Auf der Straße
Heute hatten wir unseren ersten Info-Tisch-Einsatz des Jahres 2008 im Kiez.
Aber bei mir bleibt ein Nachgeschmack von „Nee, nee“.
Entsprechend zur Mulit-Kulti-Landschaft im Kiez hatten wir Bücher, Traktate, CD’s und Kassetten verschiedenster Sprachen dabei. Alles schön ordentlich auf dem Tisch sortiert.
Für Kinder gab es zusätzlich Luftballons und Süßes.
Erwachsene sind ja eher misstrauisch.
Aber Kinder nicht. Die sind neugierig. Erst recht die kleinen, arabischen Kids.
Schließlich gibt es Kiez nicht oft eine Aktion, die auch für Kinder ist.
Die Folge:
Es gab einige türkische und arabische Kids, die uns alsbald umlagerten.
„Wie? Das ist alles gratis? Warum?“
„Weil wir an einen Gott glauben, der es gut mit uns meint. Das Gute wollen wir weitergeben.“
Aber als sie kapierten, dass wir Bücher, Luftballons und Süßes verschenken, fingen sie an, zu handeln („Komm, gib mir noch eins!“) … oder einfach zuzugreifen.
Unsere Appelle, dass sie auch für andere etwas übrig lassen sollten, halfen nicht wirklich. Sie respektierten unser „Nein“ nicht. Es war für sie vielmehr Anlass, weiter zu handeln. Ist sicher auch eine Sache der Mentalität – aber ehrlich: Wenn das so 15 oder 20 Minuten geht, dann nervt es.
Der Höhepunkt war eine kleine Ansammlung von türkischen (oder arabischen?) Jugendlichen, die am Tisch vorbeikamen. Einer stopfte seine Hände voll mit den CD’s, die einen evangelistischen Impuls in verschiedenen Sprachen enthielten. Ungefähr 10 Meter entfernt vom Tisch nahm er einige CD’s aus den Hüllen und warf sie in unsere Richtung auf den Asphalt. Eine Geste der Verachtung.
Was geht nur in solchen Köpfen vor?
Mir war eindeutig nach einem Rachepsalm zumute.
Ziemlich strange, aber ich war wirklich sauer.
Fühlte mich beleidigt.
Mein einziger Trost war und ist, dass Gott der Richter ist und Er für Recht sorgen wird.
Möge Er diesen Jugendlichen in einer nächtlichen Vision begegnen!
Uns ist klar, dass das beim nächsten Mal nicht so weiter gehen kann.
Sollen wir uns einen arabischen Bodyguard mit Kampfhund hinstellen? ![]()
Sollen wir alle Utensilien, die für Kinder sind, weglassen?
Sollen wir den Einsatz mit dem Infotisch völlig lassen (immerhin wurde heute mind. 1/3 des Materials wohl in Kanäle geleitet, die eher zerstörerisch wirken – vielleicht war es sogar die Hälfte – das ist letztlich auch eine Kostenfrage).
Ist mir alles noch nicht klar.
Aber dieser Geist der Verachtung und der Respektlosigkeit, der durch diese Handlung einiger Jugendlicher wehte, war ziemlich arg.
Allerdings kam mir ein Gedanke, der kaum vergleichbar ist, der mir aber neben dem „Gott ist Richter“-Gedanken nahe wurde: Jesus Christus litt am Kreuz, wurde verspottet und getötet für Seine Feinde, damit diese vor Gott bestehen können – was zählen da die paar Bücher und CD’s!
Wir sind nicht zum Fluchen berufen, sondern zum Bitten und Segnen.
Gab es auch was Positives?
Naja, dass wir überhaupt auf der Straße im Kiez waren. Besser, als nur im Saal zu hocken.
Dass unsere Mitstreiterin Heidi Passanten direkt zu unseren Treffen eingeladen hat. So mutig bin ich selten.
Dass ich jetzt drei arabische Kids mit Namen kenne. Und sie mich.
Dass vielleicht wenigstens ein Mensch wirklich eine der CD’s hört oder ein Buch liest und von Jesus berührt wird. Und sei es nach drei Jahren.
Dass ich einen russischen Christen kennengelernt habe, der mit seinen Kindern vorbeikam. Im Kiez gibt es auch andere Christen! Segensträger und Hoffnungsträger!
Die Frage bleibt nun aber:
Bringt solch ein Einsatz was?
Sollen wir es anders machen?
Eins noch:
Wir hatten auch Schilder am Tisch zu hängen, mit denen wir dazu einluden, für sich beten zu lassen. Niemand nahm das in Anspruch. Hat mich nicht verwundert, im Gegenteil: wäre ein Wunder gewesen.
So – jetzt muss ich in die Heia.
Tags: Büchertisch, Büchertisch-Einsatz, Evangelisation, Gemeindegründung, Infotisch-Einsatz, Kiez-Evangelisation, Mission, Rachepsalm, Staaken-Projekt
You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.
April 24, 2008 at 1:47
So – ich kommentiere mal wieder mich selbst!
Habe einmal drüber geschlafen, gebetet und nachgedacht.
Ergebnis: Nur weil ein Dämon mal kurz hustet, geben wir doch nicht auf!
Mit ein bisschen umstrukturieren wird es beim nächsten Mal noch besser!
April 24, 2008 at 6:52
hallo dirk,
gut das darüber noch mal geschlafen hast(„der herr gibt es den seinen im schlaf)
zuerst mal freue ich mich das du den dienst tust
und es freut mich das du dabei auch etwas erlebt hast
diesen dienst mach erst seit kurzem wieder so ca 8 jahre
als ich vor 36 jahren zum glauben kam machte ich den dienst so ungefähr 10 jahre
dan erst wieder nach einer langen pause
wenn ich die kraft hätte würde ich dir alles zu diesem thema schreiben
aber zur zeit fehlt mir die kraft zum schreiben wegen meiner erkrankung
aber auf die straße zum evangelisieren gehe ich weiter
auf jeden fall mach weiter
solche erfahrungen wie du sie gemacht hast kenne ich
lieben gruß
peter
April 25, 2008 at 6:03
Hallo Peter!
Danke für die Ermutigung!
Wünsche Dir viel gute Besserung.
Wenn es Dir wieder besser geht, würde es mich schon interessieren, welche Erfahrungen Du so gesammelt hast.
Gott segne Dich!
Dirk.
April 25, 2008 at 8:13
Hi,
warst du am Kreuzweg beim Poller?
Sie lernen diese Verachtung, weil es so weitergegeben wird, denn wir hätten ja die Bibel gefälscht und den Propheten Jesus als Gott erklärt. Sie brauchen den starken Jesus, den Mhmd = Gesalbten, mit Kraft ausgerüsteten.
Siehst du sie kommen, dann lass diesen Geist der Verachtung und Respektlosigkeit die Knie beugen vor dem Namen Jesus und segne die Jugendlichen.
Strategisches Gebet:
Vater, ich vergebe den …….. alle Respektlosigkeit und Verachtung, vergib uns unseren Anteil ihnen gegenüber und reinige den Kiez durch deinen Heiligen Geist von Respektlosigkeit. Danke. Amen.
Deborah
Mai 16, 2008 at 8:31
[...] Unsere erste Infotisch-Aktion dieses Jahr glich mehr einem Wühltisch in einem Billig-Laden: Arabische Kids begehrten die [...]