Lakeland und Matthäus 7,22 ff.

By dikosss

Bei einer der zahlreicher werdenden “Lakeland-Erweckungs-Diskussionen” tauchte bei storch eine interessante Auslegung zu Matthäus 7,22 ff. auf. Ich zitiere eine dortige Aussage von Daniel:
” Im Zusammenhang geht klar hervor, dass diese Leute nur behaupten, dass sie geweissagt, Dämonen ausgetrieben und Wundertaten vollbrachten. Jesus rügt, dass sie nur davon reden und es gar nicht getan haben, wie aus dem Kontext klar hervorgeht. Sie sind nur Schwätzer und keine Täter des Wortes. Jesus befiehlt seinen Jüngern solche Taten zu vollbringen. Sein Wort wird Bestand haben, auch wenn Himmel und Erde untergehen Mat 24,35.”

Ist Matthäus 7,22 ff. so zu verstehen?

Im Kontext wird deutlich, dass Jesus vor falschen Propheten warnt (Mt.7,15).
Woran erkennen wir falsche Propheten?
An den Früchten (Mt.7,16).

Was ist jesusmäßige Frucht?
Die richtige Erkenntnis?
Die wahre Theologie?
Ob es einen Engel namens “Emma” oder “Michael” gibt?

Laut Eph.5,9 besteht die gute Frucht in der Gütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Laut Gal.5,22 besteht die Frucht in Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit.

Was sind dann schlechte Früchte?
Laut Gal.5,19 b ff. besteht die schlechte Frucht (das Fleischeswerk) u.a. darin:
Ehebruch, Unzucht, Götzendienst, Feindschaft, Zorn, Spaltungen, Neid, Mord …

Wer sind also falsche Propheten?

Das sind Menschen, die sich auf Christus beziehen, vielleicht sogar eine astreine Theologie haben – aber in ihrem Leben sieht es mehr nach Gal.5,19 ff. aus als nach Gal.5,22.

Vor diesem Hintergrund erhellt sich auch Mat.7,22 ff.:
Jesus kritisiert nicht, dass Wundertaten, Heilungen und Befreiungen geschehen sind.
Jesus kritisiert vielmehr den Lebensinhalt der falschen Propheten: sie lebten nicht in der sog. Heiligung, sie wuchsen nicht in der Liebe zu Gott und Menschen, sie setzten hauptsächlich auf spektakuläre Taten und nicht/kaum auf die Qualität ihres Lebens.
Kurzum: Sie nahmen das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe nicht ernst.

Natürlich stellt sich die Frage:
Kann es denn sein, dass falsche Propheten Wunder tun können, obwohl sie ein Leben führen, das nicht jesusgemäß ist?

Hier könnte die Auslegung von Daniel in’s Spiel kommen:
Es steht nicht eindeutig fest, ob diese falschen Propheten aus Mat.7,22 wirklich Wunder gewirkt haben!
Vielleicht ist das nur ihre Schutzbehauptung – sie stützen sich auf “ihre” Taten, statt sich auf die Gnade Gottes zu stützen.

Aber angenommen, dass sie tatsächlich Wunder im Namen Jesu getan haben … wie geht das zusammen?

a) Ein ganz pragmatischer Gedanke, den ich (spontan) nicht mit einer biblischen Aussage untermauern kann:
Wenn der Name Jesu in der Öffentlichkeit angerufen wird, dann steht auch die Ehre Gottes zur Disposition. So mag es sein, dass sich Gott um Seiner Ehre willen zu Seinem Namen stellt, um selbst durch falsche Propheten andere Menschen zu heilen und zu erretten.

b) Biblische Gedanken:
- Mk 3,23: Durch Satan können Dämonen nicht ausgetrieben werden!
- Lk 8,12: Durch Satan kommt niemand zum Glauben an Jesus – im Gegenteil: das Wort wird weggenommen!
- Apg 10,38: Ein Markenzeichen der Salbung Jesu war, dass Er alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren – die Heilung von Menschen als ein Beweis für die Göttlichkeit Jesu!
- Mt.12,22 ff.: Jesus befreite/heilte einen stummen und blinden Menschen – und welchen Vorwurf musste sich Jesus anhören?
- Wo ist der biblische Beweis dafür, dass Satan Menschen heilt und befreit?

Die Schlussfolgerung:
Für Matthäus 7,22 ff. scheint es tendentiell irrelevant zu sein, ob die falschen Propheten tatsächlich Wundertaten im Namen Jesu vollbrachten.
Denn der Fokus liegt auf ihrem Leben, das schlechte Früchte hervorbrachte.

Was heißt das für die erwecklichen Zustände in Lakeland-Florida?
Geht es um falsche Propheten?
Sind manche Wundertaten letztlich “von unten”?

Um einen falschen Propheten zu entlarven, müssen wir sein Leben kennen.
Wie ist z.B. das Leben von Todd Bentley?
Es scheint zahlreiche Christen zu geben, die ihn als integer, liebevoll und jesusbezogen erlebt haben, was eher für gute Früchte spricht und ihn damit eher als einen wahren Propheten erscheinen lassen.
Oder weiß jemand Verwerfliches von seinem Leben?

Wie ist es mit manchen Wundererscheinungen in Lakeland?
Nach meinem ersten biblischen Durchgang komme ich zu dem Ergebnis, dass Satan niemanden heilen und befreien kann und noch nicht mal im Ansatz ein Interesse daran hat, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden.
Doch genau das scheint in Lakeland zu passieren:
Menschen werden heil (manche auch nicht), Menschen werden befreit, Menschen finden zum Glauben an Jesus Christus, Christen werden neu motiviert, ein Leben mit Gott zu leben…

Lasst uns dafür dankbar sein!
Lasst uns weiterhin prüfen!

Aber lasst uns mit diesem Gebet auf den Lippen prüfen:
” Und nun, Herr, siehe an ihre Drohungen und verleihe deinen Knechten, mit aller Freimütigkeit dein Wort zu reden; indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und daß Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Sohnes Jesus!
Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.”
(Apg 4,29 ff.)

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13 Antworten zu “Lakeland und Matthäus 7,22 ff.”

  1. Victor Dewsbery sagt:

    Ein weiteres auffälliges Element in Lakeland ist die Eindringlichkeit, mit der Todd Bentley zur Heiligkeit und zur vollkommenen und eindeutigen Nachfolge und Hingabe aufruft. Und er hat (in der gerade auf god.tv laufenden Übertragung, also am Sonntag Abend) ein neues Projekt ausgerufen: wer von Auswärts zu den Großveranstaltungen kommt und mit der Kraft Gottes ausgerüstet werden will, soll bereit sein, tagsüber soziale Projekte und Freundschaftsdienste in der Stadt Lakeland zu leisten, damit die Stadt vom Evangelium durchzogen wird.

    Diese “Erweckung” ist eben mehr als ein publikumswirksamer Zirkus.

  2. Viola sagt:

    “…komme ich zu dem Ergebnis, dass Satan niemanden heilen und befreien kann und noch nicht mal im Ansatz ein Interesse daran hat, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden.”

    Mir ist aufgefallen, dass Du mit deiner Argumentation bezweckst die Heilungen, die in Lakeland passieren gegen die Behauptung zu schützen, sie seien von anderen Mächten, als von Gott gewirkt.
    Ich finde deinen Ansatz gut, dabei von dieser Bibelstelle auszugehen gut.
    Allerdings finde ich den Schluss, noch nicht ganz ausgewogen.

    Man sollte bedenken, dass es zu der Zeit als Jesus lebte und in der Kultur in der er lebte, Gang und Gäbe war, dass Geistbeschwörer und Wunderheiler auftraten (Apg 19,13).
    Aus der Geschichte von dem Magier Simon (Apg 8,9ff.) und den Berichten über Jesus in den Evangelien kann man jedoch sehen, dass die Wunder, die um Jesus und um die Apostel herum geschahen erstaunlicher waren, als das was man bis dahin kannte.

    Dennoch: Menschen wurden auch durch andere Menschen übernatürlich “geheilt” und von bösen Geistern “befreit”.
    Viel aufsehenerregender war für die Menschen um Jesus, dass er Sünden vergeben konnte. (Das sieht man in Mt 9, 2-7 wo der Gelähmte durch das Dach gelassen wird. Dort verwundern sich die Menschen mehr darüber dass er Sünden vergibt, als dass er heilt.)
    Heilungen von Krankheiten passieren im biblischen Kontext also durchaus auch durch andere Kräfte.

    Umso mehr sehen wir in anderen Religion übernatürliche Heilungen, die eindeutig nicht von Gott kommen.
    Dabei können wir – brauchen aber nicht bis zu den animistischen Kulturen in Afrik gehen, wo es ganz normal ist, als Kranker zu Schamanen zu gehen (und geheilt zu werden), sonder in unserer eigenen Kultur sind übernatürliche Heilpraktiken, wie Reiki zum Beispiel auch relativ normal geworden.
    Und die Menschen werden wirklich von ihren Krankheiten geheilt, übernatürlich.

    Um das zu erklären gibt es, wie Du sagst, zwei Ansätze.
    1.) Gott ist gnädig und heilt, auch wenn man ihn nicht bewusst darum bittet
    2.) Es gibt auch andere Mächte, die Krankheiten heilen können

    Ich halte 2.) für wahrscheinlicher.
    Und gerade mit Mt 7,22 sehe ich, dass Menschen glauben können, sie hätte in der Autorität Jesu (d.h. in seinem Namen) geheilt, aber es war nicht so.
    Ich glaube nicht, dass das umbedingt böswillig passieren muss, sondern es gibt Menschen die wirklich glauben, die Kraft mit der sie heilen kommt von Gott.

    In Apg 19, 11-20 wird uns von jüdischen Geisterbeschwörern erzählt, die versuchen mit einer Formel hinter der sie eine Kraft vermuteten böse Geister auszutreiben.
    Diese Formel klang sehr gottesfürchtig und christlich “Ich beschwöre euch im Namen Jesu, den Paulus verkündigt”.
    Das Resultat dieser versuche war, dass sie von den bösen Geistern, die sie so ansprachen mächtig verprügelt wurden.
    Die Geister gehorchten ihnen nicht, sondern sie machten, was sie wollten.
    (Letztendlich diente allerdings auch dieses Ereigniss zu Gottes Ehre)

    Worin ich dir nicht zustimmen kann ist die Aussage, dass der Teufel kein Interesse daran hat, dass Menschen zu Jesus finden.
    Und zwar, weil wir hier gucken müssen, wie wir den Begriff “zu Jesus finden” füllen.
    Ich stimme dir absolut zu, dass der Teufel bestimmt kein Interesse daran hat, dass Menschen zu Jesus umkehren, ihr altes Leben sein lassen, erfüllt und verändert werden vom heiligen Geist und fortan und bis zu ihrem Tod ein jesusmäßiges Leben leben.
    Aber ich denke, es macht dem Feind nicht viel, wenn Menschen für eine Zeit lang, für ein paar Tage, in denen gute Stimmung im Erweckungsgottesdienst ist, oder für ein paar Monate, in denen man noch fasziniert ist, von übernatürlichen Erfahrungen Jesus nachfolgen will.
    Ich denke für den Feind ist es nicht so schlimm, wenn Menschen für eine kurze Zeit begeistert sind von Jesus, oder von “Gottes Gegenwart” die an einem Ort sehr stark zu spüren ist, oder auch von einer charismatischen Führungsperson. Solange er weiß, dass er diese schnell aufsprießenden Pflänzchen ganz einfach wieder klein bekommt, sobald er in ein paar Monaten mit Wiederständen und Schwierigkeiten kommt.
    Ich denke es ist dem Feind eine große Freude auf diese Weise Zwietracht und Verwirrung in die Gemeinde zu säen.

    Natürlich ist es ein Zeichen für göttliche Fruch, wenn Menschen zum glauben kommen.
    Aber nur dann, wenn sie auch dabei bleiben und zu veränderten jesusmäßigen Menschen werden

    Was die Erweckung in Lakeland und Todd Bentley betrifft stimme ich dir umso mehr zu, dass wir abwarten müssen.
    Ich persönlich möchte die Geschehnisse dort nicht zu hoch bewerten, vor allem, weil ich mich als Leiter von jüngeren Christen dafür verantwortlich fühle, vorbildlich, klug wie die Schlange, aber ohne Fehl wie die Taube zu sein.

  3. dikosss sagt:

    @Victor:
    Ich habe auch den Eindruck (per Ferndiagnose), dass es nicht einfach eine typisch amerikanische Show ist (s.a. Benny Hinn, den ich im Gegensatz zu den Geschehnissen in Lakeland als eher negativ erfahre). Dennoch habe ich auch meine Fragen: Wie ist es mit dem Engel “Emma”, von dem Todd Bentley gesprochen haben soll? Was bedeuten die asiatischen, tätowierten Schriftzeichen auf seinem Arm? Ist es relevant, dass möglichst jeder nach hinten fällt (manchmal auch fast geschubst wird)? Ist dem Evangelium “genüge getan”, wenn relativ kurz darauf hingewiesen wird, dass Jesus heilen kann? Ist es okay, Rollstuhlfahrern, die Schritte des Glaubens tun, aber offensichtlich nicht wirklich heil sind, zu sagen, dass ihre Heilung dann eben ein Prozess ist?
    Ich bin offen für göttliches Geschehen und glaube auch, dass wir solches in Lakeland erleben – aber gibt es vielleicht auch sehr menschliche Aktionen?

    @Viola:
    Danke für Deinen Kommentar! Hat mich sehr zum Weiterdenken angeregt.
    Sagen wir es mal so: Ich “verteidige” die gute Frucht, die in Lakeland passiert – aber ich “verteidige” nicht das Gesamt-Geschehen, da mir manches auch etwas strange vorkommt, zumindest sehr, sehr ungewohnt. :-)

    Die Bibelstellen aus Apg 19 und 8 zeigen mir nicht, dass dort Heilungen durch dämonische Kräfte geschehen sind.
    Apg 19 zeigt mir im Gegenteil: Wenn man nicht wirklich zu Jesus gehört, dann können keine Befreiungen/Heilungen im Namen Jesu geschehen! Und wer es dennoch versucht, obwohl man kein Christ ist, muss mit dämonischen Attacken rechnen.
    Auf “Lakeland” bezogen: Wenn Todd Bentley & Co nicht Christen wären, dann könnten dort keine Wunder im Namen Jesu geschehen.
    So spricht Apg 19 für mich eher FÜR den göttlichen Charakter etlicher (wohl nicht aller) Geschehen in Lakeland.

    Apg 8 zeigt mir auch nicht, dass Simon der Zauberer heilen konnte. Ja, er als Magier konnte irgendetwas tun, was Beachtung fand.
    Aber dass er heilen konnte, steht dort nicht. Erst recht nicht, dass er als Magier im Namen Jesu heilen konnte!
    Apg 8,13 könnte eher dahin verstanden werden, dass Simon tatsächlich nicht heilen konnte, als er noch Magier war – ansonsten hätte er nicht so erstaunt sein müssen, wenn er “dieselben Tricks” auf Lager gehabt hätte. Sein Erstaunen scheint also ein Indiz dafür zu sein, dass Jesus durch die Apostel geheilt und befreit hat, was Simon nicht konnte.

    Insofern sehe ich nicht, dass durch Apg 19 oder Apg 8 belegt wäre, dass man auch durch dämonische Kräfte Heilungen im Namen Jesu bewirken kann.
    Ich sehe vielmehr, dass Heilungen und Befreiungen wirklich nur durch Jesus von Christen im Namen Jesu getan werden können.

    Noch zu Deiner Anmerkung, dass es den Satan nicht stören würde, wenn Menschen zu Jesus finden. Wenn ich Dich recht verstanden habe, dann unterscheidest Du zwischen Christen, die in der Heiligung weitergehen und Christen, die am Anfang stecken bleiben. Und wenn ich Dich ferner richtig verstehe, dann meinst Du, dass diese zweite Gruppe von Christen für den Satan kein Ärgernis sei.
    Ich würde gerne wissen, ob Du Dich mit dieser Ansicht auf eine Bibelstelle beziehen kannst. Klingt jetzt sehr pinglig von mir.
    Aber ich frage deswegen, weil ich aus der Bibel vielmehr erkenne, dass jeder, der Glauben an Jesus Christus gefasst hat (und sei der Glaube so klein wie ein Senfkorn), in das Reich von Jesus Christus gekommen ist und das ewige Leben hat.
    Und dieser Vorgang ist doch total konträr zum Anliegen Satans!
    Er will die Menschen in der Finsternis lassen und scheint die Errettung von Menschen arg zu bekämpfen. Wie kann er nix dagegen haben, wenn Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden?

    Ansonsten sind wir auf jeden Fall konform, dass wir (wie immer) prüfen sollen und das Gute behalten sollen.

    Wünsche Dir und mir und uns allen weiterhin viel Weisheit – und auch bei aller unterschiedlicher Erkenntnis das gemeinsame Festhalten an der Gnade Gottes!

    Gby,
    Dirk.

  4. Daniel Hari sagt:

    a) Ein ganz pragmatischer Gedanke, den ich (spontan) nicht mit einer biblischen Aussage untermauern kann:

    Dieser Gedanke ist nicht pragmatisch, sondern absolut biblisch, wie wir im Buch “Du bist Gottes Stellvertreter auf Erden” bewiesen haben.
    Laut Phil 2 hat Jesus seine göttlichen Eigenschaften ganz bewusst im Himmel zurückgelassen. Er liess sich taufen und wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt Luk 4,1. Vom Heiligen Geist in die Wüste geführt, von Satan versucht, hat gefastet und war anschliessend mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt (Luk 4,14). Diese Kraft drängte ihn zum Heilen (Luk 5,17).
    Jesus meinte es ernst damit, dass er seinen Jüngern Gebote gab (siehe Bergpredigt Mt 5-7, Mt 10 hier sehen wir Heilungsauftrag gehört zur Evangelisation (beachte Mt 11,1) Mt 28, 18-20 macht deutlich, dass für alle Zeiten solange die Erde besteht seine Gebote Gültigkeit haben. Geographisch hat er das Gebiet von Judäa (Mt 10) auf alle Nationen (Mt 28,18-20) ausgeweitet. Die Vollmacht, die er seinen Jüngern zur Verfügung stellt ebenfalls. Doch er möchte, dass wir alle seine Gebote halten. Himmel und Erde werden vergehen, aber seine Worte werden nicht vergehen Mt 24,35. Dort wo Christen dies begreifen und in die Tat umsetzen, sehen wir Erweckung. Nicht nur in der der 3. Welt. Wir im Westen meinen, das Neue Testament sei ein Selbstbedienungsladen, wo jeder das nehmen könne, was im passt. Jesus möchte, dass jeder Nachfolger das Evangelium verkündigt, Dämonen austreibt, Kranke heilt, Tote auferweckt und selbstverständlich auch die ethischen Gebote der Bergpredigt hält, wie die Feindesliebe etc.
    Dies hat nichts mit Pragmatismus, auch nichts mit Charismatik, sondern mit radikaler Bibeltreue zu tun. Jesus verspricht, dass wir dabei mit vollkommener Freude erfüllt werden Joh 15,9ff, sofern wir seine Gebote halten.
    Erweckung ist näher als wir oft denken: Lest die Evangelien doch mal, als wären sie wahr. Dies sag ich suchenden Esoterikern genauso wie langjährigen Christen. Ich könnte stundenlang berichten, wie das Leben von Menschen radikal positiv verändert worden ist.
    In Jesus herzlich verbunden
    Daniel Hari

  5. Viola sagt:

    @dikoss

    Ich sehe auch weder in Apg 8 noch in Apg 19, dass Satan Menschen heilt – mir fällt da eigentlich gar keine Stelle in der Bibel ein, wo das so ausdrücklich stehen würde.
    Ich wollte mit den Stellen nur zeigen, dass Satan durchaus übernatürliche Dinge tut, die von den Menschen auch als positiv wahrgenommen werden. (Ich denke das wird ja wohl Niemand bezweifeln.)
    Damals wie heute gehören dazu auch Heilungen. Wie man (s.o.) in vielen anderen Religionen und Kulten geschieht. Wir Christen haben keineswegs die Übernatürliche Heilung für uns geprachtet.
    Aber keinen Frage, nur Jesus kann heilen-rette-befreien-erneuern. Aus der Praxis weiß ich, dass andere übernatürliche Heilungen in dämonische Gebundenheit und Unfreiheit bringen – es ist also eine ganz andere Art von Heilung, aber es ist Heilung.

    Zu der Frage, ob ein Mensch, der Glauben an Jesus gefasst hat doch nochmal verlohren gehen kann wurden glaube ich hunderte Bücher geschrieben und man kann diese und diese Meinung vertreten. Das ist auf jeden Fall eine Frage, die man auch nicht mal eben in einem Blog-Eintrag abfertigen sollte. (Also, wer das hier ließt und noch keine eigene Meinung dazu hat, dem empfehle ich seine Bibel gründlich zu studieren und um Erkenntnis zu bitten und evtl. ein gutes Buch über diese Frage zu lesen)
    Sicher steht in der Bibel “Wer an mich (Jesus) glaubt hat das ewige Leben” (Joh 6:47) aber wir lesen auch z.B. in Hebr. 6,4-8 von Menschen die mal so richtig Christen wahren, bekehrt und geistgetauft. Menschen, die die “himmlischen Gaben geschmeckt” haben und trotzdem Abgefallen sind von Jesus. Solche, schreibt der Verfasser des Briefes hier, können sogar nicht mehr gerettet werden.
    Ähnlich verhält es sich in 1.Kor 8:1-13 wo offensichtlich eben das was in Hebr. 6:4-8 beschrieben wird passiert ist: Menschen, die an Jesus glaubten wurden zur Sünde verführt und sind vom Glauben abgefallen (Hier ist ja das dramatische, dass sie ausgerechnet von ihren Glaubensgeschwistern verführt wurden…)
    Auch Jesus selbst spricht immer davon, dass die zu ihm gehören, die in ihm bleiben(!) (z.B. Joh 15:1-6).
    Meine Meinung zu dieser Frage lässt sich darin zusammenfassen, dass ich der Meinung bin, kein Mensch, der von ganzem Herzen Jesus vertraut und ihn als Herrn und Retter angenommen hat kann verlohren gehen. Aber wenn der Feind es schafft, dieses Vertrauen zu zerstören und dieser Menschen in Sünde lebend und nicht glaubend stirbt, dann würde ich nach dem biblischen Befund nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass er gerettet wird.
    Ich selbst habe, als ich die Aussage (oben im ersten Beitrag) getroffen habe am ehesten an das Gleichniss vom dem vierfachen Ackerfeld gedacht (u.a. Mt 13:3-8) Dort erwähnt Jesus den “Steiner Boden” Typ Menschen, der Gottes Wort mit Begeisterung aufnimmt, aber sich in der nächstbesten Bedrängung zur Sünde verleiten lässt.

    Ich weiß es ist kühn das zu behaupten und wenn Du anstoß daran nimmst, dann bitte steich es und vergesse es lieber.
    Aber ich kann mir vorstellen, dass der Feind ein guter Stratege ist, der es in Kauf nimmt, dass einige Menschen Zeichen und Wunder die in Lakeland passieren begeistert aufnehmen, solange er weiß dass er im Endeffekt viele von denen doch wieder zu Boden werfen werden kann und gleichzeitig noch großen Schaden und Verwirrung unter den debattierenden Christen drumherum anrichten kann.

    Aber unser Gott, ist kein Hampelmann. Jesus ist Herr über alle Mächte und Gewalten.
    Ich für meinen Teil glaube und bete, dass was auch immer in Lakeland gemenschelt, oder gekünstelt sein mag, dass es doch langfristig zu einem Ereigniss wird, auf das die Christenheit mit Wohlwollen zurück blicken kann.

  6. Viola sagt:

    (edit) Die Smilies im Text sind nicht beabsichtigt – aber ihr findet bestimmt selbst heraus, wo die Zeichen eigentlich dazu gehören.

  7. dikosss sagt:

    @Viola:
    Wie und wo hast Du erfahren, dass übernatürliche Heilungen in dämonische Gebundenheit führen?
    Würde mich sehr interessieren, weil ich sowas schon öfters gelesen habe, aber mir kaum einer sagen konnte, was konkret vorgefallen ist.

    Zum Thema “Heilsgewissheit”: Da hast’e Recht. Da habe ich auch schon solches und solches gehört.

    Zum Handeln Satans:
    Eben weil im Wort Gottes steht, dass sich der Satan wie ein Engel des Lichts verhalten kann, um zu täuschen – und dass es “falsche” Zeichen und Wunder geben kann – gerade deswegen möchte ich Deine Worte ernst nehmen.
    Ich glaube, dass es gut ist, sich die Videos von Lakeland anzuschauen (oder hinzufahren?) – mit dem Gebet auf den Lippen:
    “Jesus Christus, wenn das von Dir ist, dann gib mir das auch!
    Jesus, wenn das nicht von Dir ist, dann schütze mich!”

    Denn ich will auch Erweckung, ich will selber einen leidenschaftlichen kraftvollen Glauben leben, ich will auch Zeichen und Wunder im Namen Jesu sehen und erleben – aber eben von Jesus!

    Gott segne Dich!
    Dirk.

  8. Viola sagt:

    @dikoss

    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich nur bedingt beeugen, dass man durch das anwenden von übernatürlichen Heilverfahren, die nicht von Gott sind, in dämonische Bindungen kommt.
    Ich bin in dem christlichen Werk in dem ich meine Ausbildung mache umgeben von Missionaren, die da viele ganz praktische Erfahrungen gemacht haben.
    Ich würde dir auch rate, wenn Du Fragen zu dem Thema hast, schreib dir doch mal mit einem Afrika-Missionar, der in einem Landstrich arbeitet, wo viel Zauberei betrieben wird.
    Interessant ist dazu auch die Biograhie von Jim Elliot.

    Was aber auf jeden Fall klar sein sollte, ist, dass es ja keine Grauzone in der unsichtbaren Welt gibt.
    Wenn etwas übernatürliches passiert, das nicht von Gott ist, kann es nur von Mächten sein, die gegen Gott sind.
    Wer sich mit sowas abgibt geht auf sehr dünnem Eis, weil der Teufel immer das Ziel hat die Menschen zu vertricken und zu zerstören.

    In wie stark die dämonische Bindung nun in jedem Einzelfall ist, scheint offenbar nochmal zu variieren, auch abhängig davon, wie lange und wie intensiv man sich diesen Mächten aussetzt.

    Alles in allem ist das sowie so so ein Bereich, von dem wir nur ganz wenig wissen könne und Gott sei Dank auch nur das wissen brauchen, was wir aus der Bibel lesen können.

    Ich werde noch hin und wieder mal hier in dein Blog reinschauen, was so geredet wird.
    Zeit für lange posts werde ich wohl nicht mehr aufbringen können.
    Bis dahin…
    Gott segne dich!
    Wir sehn’ uns spätestens im Himmel ;-)

  9. dikosss sagt:

    @Viola:
    Danke für Dein Mitdenken!
    Dann bis zum Himmel!
    Gby,
    Dirk.

  10. Bento sagt:

    Hallo Dirk,

    sehr gute Artikel schreibst du hier zum Thema Lakeland und interessante Diskussionen! Deine Vorgehensweise gefällt mir wirklich sehr – mir geht es bisher ähnlich mit diesem “Phänomen”…

    Was mich hier noch deutl. mehr überzeugt, als die Auslegung von Daniel Hari zu Mt.7, ist der kleine Satz: “Viellt. ist es nur ihre Schutzbehauptung – sie stützen sich auf “ihre” Taten, statt sich auf die Gnade Gottes zu stützen.” – DAS finde ich absolut überzeugend!

    Gruss + Segen
    Bento

  11. dikosss sagt:

    Hi Bento!
    Danke für die Ermutigung!
    Viel Segen nach Portugal (is’ doch richtig, oder?)!
    Dirk.

  12. storch sagt:

    leider habe ich gerade keine zeit, mich in eine weitere diskussion zu stürzen, aber ich wollte euch wenigstens auf einen post aufmerksam machen, den ich mal zu der stelle geschrieben habe:
    http://www.jfrs.de/storch/blog/wordpress/2007/08/10/heilung-ix-%e2%80%93-die-gaben-der-heilungen-ii/

    ich finde die stelle super interessant und habe da schon sehr viel zeit mit verbracht. vielleicht interessiert es ja jemanden.

  13. dikosss sagt:

    @storch:
    Danke für den Link!
    Finde Deine Auslegung auch echt interessant.
    Würde sich evtl. mit dem decken, was auch z.T. in Religionen zu beobachten ist:
    Auch dort kann es Heilungen geben (sicher nicht immer im Namen Jesu, manchmal vielleicht auch mit der Folge einer dämonischen Bindung (gibt es zu dieser seelsorgerlichen Beobachtung eigentlich auch das biblische Gegenüber?)). Denn Gott lässt die Sonne scheinen über Gute und Böse. Seine Gnade hilft Christen wie Nichtchristen. Und wohl sogar denen, die keine lebendige Beziehung zu Christus haben, aber in seinem Namen auftreten.
    Deshalb:
    Danke für Deinen Denkanstoß!

    Gott segne Dich!
    Dirk.

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