Zielgruppenarbeit?

By dikosss

Heute wurde ich bei einem Gespräch auf die sog. “Zielgruppenarbeit” hingewiesen.
Ich kenne das aus der Vielzahl der Bücher über Gemeindegründungsarbeit, Mission und Evangelisation.

Aber ich hinterfrage die Notwendigkeit der Zielgruppenarbeit.

Zumindest, wenn es um die Verabsolutierung des Begriffes geht.

Klar: Sinnvoll ist eine Zielgruppendefinition, wenn es um die Arbeit für Kinder ODER Erwachsene geht.
Völlig logisch, dass man dafür unterschiedliche Methoden benötigt.

Aber wenn dann noch differenziert werden soll zwischen (z.B.) Singles ODER jungen Paaren, dann empfinde ich das als überzogen.

Dieser Zielgruppengedanke wird mitunter so gerechtfertigt:
1. Er ermöglicht ein konkretes Arbeiten und verhindert den eigenen Verschleiß (Schutzfunktion).
2. Er resultiert aus der Liebe zu den Menschen, da auch Paulus den Gedanken pflegte, dass er den Griechen ein Grieche werden wolle und den Juden ein Jude (Liebesgebot).

Nur:
Wovor soll ich mich schützen, wenn statt der Singles junge Paare kommen?
Wäre meine Freude nicht ebenso groß?
Schließlich geht es um das Wachsen des Reiches Gottes.

Und:
Paulus wollte den Griechen ein Grieche sein und den Juden ein Jude – aber er schrieb nicht davon, dass er eine Gemeinde der Single-Griechen gründen wollte oder eine Juden-Senioren-Gemeinde.

Hier stoßen sich m.E. Zeitgeist (”Mehr Individualität!”) und biblische Sicht von Gemeinde (”Jung & Alt, Single & Paar, Grieche & Jude”).

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