Warum kommen keine Massen von Menschen zu unseren christlichen Treffen?
Warum haben wir noch keinen “richtigen” Namen für unsere Mini-Gemeinde in Staaken?
Warum sind bestimmte Christen mit einer bestimmten Vision in unserem Team?
Warum hat Gott im Gebet immer wieder deutlich gemacht, dass Er sich Sein Volk aus der Gefangenschaft befreien will?
Meine aktuelle These dazu ist:
Weil Gott ganz andere Wege mit uns in Staaken gehen will, als wir es uns bislang dachten.
Der klassische Weg zur Gemeindegründung scheint doch der zu sein:
1. Empfang der Berufung.
2. Bauen eines Teams.
3. Analysieren des Zielgebietes und der Zielgruppe.
4. Sicherung der Ressourcen.
5. Entwickeln bedürfnisgerechter, evangelistischer Angebote mit entsprechender Verkündigung.
6. Irgendwann der Wechsel von einem evangelistischen Projekt zu einem Gemeindegründungsprojekt.
7. Bei genügender Etablierung der Wechsel von einem Gemeindegründungsprojekt zu einer “richtigen” Gemeinde mit einer gemieteten/besser: gekauften Immobilie, einem “richtigen, eigenen” Pastor und der Veröffentlichung der “eigenen” Grundwerte, Ziele und des “eigenen” Gemeindenamens.
8. Etablieren des Gemeindelebens: Starten von Gemeindeprogrammen und Weiterführen von evangelistischen Aktionen, in der Hoffnung, dass mehr und mehr Menschen in das Gemeindehaus kommen. Der Segen (Erfolg) wird dann daran gemessen, wieviel Gottesdienstbesucher am Sonntag erscheinen.
Könnte es sein, dass diese Schema total falsch ist?
Oder, etwas bescheidener: zumindest für uns in Staaken total falsch ist?
Der Weg, dem ich gerade begegne, ist der (ich bin mal kurz überheblich) “Jesus-Weg”.
Wo führte Jesus Versammlungen durch?
Dort, wo Er war.
Sprich: im Freien, in der Synagoge, auf dem Tempelgelände, in den Häusern.
Wo trafen sich die Christen in Jerusalem und der frühen Kirchengeschichte?
In den Privat-Häusern, und wenn es ging, auch in der Öffentlichkeit.
Ab wann galt Gemeinde als Gemeinde?
Sobald sich mind. 2-3 Christen trafen, um gemeinsam Jesus zu begegnen und Seinen Willen zu tun.
Vereinssatzungen?
Fehlanzeige. Das Wort Gottes war die Satzung.
Etablierte Pastoren?
Fehlanzeige. Jesus war der Leiter.
Eigenes Kirchengebäude?
Fehlanzeige. Versammlungen waren letztlich unabhängig vom Ort.
Gemeindeprogramm?
Fehlanzeige. Der Heilige Geist gab das Programm vor.
Gemeindenamen?
Fehlanzeige. Es gab nur die Christen in Jerusalem, in Asien, in Korinth … in Staaken.
Könnte es sein, dass das Gemeindeverständnis einer Vielzahl von Christen heute auf falschen Prämissen beruht?
Könnte es sein, dass wir diese aus der Bibel erkennbaren Gemeinde-Prinzipien zu lange als “historisch bedingt” oder “nebensächlich” abgetan haben?
Meine Sicht von Gemeinde wird auf zur Zeit jeden Fall umgekrempelt.
Und ich entdecke erst nach und nach, welchen “Sprengsatz” die Christenheit in sich hat, wenn sie sich dem (Achtung – Überheblichkeit!) “Jesus-Weg” verschreiben würde. Das könnte eine Dynamik entwickeln, die gefährlich für das etablierte Kirchensystem wäre, aber vielleicht viel mehr noch im Sinne Gottes wäre.
Vielleicht hat das was mit der Befreiung des Volkes Gottes aus der Gefangenschaft zu tun.
Viele Herrscher aus den gemeindlichen Reihen würden aufschreien und gegen das befürchtete Chaos und die große Unsicherheit wettern. Denn das eigene Gemeindeprogramm würde vielleicht wegfallen, das schöne Kirchengebäude könnte uninteressanter werden, die Predigten des Pastors könnten durch die gegenseitige Erbauung der Christen irrelevanter werden und eine Gemeindeleitung könnte an Macht und Kontrolle verlieren, wenn sich hier und da Gemeinden in den Häusern bilden würden.
Ein Herrscher aus gemeindlichen Reihen hätte Angst, sich in die “Unsicherheit” der Leitung durch den Heiligen Geist zu begeben.
Aber ich kann mir vorstellen, dass sich Gott freuen würde.
Er sieht auf das Verachtete und Geringe.
Er schaut nicht auf Titel und schöne Bauten.
Er würde sich vielleicht daran erfreuen, wenn mehr und mehr Christen wirklich das allgemeine Priestertum aller Gläubigen leben würden, wesentlich freier von Herrschaft und menschlicher Hierarchie.
Er würde sich vielleicht daran erfreuen, wenn Sein Volk erkennen würde, dass es nicht die Gemeinde XY in der XY-Straße gibt, sondern nur eine Gemeinde.
Wenn Christen dort Gemeinde leben würden, wo sie auch sind:
im Freien, in der Synagoge, auf dem Tempelgelände, in den Häusern.
Könnte das der “Jesus-Weg” sein, sprich: der Weg für Seine Gemeinde, den Er sich so ausgedacht hat?
Schlagworte: Gemeindebau, Kirche, Mission, Gemeindegründung, Evangelisation, Jesus-Weg, Tempelchristen, Wohnzimmerchristen, Gemeindeherrscher, allgemeines Priestertum, Gemeinde-Befreiung, Gemeindesatzung, Kirchengebäude, Gemeindeversammlung
Mai 7, 2008 um 1:40
Joh 14,6
und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg
Apg 9,2
wären, fände, Männer wie auch Frauen, er sie gebunden nach Jerusalem führe.
2 und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er einige, die des Weges
Apg 19,23
23 Es entstand aber um jene Zeit ein nicht geringer Aufruhr betreffs des Weges.
Du befindest dich mit dem Jesus-Weg in guter Gemeinschaft
Bevor die Christen Christen genannt wurden, nannte man sie: die des Weges sind.
Deborah…..des Weges
Mai 7, 2008 um 9:17
irgendwie höre ich aus deinen fragen eine große ungeduld heraus
wann war der letzte büchertisch einsatz
wann hast du zuletzt mit jemanden über den herrn gesprochen
das beste für ungeduld ist evangelisieren das treibt ins gebet und das verändert die situation und sicht gewaltig
laß dich nicht entmutigen
einmal haben ein paar leute von uns unter obdachlosen im winter evangelisiert
einige dachten wenn diese leute eine bibel bekommen dann ist das schon das halbe werk
die obdachlosen freuten sich über die bibeln außerordenlich
sie sagten uns das wir nicht einzigsten wären die bibeln brächten
auf jedenfall hätten sie was zu heizen
auch eine form von wärmender liebe
Mai 7, 2008 um 9:59
@Peter:
O Mann, das trifft es:
Die Obdachlosen sind dankbar für die Bibel, weil sie dann heizen können!
O Mann!
Nächstes Mal mit einem großen Sack voll Zunder und Holz hin!
Das Thema “Evangelisation” und Gemeindebau gehören für sich zusammen, auch wenn wir sie begrifflich trennen können.
Was ist Salz und Licht?
Nicht die evangelistische Aktion, sondern “wir”.
Wir sind die “Evangelisation”.
Ungeduldig bin ich allzumal.
Ich bin bei manchen Themen schon 2-3 Schritte weiter und bin dann manchmal gefrustet, dass andere noch nicht das sehen, was ich sehe.
Ich will mich in Demut üben.
Gby & gute Besserung,
Dirk.