Wohlwissend, dass nicht alle Kinder im Kiez so sind und es auch nicht allen Kindern so ergeht, veröffentliche ich hier den Bericht eines Teammitglieds – ungekürzt und einfach aus der e-mail kopiert:
"... war am montag im kiez bei reichelt und hab da ein 6-jähriges mädchen getroffen, die war alleine einkaufen. xy (ihr name). und vorher ALLEINE schwimmen in einem see. ich weiß nicht genau wie zuverläßig ihre aussagen waren. mh. jedenfalls war sie gleich total anhänglich. hab sie auf ein getränk und salzstangen eingeladen. dann wollte sie mit mir und (meiner Tochter) auf den spielplatz gehen. ham wa dann auch gemacht. hab sie ganz schön aus- gefragt. ihr vater ist in marokko, sie hat einen größeren bruder, eine mutter, die einen freund hat. die mutter schimpft sie immer aus, wenn sie den freund morgens weckt. ihrer mutter scheint es egal zu sein, dass sie mit 6 jahren allein unterwegs ist und nach aussage der kleinen ist es ihr auch egal um wie viel uhr sie nach hause kommt. naja usw. es sind alles so sachen, wo ich überlege, ob das an vernachläßigung grenzt, oder ob xy (name) es nur ungeschickt formuliert hat. oder ob ihre kindliche sichtweise es schlimmer oder einseitiger macht, als es ist. hab sie dann noch nach hause gebracht. allein das finde ich schon schlimm genug: dass sie allein unterwegs ist und sich so an wildfremde ranschmeißt. wenn ich nu eine böse kindermörderin gewesen wäre... furchtbar, das gefühl, dass sie vielleicht mal an den falschen gerät. und sie gibt ihre adresse auch so willig weiter- FURCHTBAR! ich weiß jetzt wo sie wohnt. nu überlege ich, ob ich am samstag vor der gemeinde mal bei ihr klingeln soll und fragen, ob sie mitkommen will. in die gemeinde. mit zurückbringdienst. oder ob ich mich total aus der verantwortung ziehen soll." So weit der Bericht. Bei mir löst das sehr viel aus. Deshalb habe ich dieses Gebetsanliegen (das ich auch so ähnlich an unser Team geschickt habe): " Bitte betet darüber, ob Gott möchte, dass wir im Kiez insbesondere in den Kindern unsere Aufgabe haben! Hintergrund: Es gibt diverse Puzzlestücke, die das nahelegen könnten. - Die Not der Kinder im Kiez ist mir vor 3 Jahren besonders schnell deutlich geworden. Das sind wohl die Schwächsten im Kiez. Und die Schwächsten sind oft am meisten am Herzen Gottes dran. - Bei unseren Straßeneinsätzen erleben wir die Kinder als besonders neugierig, offen und manchmal sogar dankbar (im Gegenteil zu den vielen Erwachsenen). Mit solchen Kindern lassen sich sehr schnell Beziehungen aufbauen. - U.a. sind einem Teammitglied und auch mal mir ein Kind auf der Straße begegnet, die uns einfach angesprochen haben - und es stellte sich jeweils heraus, dass es ihnen familiär wirklich schlecht geht. Da ist viel Not! Uns wurden diese Kinder in den Weg gestellt - es war nicht unsere Initiative! Sind das Zeichen Gottes? - Fast alle aus unserem jetzigen Team sind sehr kinderlieb und haben einige Erfahrungen mit Kindern, fast so, als wäre eine Mannschaft für super Kinderstunden zusammen- getrommelt worden. Von den Gaben gesehen wäre dieses Team optimal dafür. - Wir haben die Chance, Räume im kik-Cafe zu bekommen - das ist ein Kinder- und Jugendcafe. Für nur ca. 68,-EURO im Jahr - jede Woche am Samstag-Abend ... eine offene Tür!? - Eher nebensächlich, aber sicherlich nennenswert: Wir würden wahrscheinlich viele offene Türen zu Hilfsorgani- sationen im Kiez bekommen und ebenso zu den Eltern (über die Kinder ganze Familien erreichen); vielleicht würden wir sogar öffentliche Gelder für eine solche Arbeit bekommen. Was wären zu lösende Anliegen/Fragen? - Wir bräuchten trotzdem unsere Treffen zum Auftanken und Gott begegnen. Wir würden trotzdem Gemeinde leben wollen - wie auch immer. Denn ohne ein solches Rückrat wäre solch ein Dienst nicht zu schaffen. Vielleicht bräuchten wir unsere Treffen dann umso mehr! - Viele von uns müssten verpflichtend dabei sein, wenn es um den Dienst für Kinder geht. Das ist eine ganz andere zeitliche, kräftemäßige und finanzielle Qualität als bisher. - Wie könnten also ein Dienst für Kinder und der weitere Aufbau der Gemeinde zusammengehen? Ihr seht: Ein Dienst für Kinder wäre so naheliegend, so wichtig, so segensreich ... aber er würde fast alle von uns auch mehr fordern. Das ist ARBEIT für viele und nicht nur für 2-3 von uns! Wichtig für das Gebet sind weniger unsere Wünsche, sondern der Wunsch Gottes ist wichtig! Was legt uns Gott im Gebet auf's Herz? Sind es die Kinder? Ist das der konkrete Auftrag? Bitte betet! Und teilt mir und den anderen mit, wenn Gott Euch bestimmte Eindrücke/Gedanken schenkt. Danke! Gott segne Euch! Dirk." Betest Du mit?
Schlagworte: Gemeindebau, Gemeindegründung, Kiez-Gebet, Kiez-Kinder, Kiezgemeinde, Kinder, Kinderarmut, Staaken-Projekt
Juni 15, 2008 um 6:50
hmmm, guck mir das jetzt schon ne Weile an.
Kein zündender Gedanke bis jetzt. Eher das Gefühl, das ist es noch nicht so wirklich: Eltern spielen anstelle der echten Eltern? …… Jedenfalls nicht mit diesem Ansatz da reingehen….
Was willst du den Kinder sein? Was wollt ihr den Kindern sein? …..auf einem emotionalen Berührtsein hin aktiv werden fehlt was und man macht sich emotional manipulierbar….
lg
Deborah
Juni 16, 2008 um 10:25
@Deborah:
Gute Gedanken von Dir! Danke!
Mein Eindruck zur Zeit:
Ein Dienst für Kinder wäre sehr gut, total sinnvoll und überhaupt …
aber noch ist nicht der Zeitpunkt.
Schätze, dass Gott erst noch an Seiner Gemeinde im Kiez bauen will … noch mehr Fundament legen etc. …
und dann, wenn eine gewisse Stabilität da ist, wäre solch ein Dienst für Kinder nähergerückt …
aber jetzt wäre es eine Arbeit, die eher kaputt macht als hilft.
Gby,
Dirk.