Predigtsuche

In einem an sich sehr guten Büchlein zum Thema „Gemeindegründung“ las ich, dass es sinnvoll sei, seine Zeit nicht allzu viel mit Predigtvorbereitungen zu vertun, sondern die Predigten anderer zu kopieren und seinen eigenen Stil einzuarbeiten. Das spare Zeit, die man in Beziehungen investieren könne.
Hört sich echt super an.

Allerdings führte das dazu, dass ich nach meinen heutigen Studienarbeiten (das Fach „Psychologie und Seelsorge“ ist nun abgeschlossen) einige Zeit im Internet gesucht habe, aber einfach nix Passendes gefunden habe.
Entweder kosten die Predigten was.
Oder sie passen nicht wirklich zu dem, was ich gerne weitergeben würde.
Oder sie sind sowas von entfernt von meinem Stil, dass eine Umarbeitung quasi eine Neuerschaffung wäre.

Das heißt: Bis ich eine Predigt gefunden habe, die annähernd zu mir und meinen Anliegen passt, ist so viel Zeit vergangen, dass ich schon längst einige Schritte mit meiner eigenen Predigtvorbereitung weitergekommen wäre.
Wieder eine Erfahrung mehr!

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6 Comments on “Predigtsuche”

  1. Deborah Says:

    :-D Ich sag dir: ich höre den Teil der Predigt der abgeschrieben ist heraus, ich höre den Teil der zusammengesucht ist, um einen Punkt zu betonen mit einem kernigen Satz, – und ich höre was vom Prediger selbst stammt…..und warte darauf, was frisch vom HErrn in einer Predigt ist…oft umsonst.

    Anstrengend und wenig erbaulich. nicht echt.

    Beim Schreiben fällt es mir nicht ganz so deutlich auf.

    Das Volk sollte Manna für einen Tag sammeln. Alle die sich nicht daran hielten hatten gestriges Verfaultes in ihren Töpfen.
    Ausnahme: Shabbat.

    Da bin ich ganz sensibel und empfindlich.

  2. dikosss Says:

    Hi Deborah!

    Habe mich nun an „meine“ Originalpredigt gemacht! .-)

    Anfangs war es auch mein Ehrgeiz, der mich dazu trieb, eine „eigene“ Predigt abzuliefern.
    Mittlerweile spüre ich aus zeitlichen Gründen durchaus die Bereitschaft, zu kopieren.
    Aber:
    Es hilft nix.

    Deswegen will ich mich von Gott inspirieren lassen.
    Und wenn dann der Großteil meiner Predigt steht, schaue ich durchaus mal, wie andere es machen. Manchmal gibt das noch eine gute Idee.

    Ansonsten geht es mir ähnlich wie Dir.
    Ich spüre vielleicht nicht, was vom Prediger ist oder von Gott.
    Aber ich merke, ob der Prediger selbst von der Botschaft berührt ist oder ob er einfach seinen Job macht.
    Das Erste berührt mich meistens – das letzte lässt mich eher kalt.

    Viel Segen für Dich!
    Dirk.

  3. Stef Says:

    Hi Dirk,
    ich kam ja bislang noch nicht in den Genuss, von Dir eine Predigt zu hören :-) Aber, was ich bislang von Dir gelesen habe fand ich klasse. Also wäre mir natürlich eine Originalpredigt lieber als eine Abgekupferte.

    Andererseits finde ich es gut, wenn man regelmäßig in den Predigten auch die Bibel versweise auslegt so wie das die Kirchenväter früher gemacht haben.
    Von denen zu kopieren und zu überarbeiten ist sicher keine Schande, sondern ganz im Gegenteil sogar sehr empfehlenswert.
    Besser Bibel auslegen und Predigen konnte m.E. kaum jemand außer Johannes Chrysostomus (siehe BKV im Internet). Du weißt ja, dass ich ein Fan von ihm bin :-)
    Stefan

  4. Stef Says:

    PS: Deine Blog-Uhr geht übrigens mal wieder signifikant falsch :-(

  5. Matthias Says:

    Mein Homiletiklehrer gab uns einen „unchristlichen“ Rat: Klaut was das Zeug hält. Besser gut kopiert als schlecht selber gemacht.
    Das habe ich beherzigt und bin sehr gut damit klar gekommen. Die Zeiterspranis hält sich in Grenzen und dürfte wohl nicht das Hauptargument sein.
    Die Bücher von John Ortberg sind gesammelte und überarbeitete Predigtreihen. Diese habe ich nach Aufbau und Methodik mal untersucht. Interessant fand ich, dass er oft eine neutestamentliche Aussage mit einer Geschichte aus dem AT kombinierte. Das hat mir sehr weitergeholfen.

    Außerdem predigte ich schon Wilhelm Busch „Spuren zum Kreuz“ und Erwin Lutzer (Unvollkommene Heilige) nach. Beides beim CLV Verlag zum kostenlosen download.
    Die Reaktionen der Zuhörer war im Regelfall positiv. Ich finde nachpredigen gut, weil man nicht so schnell in der Gefahr ist „sein“ Thema über das Maß zu predigen.
    Selbstverständlich sollte sein, dass man auch eine überarbeitete Predigt im Gebet und in Gottes Gegenwart schreibt.

    @Deborah: Für mich gehört es zu einem ehrlichen Umgang mit der Gemeinde zu Beginn der Predigt darauf hinzuweisen, dass man abkupfert, evtl. auch Literaturangaben zu machen. Und ich mache deutlich, warum mich dieser fremde Text so begeistert hat. Dann ist es auch nicht mehr gekünstelt oder unecht. Und das einiges in der Predigt schnell gefüllt werden muss oder einfach eingebaut wird ohne es gründlich vorher zu bearbeiten hängt mehr mit der Gemeinde als mit dem Prediger zusammen. Leider wird für die Predigtvorbereitung dem Prediger zu wenig Zeit zugestanden.

    @Dirk: Einen biblischen Beleg habe ich noch nicht entdeckt. Aber heute kann man ja alles aus der Bibel rauslesen. Wenn ich nur lang genung suche … :-)

  6. Deborah Says:

    Die kürzeste Predigt, die mir bekannt ist: „Liebet einander!“

    Kennt ihr die Story? Ich kann sie nur ungefähr wiedergeben.

    Der betreffende Pastor hatte vom HErrn den Auftrag, nur das zu predigen. Er sagte den Satz und setzte sich wieder auf seinen Platz.
    Die Gemeinde war irritiert.
    Das ging mehrere Wochen so. Bis die Predigt dann gezündet hat und sie anfingen, darüber nachzudenken und das umzusetzen.

    ;-)


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