Spannend & entspannend!
1. Türkiye! Türkiye! Türkiye!
3:2.
Watt ‘ne Jagd!
Tut mir immer leid für die Gegner. Die gucken oft so traurig.
Aber in meiner Position als zunehmender Türkiye-Sympathisant habe ich mich gefreut.
Spannend!
2. Das Samstag-Treffen im Kiez war entspannend.
Ein paar Kernies (Mitglieder des Kernteams). Ein paar Gelegis (gelegentliche Gäste). Ein paar Gemeindis (Leute, die das als ihre Gemeinde sehen). Eine Frischi (eine junge Dame, die frisch dabei ist und scheinbar sehr interessiert an Jesus ist). Und ein Paar Warmies (ein christliches Paar aus Staaken, mit denen wir warmwerden wollen, um gemeinsam Gemeinde leben zu lernen).
Und: kein Querschläger.
Ist echt selten!
Irgendwie entspannend.
3. Letzten Donnerstag hatten wir das Gespräch mit dem Pfarrer vor Ort.
Es war freundlich und höflich.
Aber es wurde deutlich: organisatorisch geht es nicht unter dem Dach der Landeskirche.
Es scheitert an der Taufordnung (und der entsprechenden Theologie dahinter).
Wir werden den Saal wohl zum Ende des Monats räumen müssen.
Eventuell haben wir einen anderen Kiez-Raum als Alternative.
Spannend.
Auch, wenn ich in letzter Zeit viel von „einfacher Gemeinde“ schwärme (ganz viel dazu bei Richard und auch bei Tom), sehe ich es dennoch als sinnvoll an, räumlich im Kiez präsent zu sein.
Das heißt: ein „Ja“ zur dynamischen Gemeinde, die ihren Schwerpunkt im Wohnzimmer hat.
Aber auch das „Ja“ zur Gemeinde, die sich mehr im öffentlichen Bereich trifft.
Denn das ist ja gerade das Einfache bei der einfachen Gemeinde, dass es weniger um den Ort der Versammlung geht, sondern vielmehr darum, dass sich Gemeinde versammelt und der Schwerpunkt auf den Beziehungen liegt.
Wenn es passt, dann ist es im Kiez. In einer Kneipe. Im Wohnzimmer. Im Jugendclub…
entspannend.
4. Hatte letztens in zwei DVD’s zum Thema „Hausgemeinde“ hineingeschaut.
Dort wurde die Idee und die Art und Weise von „Hausgemeinde“ dargestellt.
Mir fiel auf, dass manches genauso aussieht wie in einer „Nicht-Hausgemeinde“:
Man trifft sich im Wohnzimmer, jemand lehrt, es wird gesungen, gebetet …
Fast wie ein klassischer Gottesdienst einer sog. „Tempelgemeinde“.
Aber auch mit Unterschieden:
die Kinder waren dabei (wiewohl es auch Hausgemeinden gibt, die ein „Kinderprogramm“ im Nebenzimmer haben);
es gibt mehr Gesprächsmöglichkeiten der Anwesenden, d.h. weniger Konzentration auf das, was „da vorne“ passiert (wiewohl der „Prediger“ der Hausgemeinde während seines Vortrages auch nicht unterbrochen werden will);
weniger Menschen als in einem „Tempelgottesdienst“ (was weder gut noch schlecht ist).
Ich habe den Eindruck, dass Hausgemeinden aufpassen müssen, nicht die Art und Weise weiterzufahren, die sie bei den „großen“ Gemeinden kritisieren, indem sie fast das Gleiche tun – halt nur kleiner und im Wohnzimmer.
Und eine Frage ist dabei auch entstanden:
Kann eine „große“ Gemeinde nicht ähnlich beziehungsorientiert sein und sich hauptsächlich auf die Jesus-Hierarchie stützen?
Spannend.
Tags: einfache Gemeinde, EM, Fußball, Gemeindegründung, Hausgemeinde, Hauskirche, Kiezgemeinde, simple church, Staaken-Projekt, Türkei
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Juni 16, 2008 at 9:36
hallo dirk
deine letzte frage ist meine frage: Kann eine “große” Gemeinde nicht ähnlich beziehungsorientiert sein und sich hauptsächlich auf die Jesus-Hierarchie stützen?
das ist meine hoffnung, dass es in den großen kirchen geht. und ich will es glauben und darum beten, dass es gehen kann. es gibt in der landeskirche einige beispiele, die wohl zu funktionieren scheinen
und hier noch ein frage … vielleicht kann sie hier bei dir diskutiert werden?
http://gottistmituns.blogspot.com/2008/06/frage-wie-bereitet-man-eine.html
dicke grüße
martin
Juni 16, 2008 at 7:08
Ich versuch mal was zu verdeutlichen:
Ich bin Gemeinde mit zweien oder dreien, ich brauch mich mit diesen nicht gründen. Bin in Jesus gegründet. Gemeinde ist seit Pfingsten gegründet.
Gründe ich einen Trägerverein für die Raumverantwortlichkeiten mit Budget? Und mit einem Freundeskreis an Christen?
Gründe ich einen Trägerverein von Ältesten, die ihre Häuser öffnen?
Was fällt wirklich unter Gründung? doch nur eine rechtsverbindliche und oder steuerrechtsverbindliche Form.
Die Abläufe in den Beispielen an Hausgemeinden, die der Liturgie eines TempelGoDi folgen sind wirklich nur das Kleinformat davon. Dann kann man ja alles beim Alten lassen.
Sollen wir des Apollos, des Paulus, des Luthers, des Dirk, des Martin, der Deborah sein ..oder einfach nur des Christus?
…………… nicht fertig mit Denken……
lg
Deborah
Juni 16, 2008 at 7:14
Türkiye, seni seviyorum : die Karte lockt in den Urlaub. Die nächste Reise im Dezember hat ein weiteres Ziel: über Antalya nach Jerusalem. *träum*
Juni 17, 2008 at 8:54
Ich bin auch nicht fertig mit Denken (wenn eines Tages doch, dann bin ich tot … obwohl: Werde ich im Angesicht Gottes auch noch denken?).
Gemeinde ist dort, wo sich 2 oder 3 im Namen Jesu begegnen und Gott begegnen…. oder so ähnlich.
Das kann sicher ganz punktuell sein, indem sich 2-3 Christen mal für 2 Stunden treffen und sich dann nie wiedersehen.
Allerdings kommt mir das Geschehen in Apg und im Rest des NT so vor, dass eigentlich eine gewisse Beständigkeit dazu gehört, um Gemeinde zu leben. Wie sonst sollen wir uns gegenseitig helfen mit unseren Gaben? Wie sonst soll beständiges Wachstum zu Jesus hin geschehen? Zumal Er uns zu Seinem Leib berufen hat.
Und auch, so wie Du, Deborah, schreibst:
Gründen tut Jesus.
Und Er hat Gemeinde schon gegründet.
Sind wir dann so etwas wie die Umsetzenden?
Gibt es so etwas wie einen geistlichen Gründungsakt, der nix mit Vereinsrecht etc. zu tun hat?
Aber vielleicht ist es im geistlichen Bereich auch nicht relevant, ab wann genau eine Gemeinde gegründet ist.
Vielleicht ist es mehr so, dass eine Gemeinde wächst und dass der Übergang vom Wachsen zum Gründen und von dort aus zum Weiterwachsen so flüssig ist, dass wir das nicht eingrenzen können.
Mmhh….
Juni 17, 2008 at 12:29
…weiterdenk:
Gemeinde ist seit Pfingsten gegründet, wächst mit jedem Hinzugetanwordenen, der an seinen Platz im Leib gestellt ist 1. Kor 12.
Paulus schreibt an die Gemeinden (teile) in Häusern und Städten. Paulus schreibt nicht an „die drei Gemeinden in Kolossae“ oder „die fünf Gemeinden in Rom“. Es gibt noch keine evangelischen, katholischen, pietistischen,….was auch immer Grüppchen in einer Stadt. Die erste Gemeinde lebte stadtweite verbindliche Freiheit.
In der Beschäftigung mit dem Thema merke ich immer mehr den Verwaltungs- und Traditionsoberbau, der seit Konstantin das Leben der Gemeinde verändert hat.
Es gibt eine Stadtverwaltung und Stadtviertel. Genauso könnte man sagen, Jesus ist der HErr der Gemeinde von Berlin, wir sind die Stadtviertelgemeinde Staaken.
Ich lebe verbindlich in meiner Stadt und in meinem Viertel und kann mich somit Teil der Stadtgemeinde nennen. Ich kann regelmäßige Gemeinschaft mit anderen meines Viertels haben, mit den aus anderen Vierteln einfach, weil wir uns kennen und besuchen, ich kann Gemeinschaft mit Christen in der Kur haben, die wieder abreisen.
So ist es ein doppeltflexibles System ohne Vereinscharakter.
…weiterdenke…..
lg
Deborah
Juni 17, 2008 at 1:13
weiterdenk von mir ….
Ich zeichne mal zwei Situationen, die für mich Extreme darstellen:
a) „Wir sind die wahre Gemeinde!“
Eine lokale Gemeinde, in der Straße XY, ist für sich selbst genug. Sie suchen nicht die Verbindung zu anderen Christen. Sie haben sich abgeschottet. Alle, die nicht zu ihren Treffen kommen, würden etwas verpassen bzw. könnten keine richtigen Christen sein.
b) „Ich gehöre überall hin!“
Mal bin ich in der Versammlung in der Straße XY, dann wieder in der von AB, dann ca. 10 km nördlich bei EF … und nach ca. einem Jahr habe ich alle durch und kann von vorne beginnen. Alle kennen mich bisschen, aber keiner kennt mich wirklich. Ich lebe das stadtweite Gemeindesein!
Beides sind für mich Extreme.
Die Mitte, die ich bislang erkenne, ist die:
Ich gehöre relativ verbindlich einer Gruppe von Christen an, die sich regelmäßig treffen – aber auch wenn diese Gruppe Gemeinde darstellt, ist sie ohne die anderen Christen aus der Stadt (und letztlich: der Welt) nicht vollkommene Gemeinde. Daher suche ich den Kontakt zu Christen aus allen Windrichtungen, suche die Freundschaft und Vernetzung, aber habe meinen Schwerpunkt bei einem bestimmten örtlichen Treffen.
Ein Knackpunkt sind für die öffentlichen Treffen, die m.E. nicht den Schwerpunkt bilden (das wären nämlich die privateren Treffen), aber dazu gehören. Bei den öffentlichen Treffen benötige ich idR. mehr Platz als in einem Wohnzimmer. Im Sommer könnte das wirklich mitten auf einer Waldlichtung sein (in den USA gibt es Gemeinde, die sich unter der Autobahnbrücke trifft!), aber im Winter ist ein Gebäude schon klasse.
Sobald aber Finanz- und Eigentumsfragen in Deutschland auftauchen, wird es knifflig, denn unser Staat will gerade den Mammon geregelt haben (wer haftet? wird womöglich Steuergeld hinterzogen? …) – und in diesem Moment taucht die Vereinsfrage auf, die dann wieder ihre eigenen Besonderheiten hat.
Kurz und pauschal: Erst mit dem öffentlichen Auftreten kommen wir zu den Komplikationen des Vereinsrechts.
Zumindest in Deutschland.
Ich will nicht sagen (schreiben), dass das Vereinsrecht unumgänglich wäre – aber selbst ohne Vereinsrecht muss man sich gut überlegen, wie man mit dem gemeinsamen Geld umgeht, wie man mit Haftungsfragen umgeht …
Knifflig …
weiterdenk … (und Mittag-Essen verdau)
Gby,
Dirk.