Ein Dienstpartner vom Staaken-Projekt hatte mir letztens eine CD von einem Gottesdienst einer baptistischen Gemeinde zugesteckt. Auf dieser CD war eine gute, ermutigende Predigt von Haso zu hören. Er benutzte zum Thema “Erweckung” u.a. das Bild von einem steigenden, geistlichen Grundwasserspiegel. Wir würden oft das erweckliche Donnerwetter erwarten, aber Erweckung bestehe auch darin, dass sich langsam, stetig und zunächst unsichtbar etwas Gutes heranbilde.
Das passt gut zu dem Bild der Puzzlestücke:
In der Gemeindearbeit in Staaken erhoffe ich auch immer wieder, dass etwas “Durchbrechendes” passieren möge. Aber in letzter Zeit stelle ich fest, dass einem Durchbruch erst viele, einzelne Puzzlestücke vorangehen müssen. Es gibt eine Verkettung von vielen, unscheinbaren Einzelmomenten, die erst in ihrer Gesamtheit zu dem führen, was dann durchbrechend aussieht.
Solch ein Durchbruch erscheint für die Beteiligten wohl kaum wie etwas Gewaltiges, sondern wie etwas langsam Gewachsenes. Nur für Außenstehende bleibt das Staunen über das fertig gewordene Puzzle.
Die “Insider” wissen, wie es ist, jede Woche einen Saal etwas schöner zu gestalten, sich Gedanken zu machen, wie man Menschen die Liebe Gottes nahe bringen kann; wie es ist, Experimente zu starten: Wege säubern, Spielplätze aufzuräumen, Infotisch-Aktionen durchzuführen, den 20.000′en Flyer weiterzugeben, zu beten, und zu beten, und zu beten…, Gespräche zu führen, Werbung zu machen, theologische Linien zu entdecken, Depressionen zu bekommen, angefochten zu sein, aufgeben zu wollen, doch wieder aufzustehen, Spaß zu haben …
Solch ein Puzzlestück-Sammelsurium scheint auch die Arbeit in Gaisrain zu sein.
Wieder eine Arbeit im Reich Gottes, die für die Weltpolitik kaum Bedeutung hat, die aber für das Leben einzelner Menschen mit neuer Hoffnung verbunden ist.
Für jeden dieser einzelnen Menschen lohnt sich die Puzzlestück-Arbeit.
Schlagworte: Erweckung, Gaisrain, Gemeindegründung, Haso, Staaken-Projekt, Vineyard