Einheitsgedanken
Die Einheit der Christen - watt’n Thema!
Lange Zeit kein Thema für mich.
Nach meinen charismatischen Jahren kamen dann die Jahre in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Dort verstärkt kritische Stimmen zur Einheit, denn mancher befürchtete einen „Einheitsbrei“, eine nicht hilfreiche Gleichmacherei oder gar Einflüsse „von unten“ oder ähnlich schlimm: Einflüsse vom Vatikan.
Diese Skepsis hat mich ebenfalls geprägt. Ich prüfe nun mehr. Habe aber keine Lust, aus lauter Angst vor diesen oder jeden Strömungen das isolierte Zimmerchen zu suchen, bloß damit der möglicherweise aufkommende Sturm meine Frisur nicht durcheinander bringt.
Nein, so nicht.
Ich will Jesus – ich will leidenschaftlich für ihn leben. Da darf die Frisur gerne leiden.
Das „Einheitsthema“ hat mich nun neu angesprochen.
Zuerst über storch, der hier sogleich ein paar links mehr empfiehlt.
Und jetzt, noch aktueller, über Stefan, der sich hier wirklich sehr ausführlich Gedanken gemacht hat.
Werde ich was Neues zum Thema beisteuern können?
Ja, weil ich das Thema neu für mich entdecke und meinen Stil einbringen werde.
Nein, weil ich inhaltlich wohl nicht viel Neues bringen werde.
Nun aber, nachdem wir beim Hörscreening für unser Baby waren (totaler Schwachsinn – die stellen nur fest, ob das Baby hört! Das wussten wir vorher schon), ich mit zwei anderen in der Frühe gebetet habe (das erste Mal seit längerer Zeit, dass ich beim Beten spürte: Gott handelt! Super! Da geht was!) und ich an der Predigt für unsere nächste Gottesdienst-Feier gearbeitet habe und bevor das Grillen bei meinen Schwiegereltern beginnt, hier ein paar erste Gedanken zum Thema:
„…und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens…“
(Eph.4,3)
Paulus schreibt den Christen in Ephesus.
Er scheint von den Christen dort angetan zu sein.
Aber es macht den Eindruck, dass sie Tendenzen haben, ihr altes Leben weiter zu leben;
es mit dem neuen Leben durch Jesus nicht ganz so ernst zu nehmen.
Das führt vereinzelt zu Konflikten, zum Streit und zur Unruhe.
Ja, das ist immer so, wenn Menschen zusammenkommen.
Aber bei den Christen sollen andere Spielregeln herrschen.
In diese Situation schreibt Paulus hinein:
Haltet die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens fest!
Bewahrt die Einheit untereinander!
Durch das Band des Friedens, das Jesus Christus durch den Kreuzestod zwischen Gott und uns und zwischen uns geknüpft hat.
Nach Vers 3 bringt Paulus dann eine Art Charta des gemeinsamen Bekenntnisses:
ein Herr, ein Geist, eine Taufe …
Als würde er sagen wollen:
„Ey, hört doch mal auf, Euch wegen Pillepalle zu zoffen!
Macht Euch bewusst, dass Ihr EINEN gemeinsamen Nenner habt!
Das haltet fest und respektiert Euch trotz der anderen Unterschiede!“
Nun – Paulus ging es nicht nur um ein romantisches „Was sind wir doch alle lieb“-Feeling.
Es ging ihm sehr wohl auch um eine theologische Einigkeit:
Ein Herr, ein Geist, eine Taufe …
Ich weiß nicht, ob sich Paulus vorgestellt hat, wie kompliziert es in der Kirchengeschichte noch werden würde und um was für theologische Spitzfindigkeiten es gehen sollte -
dass wir selbst um solch einfachen Formulierungen von Paulus heutzutage feilschen können.
Mir aber sagen diese Verse:
Die landeskirchliche Ordnung hat einige Systemfehler,
die Baptisten zoffen sich nun intern wegen ihrer Tauffrage,
die Pietisten sind oft viel zu spröde und misstrauisch,
die Charismatiker tun so, als könnten sie unentwegt auf „Wolke 7″ schweben …
watt sind wir alle bekloppt -
ABER: dennoch haben wir eine gemeinsame Basis.
Daran haltet fest!
Deshalb können wir zusammen beten, leben und arbeiten.
Tags: Christen, Einheit, Gemeinde
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