der Gemeinde geboren ist. Solche Entscheidungen werden womöglich nicht so schnell getroffen, wie wenn wir nur menschlich agieren. Aber solche Entscheidungen haben Gott als Entscheider im Mittelpunkt.
„Gebetsentscheidungen“ können in einer kleineren Gruppe einfacher angegangen werden. In einer größeren Gruppe wird auch das umständlicher, aber es muss nicht unmöglich sein.
Beachtlich finde ich den Gedanken, dass nun nicht jede Entscheidung der Gemeinde oder von Teilen der Gemeinde mit einer allgemeinen Gebetsversammlung einhergehen muss. So gibt es m.E. sehr alltägliche Organisations- und Verwaltungsaufgaben, deren Bewältigung manchmal mehr Sachverstand benötigt als langes Gebet.

Fraglich ist nur: Wo verläuft die Grenze zur Notwendigkeit des gemeinsamen Gebets?
Ganz konkret: Wie wird darüber entschieden, ob sich die Gemeinde neue Stühle anschaffen soll?
Wie wird entschieden, ob eine Gemeinde Praktikanten annimmt? Und: sollen sie vergütet werden? Wenn ja, mit wieviel Geld?
Wie wird entschieden, ob das Gemeindehaus wieder gestrichen werden soll?
Wie wird entschieden, ob sich die Gemeinde in ein umfangreiches Projekt stürzt?
Wie wird entscheiden, wie das Abendmahl gefeiert werden soll?
Sind das Angelegenheiten, in denen die gesamte Gemeinde einbezogen werden soll oder in denen Einzelne entscheiden sollen?
Und: Wer sollten diese Einzelnen sein?

Meine Vermutung schaut so aus:
Im Mittelpunkt allen Handelns muss das Gebet stehen. Denn das nimmt Bezug auf Jesus Christus, DEN Entscheider.
Dann gibt es aber auch Christen, die besondere Begabungen haben.
Mancher hat mehr Reife und Weitblick als andere. Solche Fähigkeiten kristallisieren sich im Miteinander heraus. Solche Christen könnte Entscheidungskompetenz über bestimmte Gemeindebereiche gegeben werden. Zu einem Verstoß gegen das allg.Priestertum aller Gläubigen wird dies wohl nur, a) das Gebet ausgeklammert wird und b) die Meinung anderer völlig missachtet wird und c) ebenso Begabte verdrängt werden.
D.h.: Das Prinzip des allg. Priestertums aller Gläubigen wird gewahrt, wenn a) gebetet wird, b) auch andere Meinungen gehört und bedacht werden und c) ebenso Begabte ebenfalls die Chance haben, sich einzubringen.

So long …

Explore posts in the same categories: Gemeindeleben - Gemeinde leben

Tags: , , , , , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

11 Comments on “Hauskirche Staaken?”

  1. Kochy Says:

    Hallo,

    schöner Beitag zum Leben der Hauskirchen und der Kirchen wie „man sie kennt“. Bestimmt wäre deine Ansicht eine Bereicherung zum Hauskirchentreffen in Berlin gewesen. Du kannst Dir gerne das Video vom Samstag anschauen.

    Kochy

    http://www.hauskirchennetz-bb.de/

  2. Deborah Says:

    Zitat:“Die Christen, die hier seit Jahren für Gemeindegründung beten und sich nun in den Fusionsprozess begeben haben, sind von der klassischen Gemeindeform geprägt: die Gottesdienst-Feier als zentrale Begegnung und Hauskreise als wesentliche Ergänzung.“

    ich favorisiere mal wieder:

    Hauskreise als Hauptform, zentrale GoDi-Feier als wesentliche Ergänzung. Die Feier wird von den Hauskreisen zusammen, abwechselnd, reih um …. in Absprache gestaltet.

  3. dikosss Says:

    @Kochy:
    Vielleicht wäre ich tatsächlich am SA dabei gewesen, allerdings hatte meine Tochter Einschulung.
    Wie geschrieben: Zur Zeit sehe ich nicht, dass wir in Staaken eine „klassische“ Hausgemeinde werden. Es sieht sehr nach einem üblichen Modell aus, allerdings mit einer starken Betonung der Haustreffen. Aber wer weiß, was in paar Jahren ist? :-)

    @Deborah:
    „Hauskreise als Hauptform, zentrale GoDi-Feier als wesentliche Ergänzung. “
    Voll interessant, wie sich der Fokus verschiebt, wenn man einen Satz nur ein wenig umgestaltet! Ich bin oft offen für „Experimente“ und könnte mir auch diese andere Betonung vorstellen. Ich werd’ sehen, wie sich das Gebet und die Gespräche mit dem Team entwickeln…

  4. Stef Says:

    Lieber Dirk,
    mal wieder ein sehr durchdachter, ausgewogener und gut formulierter Artikel mit viel Herz (und auch Verstand)! Mei, wenn ich das auch nur so könnte ;-)

    Folgende Gedanken von Dir finde ich besonders wertvoll und zeigen Deine Reife:

    Es geht vielmehr darum, dass wir jetzt zusammen entdecken, was Gott für uns hier in Staaken will. Das wird immer ein Prozess sein – vielleicht enden wir eines Tages als Hauskirche, vielleicht entsteht eine deutsche Mega-Gemeinde oder vielleicht sind wir einfach eine “normale” Kiezgemeinde, die von Gott geprägt ist.

    Ja, es geht vor allem um Gott und Seinen Willen. Und diesen immer wieder herauszufinden wird uns das ganze (Gemeinde-)Leben beschäftig
    en (müssen).

    So ist es m.E. Aufgabe eines Pastors, andere fähige Christen ebenso zum Begleiten und Predigen auszubilden und ihnen dann auch die nötige Plattform zu schaffen.

    Ja, Ausbildung ist so wichtig!

    Ebenso spielt die Betrachtungsweise und Darstellung der Gaben eine wesentliche Rolle: So ist die Gabe der Wortverkündigung vor Gott genauso wichtig wie die Gabe des Helfens. So ist der Predigtdienst ebenso wichtig wie der Küchendienst. Denn Gott wird m.E. fragen, ob wir unsere Gaben nach Seinem Willen eingebracht haben. Und da kann jemand, der sich oft darum gekümmert hat, dass Getränke und Knabberzeugs für andere bereitstehen, vor Gott als tüchtiger erwiesen werden als der Prediger.

    Sehr geistlicher Gedanke!

    Ich habe mir übrigens in den letzten Monaten und Jahren auch genau DIESE Fragen gestellt, die Du in Deinem Post behandelst. Aus diesem Grund habe ich mich auch viel mit Kirchengeschichte beschäftigt, um folgende Fragen beantworten zu können: Wie haben das die Christen „der ersten Zeit“ gemacht? Und warum? Und wie hat sich das Ganze (weiter-)entwickelt? Und kann und soll (bzw. muss) man die Konzepte der damaligen Zeit heute immer noch so leben?

    Übrigens würde ich das Konzept des allg. Priestertums nicht zu sehr überbetonen, zumindest was die Kirchenorganisation betrifft. Ich verstehe da Deine Zurückhaltung und Dein Wunsch der „Gleichberechtigung“.
    Dennoch gab und gibt es sehr wohl unterschiedliche Funktionen und „Ämter“, so dass eben nicht alle (in allen Dingen) „gleichberechtigt“ und gefordert sind. Dass sich z.B. die Gemeinde dem (gewählten) Hirten/Pastoren unterordnen soll wird ja auch z.B. im Hebräerbrief betont. Natürlich weiß ich, dass man da auch vorsichtig sein muss, da autoritäre Christen, dieses Unterordnungsprinzip oft missbraucht haben (weiß ich leider aus eigener Erfahrung). Dennoch macht es Sinn und ist m.E. von Gott so gewollt, wenn ein geistlicher Mann, den (guten) „Ton“ angeben kann. Das funktioniert natürlich um so besser, je demütiger der Leiter ist (wären wir nur alle so wie Moses!).

    Viel Segen von Gott für Eure Gemeinde(aufbau)arbeit wünsche ich Euch!
    Stefan

  5. Stef Says:

    PS: Biste eigentlich (gesundheitlich) wieder fit?

  6. Deborah Says:

    Da finde ich die Struktur der frühen Gemeinde noch einmal interessant.

    Da wurden zuerst Älteste von den Aposteln eingesetzt. Ich meine, da steht immer die Mehrzahl. In welchem Zusammenhang stehen die Ältesten mit dem „fünffältigen“ Dienst?
    Lässt sich aus des Aussendung von jeweils Zweien und dem Vers von der dreifachen Schnur etwas ableiten?

    Wie lässt sich der Ältestendienst mit dem Begriff der Ältesten „in den Toren der Stadt sitzen“ vergleichen? Die Leute kamen dorthin wie zu einem Schiedsmann und Richter. Dieser Dienst war vom Priesteramt getrennt.

    Nun sind wir ein allgemeines Priestertum, d.h. jeder steht vor Gott mit dem Hohenpriester Jesus als Mittler. Paulus schreibt an einer Stelle: …sollten schon längst lehrfähig sein……

    Wie sehr betrachten wir Bibelstellen aus der „konstantinischen“ Sicht heraus, weil wir es so gewohnt sind?

  7. dikosss Says:

    @Stefan:
    Du kannst mindestens ebenso formulieren! Beweis: Dein Blog! :-)
    Übrigens: Wie bekommst Du die Einschübe im Kommentar hin?

    Was die Unterordnung gegenüber Ältesten betrifft, sehe ich auch. Aber ich sehe ebenso, dass wir uns alle gegenseitig dem anderen unterordnen sollen. Insoweit sehe ich keine „Exklusivweisung“ hinsichtlich der Ältesten. Auch im Übrigen entdecke ich keinerlei Sonderrechte der Ältesten. Das Einzige, was sie auszuzeichnen scheint, sind ihre Pflichten und ihre Verantwortung. Und was mich noch stutziger macht: Ich entdecke bislang im NT keinerlei fest statuierte Entscheidungskompetenzen der Ältesten!
    So entsteht der Eindruck für mich: Älteste haben jede Menge zu tun – aber keine Rechte oder Befugnisse, die nicht auch jeder andere Christ hätte.
    Das wiederum bestärkt mich darin, dass Älteste eigentlich keine Machtbefugnisse haben. Aber wie sollen sie dann ihren Dienst versehen?
    Ihre einzige Chance scheint darin zu bestehen, dass sie so vertrauenswürdig in ihrem Leben mit Gott und Menschen sind, dass Menschen freiwillig und gerne auf die Ältesten hören. D.h.: die einzige Dienstbasis der Ältesten scheint das Vertrauen zu sein.
    Und genau das ist der Punkt, wo ich mich frage, wie Gemeindeleitung strukturiert werden kann, damit eben dieses Vertrauen – und nicht eine Hierarchie/Machtstruktur – deutlich wird.
    Vor allem hinsichtlich unserer deutschen rechtlichen Verhältnisse (Vereinsrecht, Eigentumsregelungen …) tauchen hier sofort Spannungen auf, wenn wir an den klassischen Gemeindebau denken. Die Chance des Machtmissbrauchs wird evtl. vorprogrammiert.

    Segen!
    Dirk.

  8. xxee Says:

    Hallo Dirk!
    Das sind echt sehr gute und gebündelte Gedanken, die du da niedergeschrieben hast. Kannst du irgendwelche Bücher zum Thema Hauskirchen empfehlen?
    LG + segen anja

  9. dikosss Says:

    @Stef:
    Mir geht’s fast wieder normal – was nicht immer „hervorragend“ heißen muss. :-)
    Danke für Deine Nachfrage!

  10. Stef Says:

    Also ganz allgemein denke ich, dass das „Priestertum aller Gläubigen“ sich NICHT auf die Gemeindestruktur bezieht (so haben es zumindest die ersten Christen verstanden, siehe Kirchengeschichte), sondern auf unseren Zugang zu Gott. Ich muss das Thema mir nochmals genauer ansehen und studieren, bevor ich hier „endgültige“ Aussagen mache.

    Bislang habe ich aber das so verstanden, dass wir uns selbst „als lebendige Opfer Gott darbringen“ (ich glaube das steht sinngemäß so im Römerbrief). D.h., dass wir sowohl selbst Priester als auch Opfer sind. Der einzig wahre Priester und das einzig wahre Opfer, dass uns „selig“ macht ist natürlich nur Jesus Christus, der für unsere Sünden gestorben (und wieder auferstanden ist!).

    Jetzt ist kein „Opfer“ mehr nötig zur Rettung. Wir imitieren jedoch Jesus darin, dass wir genauso versuchen in unserem Leben ein „Opfer“ zu sein, das „Gott wohlgefällig“ ist.

    @Dirk:
    Das mit den „Blockzitaten“ habe ich von Königstochter gelernt. Man muss lediglich den Zitatblock mit den folgenden HTML-“Kommandos“ einschließen (eckige Klammern bitte durch spitze ersetzen): [blockquote]…[/blockquote] ;-)

    Zum Thema Älteste: Ich finde Deine Sich und Einstellung dazu klasse. Deshalb würde ich mich Dir auch ohne zu Zögern „freiwillig“ unterordnen :-)
    Spätestens aber, wenn ein Hirte (Pastor) Streitereien und Irrlehren in „seiner“ Gemeinde „bekämpfen“ muss (ja, dass ist (auch) seine bzw. ihre Aufgaben!), dann wird es ohne irgendeine Autorität nicht gehen. Und da ist der Schutz der „Herde“ (Gemeinde) wichtiger als möglicher Machtmissbrauch (dieser ist übrigens fast noch viel besser bei einem Ältestenrat, nämlich verdeckt, möglich) . So haben es übrigens die „ersten Christen“ auch verstanden und praktiziert (nachweisbar bereits im frühen 2. Jh. n.Chr bei z.B. Ignatius von Antiochien).

    Meiner Ansicht nach ist es eine irrige Ansicht zu denken, dass mit dem Abschluss des NTs alle notwendigen Entwicklungen in der Kirche abgeschlossen sind (bzw. sein müssten). Das Neue Testament (NT) wurde z.B. auch erst Mitte des 4.Jh. n.Chr in unserer heutigen Form (Kanon) „festgelegt“. Bitte baer nicht missverstehen: ich rede hier nicht von „neuen Offenbarungen“. Die Bibel als unsere gemeinsame Grundlage des Glaubens ist ABGESCHLOSSEN und dem darf NICHTS hinzugefügt (oder weggelassen)werden. Ich rede hier vom Wachsen des (geistlichen) Verständnisses (Bsp.: Dreieinigkeit, Abendmahl etc.) und der Anpassung der Kirchenorganisation an die Umstände (Verfolgung, Wachstum, Einheit etc.)

    Ich dachte früher auch, dass man die kirchliche Entwicklung ignorieren dürfte bzw. muss und sich bei ALLEN Fragen NUR an die Bibel wenden darf.
    Die Bibelist sicherlich die verbindliche Grundlage, aber sie (er)klärt NICHT ALLE praktischen Fragen, denen wir heute gegenüberstehen. Zudem ist die Entwicklung der Kirche mit dem NT NICHT abgeschlossen.
    Genauso wenig wie es heute der Fall ist.
    Das Problem, dass wir jetzt natürlich haben ist, herauszufinden, welche Entwicklungen gut und gottgewollt waren und welche nicht.

    Übrigens beharre ich weiterhin, dass Du ein außerordentliches Talent des Formulierens hast. :-) Im Gegensatz zu mir, sind Deine Artikel nie provozierend oder in irgendeiner Form lieblos oder einseitig. Das will ich gerne noch lernen (am Liebsten wäre mir jedoch ein Ghostwriter, der einfach meine Gedanken in gute Artikel übersetzt ;-) )

  11. dikosss Says:

    @xxee:
    Klick mal hier:
    http://oikejo.blogger.de/

    Links unten sind einige Buch-Tipps.
    Die Verfasser dieser Seite sind recht gut bewandert mit dem Thema. Die können Dir bestimmt auch ganz konkrete Bücher empfehlen.

    Segen!
    Dirk.


Comment: