Liebe Hausgemeinde,

wo bist Du in Deutschland?


Logo: Hausgemeinde ist nicht sonderlich öffentlich, vielleicht fallen sie deshalb nicht auf.
So habe ich auch nur zwei „offizielle“ Seiten aus Deutschland zum Thema „Hausgemeinde“ entdeckt:
a) Hauskirche.de
b) Hauskirchen-Hausgemeinden

Oder könnte es auch sein, dass das Konzept der Hausgemeinde zwar super klingt, es aber isoliert (d.h.: ohne regelmäßige, öffentliche Gottesdienstveranstaltung) in unserer Gesellschaft nicht hilfreich ist?

Blöd, wenn es keine Statistiken gibt! :-) (Genau das, dem sich diese Hausgemeinden entziehen wollen)

Dabei würde es mich durchaus interessieren:
- Wieviel Hausgemeinden gibt es in Deutschland?
- Wie ergeht es der Mehrheit von ihnen?
- Findet wirklich Multiplikation statt oder verschwinden die meisten in ihrem Haus und igeln sich ein?
- Wie sind die qualitativen und quantitativen Bewegungen?

Hintergrund meines Interesses ist u.a., dass auch bei einem heutigen Gespräch zwischen mir und einem berenteten Pastor der FeG der deutliche Verweis auf den bekannten klassischen Gottesdienst am Sonntag-Morgen kam.
Die Ansicht war: Hausgemeinden würden in unserer Gesellschaft kaum funktionieren, da die Menschen trotz ihrer Glaubens- und Kirchenferne einen öffentlichen Gottesdienstsaal mit „normalem“ Gottesdienst-Programm erwarten würden.
Hausgemeinde hingegen erwecke den starken Eindruck einer Sekte.

Ein ähnliches Argument hatte ich erst gestern gehört.

Ist es so?
Brauchen und wollen und suchen die Menschen solche Gottesdienste?
Stellt man sich hinsichtlich des Gemeinde-Wachstums mit einer Hausgemeinde selbst ein Bein?

Explore posts in the same categories: Gemeindeleben - Gemeinde leben, Systematisches

Tags: , , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

10 Comments on “Liebe Hausgemeinde,”

  1. Don Ralfo Says:

    http://www.hauskirchen-forum.de
    Hier kann man sehr gut mit Hauskirchenfreaks ins Gespräch kommen.
    http://www.oikejo.blogger.de/
    Blog von Richard Schutty, dem HK-Guru aus Essen. Er tourt in Deutschland herum und besucht Hausgemeinden, hat überall Connections, kenn die Situation in DE sehr gut, organisiert Hauskreisforen und Tage. Sie haben dort schon 3 Hausgemeinden und knüpfen Netzwerke.
    In Rangsdorf bei Berlin gibt es noch den charismatischen Kochy: http://www.hausgemeinde-rangsdorf.de/
    Das Sekten-Argument kommt sicher eher aus frommen Kreisen. Die Normalos von der Strasse vermuten „Sekte“ eher in gut organisierten Freikirchen mit auffälligem Spenden-sammeln oder eigener TV-Show. Ein Treffen im Privathaus ist da viel unverdächtiger.
    Skeptiker lassen sich auch eher zu einem Abendessen einladen, als in eine Kirche.
    Obwohl es in unserer HK viele Jahre um Aufarbeitung unserer persönlichen und christlichen Vergangenheit ging, haben uns doch einige Nichtgläubige oder unentschiedene Christen besucht, obwohl wir nicht sonderlich missionarisch aktiv sind.
    Wir hatten in den 80iger Jahren regelmässig einen amerikanischen Pastor zu Gast, dessen Gemeinde sich radikal auf Hauszellenarbeit umstrukturierte.
    Er stellte die interessante Frage im Gottesdienst: Wer von Euch hat sich durch eine Großevangelisation oder einen Strasseneinsatz bekehrt? Nur wenige Hände gingen nach oben.
    Und wer hat sich durch Freunde und Beziehungen zu Christen bekehrt? Da gingen wohl über 90 Prozent der Hände nach oben.
    Gruß
    Ralf

  2. andichrist Says:

    hm, fast gebe ich dem alten pastor recht… trotz vieler guten ansätze und dinge die auch wirklich funktionieren im emergenten bereich, habe ich das gefühl, das der entkirchlichte mensch dass „klassische“ gemeinde-kirchen leben sucht…

  3. Deborah Says:

    Ich bin jetzt fast drei Jahre ooCCler und in der Zeit hat sich eine Abnabelung von der „klassischen Sonntagmorgengrossversammlung“ ergeben. Wir, als Ehepaar, haben eine eigene Form von „GoDi“ entwickelt: gemeinsame Bibellese und Gespräch beim Frühstück, also ganz normal wie es anfangs war. Eine Freundin gehört noch zu unserer Gemeinschaft, die sehr flexible Treffen erfordert aufgrund ihres Dienstplanes. Wir sind also gerade die kleinste Anfangszelle für Gemeinde.

  4. Martin DJ Says:

    hallo dirk

    ich find deinen blog sehr lesenswert … passt gerade voll in meine derzeitigen überlegungen rein

    grüße
    martin

  5. dikosss Says:

    @Don Ralfo:
    Danke für die Links. Eventuell habe ich die Chance, Richard Schutty Ende Mai persönlich zu treffen. Würde gut passen!
    Zum „Sektenargument“: Da hast’e Recht – das kommt tatsächlich eher von Christen. Wahnsinn, oder? Nichtchristen ist Gemeinde eh oft egal, Kirche ist eher irrelevant, manche haben sogar bewusste Abneigungen gegen die Institution Kirche. Würde alles für Gemeinde im Haus sprechen.

    Allerdings – und damit komme ich zu @andichrist:
    Wenn ein Nichtchrist an Kirche denkt, dann denkt er wohl zuerst an ein Gebäude und dann an den Gottesdienst, der dort einmal die Woche stattfindet (ich schreibe gerade nach herkömmlicher Weise, denn eigentlich ist ja jederzeit Gottesdienst :-) ).
    Und wenn ich in einem Kiez Menschen die Chance geben will, Jesus kennenzulernen, dann brauche ich verschiedene Zugänge zu den Menschen, dann kann auch ein öffentliches Treffen, dem sich ein Nichtchrist vorsichtig und bewusst anonym annähert, sehr hilfreich sein. D.h.: Eine totale Abschaffung des „Tempelgottesdienstes“ könnte wirklich die falsche Fährte sein. Vielleicht müssten wir mehr in Richtung Reformation der üblichen Gemeindestrukturen denken, die zwar auch den großen, gemeinsamen Gottesdienst haben, aber den Schwerpunkt mehr auf die Gemeinde im Haus richten.

    @Deborah:
    Was heißt „ooCCler“?
    Das meine ich auch, dass Ihr Gemeinde seid und dass das genauso anerkannt gehört, wie die „großen“ Gemeinden! Finde ich toll, dass Ihr das so macht! Fetten Segen dafür!

    @Martin DJ:
    Super! Dann haben wir beide aktuell das gleiche Thema! Wir bleiben am Ball!

    Gby,
    Dirk.

  6. Deborah Says:

    ooCC ler = out of church christian (nicht organisierter Christ)

    wir verstehen uns als Teil des weltweiten Leibes Christi an dem Ort, wo Gott uns hingesetzt hat mir dem Dienst, der uns vor die Hände kommt.

    jetzt geht mir ein Licht auf: :-D wir sind „Hand“ arbeiter im Gesundheitswesen und haben viel Gesprächszeit mit den uns anvertrauten. Etwa 1000 bis 2000 veschiedene Leute kommen jährlich aus ganz Deutschland zu jedem von uns für ihre Kurzeit.

    Danke für deinen Segen :-)

  7. Don Ralfo Says:

    Jawoll Dirk, alles tun, was den Menschen nützt, um Jesus kennen zu lernen. Ich gehe zur Zeit auch ab und zu in den „Tempelgottesdienst“ Der ist von der inneren Mission geführt, im ehemaligen Expowal, also keinem herkömmlichen Kirchengebäude und die Gottesdienste sind extra für Kirchenferne, Suchende und Skeptiker ausgerichtet. Alle 14 Tage SonntagsGoDi, mit ernstaunlich großer Resonanz. Manchmal bis zu 600 Leute, von denen die meisten nie in eine Freikirche gehen würden. Auch der Gottesdienst selbst ist alternativ und folgt nicht der evangelischen Liturgie. Aber sehr wohl dem Kirchenjahr.
    Die Presse berichtet gut und nett über den Wal, das Radio äußert sich auch positiv – selbst das Fernsehen war mal dabei. Mit Heinz-Rudolf Kunze als Gast, der zum Glauben interviewt wurde. Der Wal befindet sich weit ab vom Schuss auf dem ehemaligen Expo-Gelände und man sagte dem Pastor zu anfang, daß sich dort keine Sau hinverirren würde. Mir ist die Sache sehr sympathisch, obwohl ich nie auf meine Hauskirche verzichten würde!
    http://www.expowal.de/


  8. Hallo Dirk,
    von Tom habe ich den link zu deinem Blog erhalten und hab mir den Artikel durchgelesen. Den finde ich sehr gut, du hast es auf den Punkt gebracht , die Fragen sind berechtigt und sogar notwendig und sollten ausführlicher behandelt werden.
    Ich würde den Artikel so wie er ist gerne kopieren und auf meinem Blog veröffentlichen, ist das okay.
    Wie du weißt, bin ich vom 24.-27.5. in Berlin und werde Tom treffen – es wäre schön, wenn wir uns auch in diesen Tagen treffen könnten.

    Ric

  9. Dirk Says:

    @Richard:
    Freut mich sehr, von Dir zu hören!
    Auf jeden Fall darfst Du kopieren (s.a.rechts „Copyright“).
    Tom hatte auch schon angekündigt, dass evtl. ein Dreier-Treffen möglich wäre. Würde ich sehr toll finden.
    Gby,
    Dirk.


  10. Kapitalanhäufung…

    Der Staat rüstet auf um dem Terror den Kampf anzusagen, so lauten jedenfalls die Beteuerungen und Rechtfertigungen der politisch Verantwortlichen. Alles in allem wird jedoch in der Öffentlichkeit die Frage wieviel Überwachung für eine Demokratie si…


Comment: