Berufsoptismus?

By dikosss

Josette Sheeran muss sicher auch aufgrund ihres Amtes zuversichtlich sein.
Vielleicht schreibt sie deshalb davon, dass man den Hunger stoppen könne. Dass die aktuelle Nahrungsmittelkrise eine Warnung sei (s.a. netzeitung.de).
Aber wer glaubt das?


Wer sich die Ursachen und Fakten zum Thema “Hunger” verinnerlicht (u.a. hier: welthungerhilfe.de), der muss sich fragen: Ist dieses Problem wirklich zu lösen?

Bei allem Zweifel steht das natürlich fest:
Wegsehen und die Hände in die Hosentasche stecken sind keine geeigneten Gegenmaßnahmen.

Deshalb sind alle Versuche von Gegenmaßnahmen grundsätzlich relevant.

Aber wenn wiederum zu lesen ist, dass die Welt vor einem Wettrüsten steht, das alle Dimensionen des Kalten Krieges übersteigen kann (ngo-online.de), dann erscheint es nicht nur fraglich, ob sich das Ziel der “Hungersabschaffung” wirklich erfüllen wird; sondern dann muss der Pessimismus zur Realität werden. Böller statt Brot.

Ich vermute, dass es weiter auf die Abschottung durch die europäischen Staaten und die nordamerikanischen Staaten hinauslaufen wird. China wird weiter expandieren – notfalls militärisch. Russland wird versuchen, nach alter KGB-Manier mitzuhalten. Abgesehen von Australien wird der südliche Teil der Erdbevölkerung mehr und mehr im Hunger enden.
Denn es scheint mir nicht einleuchtend, weshalb die wohlhabenden Staaten etwas in diesem Verteilungskampf preisgeben sollten. Jeder Schritt, der effektiv für die hungernden Menschen getan wird, wird ein Schritt sein, der den eigenen Protektionismus zum Bröckeln bringt.

Pessimistisch genug?

Dennoch will ich auch gerne daran glauben, dass es lohnt, gegen den Hunger anzugehen – selbst, wenn auch nur einem Menschen dadurch geholfen werden würde.

Nur:
Was kann Otto-Normalverbraucher tun?

P.S. Wir sollten nicht meinen, dass das Thema “Hunger” für Europäer irrelevant sei.
Die gestiegenen Lebensmittelpreise und die gestiegenen Energiekosten betreffen auch Hartz4-Empfänger. Mancher wird sich auf kräftige Nachzahlungen gefasst machen müssen.
Doch dafür wird kein Geld da sein.
Oder man muss hungern – so wie ich es von einer Bekannten gehört hatte, die Fortbildungsmaßnahmen für junge Hartz4-Empfänger durchführt: eine der Teilnehmerinnen sackte im Unterricht plötzlich ohnmächtig zusammen, weil sie aufgrund der Nachzahlungen in Ratenform an das Stromunternehmen kein Geld mehr für Nahrungsmittel hatte. Sie wurde ohnmächtig wegen ihres Hungers.

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