Bin zur Zeit an der Predigtreihe zum Thema “Liebe” dran.
Zuerst steht die Liebe Gottes für uns.
Und ein Thema dieser Liebe Gottes ist die Vaterliebe Gottes.
Was ist in Sachen “Vaterliebe Gottes” bei Mose zu erkennen?
Wenn es um die Vaterliebe Gottes geht, dann wäre man versucht, den Klassiker “Der verlorene Sohn” (Geschichte aus dem Lukas-Evangelium) zu bringen.
Fand ich aber zu langweilig.
Viel spannender ist es, sich einzelne Biografien von biblischen Gestalten anzuschauen und sich dabei die Frage zu stellen:
Was erkennen wir an diesem Leben zur Vaterliebe Gottes?
Da wird’s nämlich schon schwerer – z.B., was das Leben von Mose betrifft.
Wir könnten sämtliche Schattenseiten hervorheben:
- Mose wurde schon als Baby (kurzfristig) von seiner Mutter getrennt.
- Mose wuchs scheinbar vaterlos auf.
- Mose wurde zum Totschläger.
- Mose “vergurkte” 40 Jahre in der Wüste Sinai – als Schafhirte. Langweilig!
- Mose wurde von Gott überredet, sich in den Konflikt mit dem Pharao zu begeben, obwohl Mose zuerst allerlei Befürchtungen hatte.
- Mose erlebte existenzbedrohende Ereignisse – mehrmals!
- Mose sollte Verantwortung für Tausende von Menschen tragen, die in ihrer Masse eher mürrisch, meckernd und undankbar waren.
- Mose erfuhr, dass sich zeitweilig sogar engste Vertraute gegen ihn wendeten.
- Mose musste mit diesem “beschränkten” Volk 40 Jahre durch die Wüste wandern.
- Mose durfte zuletzt noch nicht mal in das verheißene Land.
Man könnte sagen:
“Watt’n Scheiß-Leben! Wo ist da die Vaterliebe Gottes?”
Was erkennst Du zu dieser Vaterliebe Gottes im Leben von Mose?
Ich sehe das:
- Obwohl Tausende von Babys in Ägypten getötet werden sollten, überlebte er.
- Ironischerweise zahlte der Pharao sogar für Moses Ausbildung und Lebensunterhalt.
- Mose traf in der Wüste Sinai eine Frau, mit der er eine Ehe gründen konnte (an alle Singles: auf in die Wüste Sinai – da laufen Heiratswillige herum!).
- Mose hatte einen ruhigen Job – 40 Jahre in einem “Unternehmen”!
- Gott begegnete Mose auf dramatische Weise – so mancher Zweifler von uns würde sich solch einen Gottesbeweis wünschen. Mose durfte Gott sehr eindeutig erfahren!
- Gott traute Mose den Dienst des “Menschenhirten” zu – Er sah sein Potential und seine Fähigkeiten und setzte sie zum Segen für Tausende.
- Gott bewahrte Mose in den existenzbedrohenden Momenten.
- Gott ließ Mose kurz vor seinem Tod wissen: Das Volk Israel kommt in das verheißene Land! Die Mühe hat sich gelohnt!
Gottes Vaterliebe im Leben von Mose zeigte sich m.E. so:
- Obwohl Mose durch den Totschlag schwere Schuld auf sich geladen hat, hat Gott ihn nicht verworfen, sondern dennoch Sinnvolles aus seinem Leben gemacht. Vaterliebe gibt seinen Kindern immer wieder Chancen.
- Gott ließ Mose 40 Jahre als Schafhirte trainieren: leiten, führen, kümmern, Geduld lernen … bis Mose so weit war, um auch Menschen zu leiten. Vaterliebe erkennt die Fähigkeiten der Kinder und fördert die Kinder in dem, was sie gut können.
- Gott hat Mose immer wieder bewahrt und geschützt. Vaterliebe lässt uns zwar auch an das Limit gehen, aber die schützende Hand ist dabei.
- Mose lernte Gott so gut kennen, dass man sagte: Sie reden von Angesicht zu Angesicht und Mose ist ein Freund Gottes. Ein Freund der Schöpfers von Himmel und Erde! Wow! Vaterliebe sehnt sich nach Gemeinschaft mit uns.
- Vaterliebe prägt! Sie prägte Mose so sehr, dass er vor Gott ausrief: “Vernichte lieber mich als dieses Volk!” Obwohl sie ihm so viel Mühe gemacht haben, liebte Mose dieses Volk. Vaterliebe führt uns dazu, selbst die Halsstarrigen zu lieben – auch, wenn es Leid bedeutet (somit gilt auch: Vaterliebe verschont uns nicht vor Leid).
Was siehst Du?
Schlagworte: Gott, Leben Mose, Mose, Predigt, Vaterliebe, Vaterliebe Gottes, väterliche Liebe Gottes, Volk Israel
August 12, 2008 um 3:25
“Mose traf in der Wüste Sinai eine Frau, mit der er eine Ehe gründen konnte (an alle Singles: auf in die Wüste Sinai – da laufen Heiratswillige herum!)”
Ich hab’ in “meiner Wüste” auch gute, treue Freunde gefunden.
August 12, 2008 um 4:40
Hi Dirk,
toll herausgearbeitet!
Wann gibt es Deine Predigten als MP3?
Stefan
PS: Kann man Dich auch mal telefonisch erreichen (mir ist bewusst, dass Du jetzt sicherlich alle Hände voll zu tun hast mit Eurem Zweiten, aber dennoch :- ) )
August 13, 2008 um 9:37
@JNi.:
Stimmt, da ist was dran – guter Gedanke: Gerade in “Wüstenzeiten” kann sich zeigen, wer Freund ist.
@Stefan:
Ja, hast Recht, zur Zeit ist viel los! Wir müssen als Familie grad’ schauen, wie wir zusammen einen Rhythmus hinbekommen. Haben die ersten 1,5 Wochen schon rum!
Aber bin teilweise schon an der Grenze. Kam gar nicht mehr zum Studieren. Habe auch für den Gemeindebau in Staaken nur das Nötigste gemacht…
sobald ich mehr Freiraum sehe, melde ich mich bei Dir mal wegen der Telefonnummer. Hoffe, dass wir in 2-3 Wochen so weit sind!
Viel Segen für Dich und Deine Familie!
Dirk.
August 13, 2008 um 10:50
Freu’ mich schon drauf, wenn es mal klappt mit Telefonieren.
Bis dahin viel Kraft und Gottes Segen!
Stefan