Wenn nix mehr geht

Obiges stellen manche Paare für sich fest. Auch Christen, die zusammen in der Ehe leben.
Zig Anläufe, ein paar Therapien, betende Christen im Hintergrund …
aber manches Paar macht dennoch die Erfahrung:
Es geht nicht mehr.
Über die Jahre hat sich zu viel angesammelt.
Ehepaare, die an ihren Schwächen scheitern und nach vielen Jahren des Versuchens und Kämpfens den Bankrott erklären: „Ich will nicht mehr! Ich habe keine Hoffnung mehr! Ich kann nicht mehr!“

Ich habe solches mitbekommen. Gott sei Dank, nicht in meiner Ehe.
Und je mehr ich mich dem einzelnen Betroffenen annähre, desto weniger fühle ich mich in der Lage, „schwarz-weiß“ zu denken – geschweige denn, zu urteilen.
Ich spüre Trauer und Ohnmacht.
Das, was der eigentliche Weg wäre, nämlich das Gewinnen der Partner für ihre Ehe, scheint nicht mehr zu funktionieren. Es ist aus.

Sünde ist es. Es geht sogar um Ehebruch.
Zum Teil sind neue Partner schon in Sicht.
Aber Schuldzuweisungen wären zu einfach.
Ein „freies“ Gewährenlassen ebenso.

Welche Antwort haben wir Christen auf zerrüttete Ehen?
Verdammen wir? Begleiten wir?
Begleiten wir auch dann, wenn Menschen selbstverschuldet in der Krise sind?
Schließen wir solche Menschen aus? Würde es was helfen?

Die biblische Antwort scheint klar:

- Ehebruch ist Sünde.
Aber wer hat angefangen? Derjenige, der die Ehe längst aufgegeben hat? Oder derjenige, der dann sichtbar den Bruch begeht?
- Ehebrecher haben keine Freiheit, sich noch einmal zu verheiraten.
Aber wenn der neue Partner tatsächlich eine Art „Traumpartner“ ist? Wenn man in der Ehe „alles“ versucht hat, aber der Ausblick auf eine lebenslange unglückliche Ehe jemanden in die Verzweiflung treibt und der neue Partner genau die Sehnsüchte zu erfüllen scheint, nach denen man sich jahrzehntelang vergeblich verzehrt hat?
- In der Gemeinde sollen wir einander begleiten, korrigieren und trösten.
Aber wenn das Korrigieren zu spät kommt? Schon an anderen Stellen früher einiges versäumt wurde, was nun nicht mehr nachholbar scheint?

Das sind nur einige der Fragen, auf die ich zur Zeit keine Antworten habe.
Tendentiell will ich lieber barmherzig sein als streng.
Aber ebenso will ich die Weisungen Gottes ernst nehmen. Ich habe keinen Bock, mir eine Mitschuld aufzuladen und eine Gemeinde auf eine falsche Fährte zu locken, nur weil ein paar Leute ihre Beziehungen nicht gebacken kriegen.

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10 Comments on “Wenn nix mehr geht”

  1. Peter Says:

    kein einfaches Thema.
    Suche selbst noch nach einen guten Artikel für meine Seite

  2. Stefan Says:

    Ich bete für Euch!
    Stefan

  3. Deborah Says:

    schweres Thema. Hab gerade ein bisschen mit Gott darüber nachgedacht.
    Ergebnis:

    Hast du schonmal über Enttäuschung und Vergebung, Ent-Täuschung und Vergebung und Ent-Täuschung und Dank gepredigt?

    Das nimmt von allen Seiten den ersten Druck.

    Segen
    Deborah

  4. dikosss Says:

    @Peter:
    Wenn Du was Sinnvolles dazu findest, dann sage mir bitte Bescheid!

    @Stefan:
    Danke, danke, danke!

    @Deborah:
    Habe noch nicht so direkt darüber gepredigt.
    Muss aber auch dazu schreiben:
    Für den aktuellen Fall wüsste ich nicht, ob es was hilft, zumal eine der betroffenen Personen nicht bei unseren Treffen ist. Es würde die Person hören, die bekannt hat, sich ggf. wieder zur Ehe zu stellen – aber die andere, abwesende Person hat mir kundgetan: „Ich will nicht mehr!“

    Was mir so viel Bauchschmerzen macht, ist, dass ich sehe:
    Die Betroffenen scheinen ohne einander tatsächlich glücklicher zu sein.
    „Endlich“ ist das Ende der Ehe da.
    Und während eben die eine Person die Ehe innerlich schon längst gekündigt hat, hat die andere Person die Ehe nun durch den sichtbaren Ehebruch gekündigt… und scheint jemanden gefunden zu haben, der so gut zu passen scheint, dass man denkt: „Warum haben nicht die beiden geheiratet?“

    Gott – was willst Du?
    Ein harter Kurs? Die Betroffenen (den ehebrechenden Part samt neuem Partner) ausschließen?
    Folge: Wir sind sie los und haben’s ihnen gezeigt. Sie suchen sich wohl eine andere Gemeinde.
    Ein softer Kurs? Die Betroffenen in unseren Reihen willkommen heißen?
    Folge: Wenn wir solche (auch verständlichen) Sünden dulden, wo sollen wir dann Grenzen ziehen? Wie ernst nehmen wir da noch die Weisungen Gottes?
    Mittel-Kurs? Sie dürfen dabei sein, aber leitende Mitarbeit ist nicht okay und es sind einige begleitende Gespräche zu führen?
    Folge: Sehr spannungsgeladen, recht aufwändig und für Außenstehende nicht unbedingt nachvollziehbar.

    Abgesehen davon würde in 1-2 Jahren die Frage auftauchen:
    „Und – würdest Du, Dirk, jetzt die Trauung bei uns zelebrieren?“
    Und dann?
    Ehebrecher verheiraten?
    Und das, wo die Wiederheirat laut Bibel ausgeschlossen ist (Ausn.: Opfer eines Ehebruchs und der Verstoß durch einen Ungläubigen)!

    Segen für Euch!
    Dirk.

  5. Deborah Says:

    Ich habe den Impuls rausgegeben,
    a) für dich, weil du klarer denken und vom HErrn hören kannst, wenn du deine Enttäuschung in der Sache behandelt hast
    b) Enttäuschung basiert auf Wunschvorstellungen, in Ehen auf eigenen und oft auf denen der Eltern. Soll man diese falschen Basisideale in einer neuen Beziehung über kurz oder lang wieder erleben, weil nicht in der Seele aufgeräumt ist?
    c) es besteht die Möglichkeit, dass die Herzen berührt werden und etwas entsprechendes passiert.
    d) Singles und Paare der Gemeinschaft werden zum Selbstcheck herausgefordert, bevor sie in dieselbe Falle schliddern.

    Es sind Geschwister, deren Eheschiff getrandet ist. Was macht man mit Schiffbrüchigen?
    Wann hat Paulus ausgeschlossen? bei innerfamiliärem Beischlaf (Sohn zu Mutter/Stiefmuter)! bei Ehebruch ist mir gerade kein Beispiel bekannt. Steinigung ist auch heute bei Jesus keine Option…..man kann sehr gut mit Worten steinigen…..

    Sünde benennen……konfrontieren……den Sünder zurechtlieben……Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde.

    Durch eine Enttäuschungspredigt gibts du Hilfen, einen klareren Kopf zu bekommen und der Schiffbruch kann besser verstanden und verarbeitet werden. Vergebung wirkt öfters Wunder. :-)

  6. Dirk Says:

    @Deborah:
    okay, verstehe jetzt besser, was Du meinst!
    Werde darüber nachdenken und Gott um Weisheit bitten!
    Danke für Deinen Rat!

    Segen!
    Dirk.

  7. Stefan Says:

    Moin’ Dirk,
    meiner Meinung nach ist Dein Kurs genau richtig.

    Ich finde es zwar menschlich verständlich, wenn ein Ehepaar, dass nicht mehr miteinander auskommt und sich nicht mehr „liebt“, sich trennen will. Und dass sie sich glücklicher in einer neuen, „besseren“ Beziehung fühlen.

    Solche Themen sind einer der schwierigsten überhaupt in einer christlichen Gemeinde. Wer will schon seine Geschwister „unglücklich“ sehen, geschweige denn „machen“?.

    Dennoch: der Unterschied zur Welt ist, dass Christen eben anders handeln. Das wirkt in den Augen der Welt dumm und unverständlich. Vielleicht auch lieblos. Kann ich nachvollziehen. Die Welt sieht eben nur das Sichtbare, nicht aber das Unsichtbare, das Ewige.

    Aber was würde ein Nichtchrist zu dem Gebot Jesu sagen: „Wenn dich jemand auf die linke Wange schlägt, dann halte auch die rechte hin“? Oder „Verflucht nicht die, die euch Unrecht angetan haben und euch hassen, sondern segnet sie“?

    Gottes Liebe hängt NICHT (allein) von Gefühlen ab. Gott liebt uns, weil Er uns lieben will. Er hat sich dazu entschieden. Und deshalb tut Er auch denen Gutes, die Ihn hassen.
    Wir Christen sollen vollkommen werden „wie der Vater im Himmel“. Wir sollen Ihm ähnlich werden.

    Die Ehe ist ohne Frage nicht nur „himmlisch“, sondern auch eine große Herausforderung für Mann und Frau. Hier können Christen zeigen, ob sie Gott wirklich vertrauen und lieben. Ob sie lieber Leid ertragen als Gottes gute Gebote verletzen.

    Gott segne Dich für Deine Konsequenz,
    Stefan

  8. Stefan Says:

    PS:
    Wenn jemand denkt, dass die Entscheidung zu hart sei, Christen, die Ehebruch begehen und davon nicht lassen wollen aus der Gemeinde auszuschließen, der lese nochmal Apg. 5! Gott ließ Hananias und Saphira wegen einer „bloßen“ Lüge (sofort!) sterben. Und dass, obwohl die beiden sogar bereit waren, viel Geld für die Bedürftigen zu spenden. Das geschah damals zur Warnung in der Gemeinde, dass man Sünde nicht verharmlosen darf. Gott wollte damit klarmachen, dass Sünde ernste Konsequenzen für die Ewigkeit hat, auch wenn Er die Strafe in dem irdischen Leben i.d.R. noch nicht vollzieht, weil ER uns aus Liebe und Langmut noch eine Chance der Umkehr schenken möchte.

    Es geht also ganz allgemein um Sünde. Ehebruch ist „nur“ eine von Vielen. Unehrlichkeit, Unbarmherzigkeit ist in Gottes Augen genauso schlimm. Aber Ehebruch macht eben das Ausmaß der Sünde besonders deutlich. Nicht nur für Christen, sondern auch für Nichtchristen.

    Connie (meine Frau) hat mich übrigens noch darauf hingewiesen, dass es ja auch noch eine Alternative zu Ehebruch und Scheidung bei Ehekrisen gibt: die (räumliche) Trennung des Paares (einer von beiden zieht aus). Hierbei wird die Ehe nicht verletzt und das Leid ist für beide Seiten vielleicht etwas erträglicher. Und es besteht immer noch die Möglichkeit, dass eine Aussöhnung erfolgt und man wieder zusammenziehen kann.

    Christsein ist eben nicht immer leicht. Das hatte Jesus auch nie versprochen. Ganz im Gegenteil (sinngemäß zitiert): „Wer nicht bereit ist mich unendlich mehr zu lieben als Vater und Mutter und sein Kreuz auf sich zu nehmen (d.h. bereit sein für Jesus zu sterben), der kann nicht mein Jünger sein!“

  9. Charly Says:

    Wenn ihr wollt, schaut euch mal diese Website an:

    ohne Beratungsangebot: http://www.christ-und-scheidung.de.vu/
    mit Beratungsangebot: http://www.christl-lebensberatung.de/

  10. Kochy Says:

    Hallo!

    Im Grunde geht es nur mit Vergebung den Lebensweg als Ehepaar zusammen zu gehen. Des weiteren sehe ich das Problem mit der Achtung des anderen Partners. Wurde er noch höher geachtet und als man selber? Selten gibt es dann auch ein gemeinsamens regelmäßiges Gebetsleben und die Beziehung zu Jesus ist gestört.

    Wenn sich also über die Jahre viel angesammelt dann bleibt nur die Vergebung und das Fundament Jesus Christus. EIGENTLICH GANZ EINFACH!

    Wenn man sich nun doch trennt, dann nicht in Bitterkeit! Denn wir Christen sind ein heiliges Volk, BRÜDER und SCHWESTERN (auch als Eheleute) und wir sollen vergeben. Eben die Vergebung bindet zusammen und mit Jesus als Fundament in einer Beziehung ist Scheidung eigentlich unmöglich. VERGEBUNG und nochmals Vergebung und die Ehe steht wie eine „1″ in der Brandung.

    kochy


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