Hilft Fürbitte wirklich?

Die entsprechenden Studien zum Thema „Wirksamkeit von Fürbitte“ sind schon etwas älter und einigen von Euch sicher bekannt.
Hier (wikipedia) gibt es eine hilfreiche Übersicht über solche Studien.
Das vorläufige Endergebnis:
Eine Wirksamkeit von Fürbitte lässt sich bislang nicht nachweisen.

Das veranlasst manche dazu, einen eindeutigeren Beweis zu fordern.
So könne man doch für das Nachwachsen von fehlenden Gliedmaßen beten (Süddeutsche).

Andere wollen das Ergebnis so nicht hinnehmen. Man müsse schließlich noch andere Faktoren beachten. So könne Gebet auch andere, sozusagen nicht-erbetene Auswirkungen haben (forum-pfarrblatt).

Tja – ist die Fürbitte nun Illusion? Sprechen die Studienergebnisse womöglich dafür, dass es letztlich keinen Gott gibt?

Meine These:
Meines Erachtens stimmen schon die Prämissen nicht.
Denn was ist Gebet im Wesentlichen?
Es ist Gespräch mit Gott.
Wozu also beten?
Antwort: Um die Beziehung zu Gott zu pflegen.
D.h.: In erster Linie geht es beim Gebet nicht darum, dass Gott unsere Wünsche erfüllt.
Es geht in erster Linie darum, diesen Gott kennenzulernen bzw. Gemeinschaft mit Gott zu haben.

Die Fürbitte ist ein Aspekt des Gebetes.
Und tatsächlich sind wir laut Bibel zur Fürbitte aufgefordert.
Aber was ist das vorrangige Ziel der biblischen Fürbitte?
Antwort: Dass Menschen Gott kennenlernen – Christen sollen Gott besser kennenlernen und andere Menschen sollen überhaupt das erste Mal diesem Gott begegnen.
D.h.: Bei der Fürbitte gemäß Bibel geht es gar nicht darum, dass möglichst viele Menschen körperlich heil werden.
Es geht in erster Linie darum, dass Menschen in der Beziehung zu Gott heil werden.

Natürlich gibt es auch biblische Belege für Krankenheilungen.
Jesus Christus konnte aus der Distanz heilen.
Und m.E. ist es einer der Aufträge von Christen, u.a. für die körperliche Heilung von Menschen einzustehen, sprich: dafür zu beten.

Dennoch hat Gott nach meiner Erkenntnis nie eine entsprechende Erfüllungsgarantie in Sachen „Gebet für Heilung“ gegeben. Es gibt in der Bibel keinen „Heilungs-Automatismus“.
D.h: Auch eine Vielzahl von Gebeten führt nicht zwingenderweise zur körperlichen Besserung oder Heilung.

Was heißt das bezogen auf solche „Gebets-Studien“?
Die Arbeitshypothesen dieser Studien scheinen zu sein, dass Gott in jedem Fall körperliche Heilung bewirken wolle und dass die Fürbitte das Mittel sei, um Gott zum Handeln zu motivieren.
Gemessen am biblischen Befund stimmen diese Hypothesen aber nicht.
Ja, Gott kann körperliche Heilung schenken! Nicht erst im Himmel! Wir dürfen uns im Gebet darauf stützen, dass in und durch Jesus Christus die völlige Heilung bewirkt wurde.
Ja, das Gebet scheint das Mittel zu sein, um mit Gottes Hilfe etwas zu bewirken.
ABER:
Es gibt keinen Automatismus. Es gibt keine Heilungs-Garantie zu Erdenzeiten.
Der Zweck des Gebetes ist nicht in erster Linie, dass wir Gott zu etwas bewegen, sondern dass wir Ihn kennenlernen. Die Fürbitte zielt nicht in erster Linie auf körperliche Heilungen ab, sondern es geht zuerst um die Heilung der Gottesbeziehung (manchmal geschieht das sicherlich auch auf dem Weg der körperlichen Heilung).
Insoweit hätte der Studieninhalt auch darin bestehen können, dass man 1000 Kerzen aufstellt und Gott durch Dutzende von Fürbittern dazu bewegen will, dass Er doch wenigstens 10 dieser Kerzen „wie aus dem Nichts“ anzünden möge.

Kurzum:
Gemessen am biblischen Befund hätte man sich das Geld für diese Studien sparen können.

P.S.
Können wir dann die Fürbitte für körperlich Kranke gleich sein lassen?
Nein – allein unser Mitgefühl für andere wird uns zum Beten motivieren.
Und in manchen Fällen heilt Gott auch auf wundersame Weise.
Aber allein das Gebet könnte zu wenig sein.
Viel besser schiene mir das Gebet UND das ganz praktische Kümmern um den Kranken.
Zumindest betont Jesus das in Matthäus 25,35 ff.

P.P.S.
Möglicherweise wurde eines bei diesen Studien versäumt:
Markus 16,18 – das Auflegen der Hände.

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4 Comments on “Hilft Fürbitte wirklich?”

  1. Deborah Says:

    P.P.P.S und es wurde möglicherweise versäumt, Gott zu fragen: willst du diese Studie?

    Oft meinen es Menschen gut, haben nicht gefragt, und erwarten dann, dass Gott ihren Alleingang segnet und sich dazu stellt.

    Es geschieht nicht durch Heer oder Macht, sondern durch Gottes Geist.

    Vor drei Jahren bin ich fast an einer Medikamentenunverträglichkeit gestorben. Als mein Mann für mich betete , sah ich einen dicken Tropfen gelbes Öl in einem Bildeindruck in mich fließen und ich spürte die belebende Kraft Gottes und die Zuversicht, es wird wieder gut, obwohl ich mich noch nicht gleich aufgrund der Nervenbeeinträchtigung und Muskelschwäche erheben konnte. Das einzige Gegenmittel gegen dieses Medikament war Wasser. Vom Gebet an konnte ich auch wieder trinken.

    Der Name des HERRN, JHWH-Rapha(Arzt), sei gelobt.

    lg
    Deborah

  2. Deborah Says:

    Inzwischen ist bei mir ein link angekommen, der diese „Heilungsstudien“diskussionen (einige gibt es auf Jesus.de im Wissenschaftsforum…) in ein ganz anderes Licht rückt. es geht mMn um einen grösseren Rahmen, in dem diese unglücklich aufgebaute Studie eingesetzt wird, um die Gedankenmuster der Postmoderne zu verbreiten. Wer mag und die technische Ausrüstung dazu hat, schaue doch mal in die Lehrpredigt von Simone Zimmer, tos-Tübingen, hinein:Thema Zeitgeist.

    http://www.tos-tv.eu/de/archiv.htm

    Das beleuchtet evtl auch Hintergründe von Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Salamitaktiken…..

    lg
    Deborah

  3. Peter Says:

    das Gebet ist und bleibt immer ein großes Thema.
    Wenn ich so in der Münchnerfußgängerzone stehe und mit Menschen spreche
    frage ich immer ob so sie beten. Das ist in der heutigen Zeit der der beste Einstieg für ein evangelistisches Gespräch. Nur ganz wenig Menschen sagen nein. Selbst Werbefachleute gebrauchen dies so z.B.Premiere.
    Habe übrigens einen Artikel auf meiner Seite.
    Thema eure Gebete wurden erhört.
    Gruß und alles gute für euren Dienst aus München
    Peter


  4. [...] Verlinkungen By dikosss o Storch behandelt hier die MANTRA II-Studie (nein – nicht: MANTA!). Er kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie ich. [...]


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