Zeichen und Wunder … heute noch?

By dikosss

Bei meinen Nachdenken, Lesen und Diskutieren über das Thema “Zeichen und Wunder” begegnen mir einige Argumente, denen ich nicht folgen kann.

Zwei dieser Einwände und meine Entgegnung stelle ich hier dar:


a) “Zeichen und Wunder geschahen nur zu besonderen Offenbarungszeiten Gottes, so z.B. beim Auszug Israels aus Ägypten oder zur Zeit Jesu und der ersten Gemeinde – heute sei keine besondere Offenbarungszeit und daher bräuchten wir auch keine Zeichen und Wunder.”

Meine Entgegnung:
- Ich kann auch heute noch Zeichen und Wunder gebrauchen! Natürlich kann es auch eine “Wundergläubigkeit” geben, die das Reifen des Glaubens behindert. Aber der mögliche Missbrauch ist kein Ausschlussgrund für das Gute.
- Ja, es scheint besonders intensive “Zeichen-und-Wunder-Zeiten” zu geben und weniger intensive. Aber ein Unterschied in der Intensität ist noch kein Ausschluss an sich.
- Wer bestimmt diese “besonderen Zeiten”? Ich nicht, aber Gott. In Seiner Souveränität kann Er das Gleiche tun wie vor 3000 Jahren.

b) “Zeichen und Wunder können auch Irreführungen durch den Satan sein, so dass sich der Glaube nicht mehr auf Jesus Christus konzentriert, sondern auf die Wunder. Deshalb sollten wir uns nicht auf Wunder und Zeichen stützen!”

Meine Entgegnung:
- Die Möglichkeit des Missbrauchs beseitigt nicht die Möglichkeit des Konstruktiven.
- Auch Jesus wurde vorgeworfen, mit dem Satan unter einer Decke zu stecken – hat Jesus das davon abgehalten, Zeichen und Wunder zu tun?
- Wer sich auf Zeichen und Wunder stützt, hat möglicherweise einen noch unreifen Glauben (wiewohl auch manch reifer Gläubige eine Krankenheilung oder Zeichen der Kraft Gottes gebrauchen kann) – aber nur weil jemand Zeichen und Wunder nicht hilfreich einsortieren kann, muss deswegen das Zeichen oder Wunder nicht schlecht sein.

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10 Antworten zu “Zeichen und Wunder … heute noch?”

  1. Peter sagt:

    Zeichen und Wunder … heute noch?
    mit der überschrift legst du dich fest ohne das die frage eigentlich gestellt wird
    es ist die typische stereotype fragestellung unter christen
    bei der frage geht es um ehrlichkeit
    die einen werden es sofort bejahen( ich habe gesehen wie kurze beine wachsen)
    die anderen bauen ihre apologetik auf( nur in bestimmten situation schenkt gott wunder etc)
    die frage muß anders gestellt werden

  2. dikosss sagt:

    Hi Peter!

    Wie würdest Du die Frage stellen?

  3. tom sagt:

    Hi Dirk,

    danke für die Gedanken. Ich weiß auch nicht, wo diese Abneigung gegen Zeichen und Wunder bei einigen Christen herkommt. Ist es eine Art Selbstschutz?

    Gibt es heute noch Zeichen und Wunder? Ein einziges Zeichen oder ein einziges Wunder Gottes in der heutigen Zeit würde ausreichen um die Theorie, dass Gott aufgehört hat Zeichen und Wunder zu wirken, zu verwerfen. Aber wie gesagt, mit Logik kommt man hier wohl nicht weit.

    Ich denke wir sollten, wenn uns das auf dem Herzen liegt, für Zeichen und Wunder beten. Ich kann nicht erkennen, dass wir dann gegen den Willen Gottes beten würden.

    Ich bete täglich für Zeichen und Wunder. Sehr viel sinnvoller als sich den Mund fusselig zu reden, imho.

  4. Peter sagt:

    hallo dirk
    die antwort muß ich dir vorerst schuldig bleiben
    weil ich sonst unerlich werde
    in der tat rechne und bete ich jeden tag um wunder
    ich bete für menschen die jesus nicht kennen um bewahrung und auch um erfolg für die eine christliche aktion
    ich bete allerdings auch für viele dinge überhaupt nicht so zb für die regierung
    meine erwartungen sind da gleich null
    du siehst trotz 36 jahre glaubensleben hat man noch viele offene punke

  5. dikosss sagt:

    @Tom:
    Eine meiner Thesen ist, dass die Spaltung der Pietisten Anfang des 20.Jahrhunderts ein Grund für die “Abneigung” gegenüber Zeichen und Wundern ist: Was die einen möglicherweise übertrieben haben, haben die anderen sogleich ausgeschlossen. Durch die Berliner Erklärung wurde diese Trennung dann “dingfest” gemacht. Für manche Christen ist dann alles, was nach “Charismatik” riecht, ein rotes Tuch.

    Weiterhin:
    Nach meiner Erkenntnis begehen manche Christen einen Denkfehler und einen Auslegungsfehler, wenn sie versuchen, die heutige Möglichkeit von Zeichen und Wundern biblisch auszuschließen.
    - Der Denkfehler besteht m.E. darin, dass mancher vom eigenen Erleben bzw. dem Erleben anderer auf die geistliche Realität schließt. D.h.: “Weil ich keine Zeichen und Wunder erlebe, deswegen gibt es sie nicht oder sie haben zumindest drastisch abgenommen!”
    Das ist aber eine Argumentationsschiene, die das eigene Erleben zum Maßstab erhebt und nicht das Wort Gottes!

    - Ein Auslegungsfehler wird m.E. gemacht, wenn versucht wird, anhand der Bibel heutige Zeichen und Wunder auszuschließen. Denn: Es gibt keinen ausdrücklichen Satz, wonach Zeichen und Wunder auf dieser Erde aufhören werden (die einzige Ausnahme könnte sein, wenn Jesus Sein Reich völlig aufgerichtet hat).
    Wenn es aber keinen ausdrücklichen Satz gibt, dann müssen wir versuchen, Indizien heranzuziehen.
    Wenn wir dann nach “Zeichen-und-Wunder-Indizien” suchen, dann fällt auf, dass sie in der Bibel genannt sind: Es gibt Zeichen und Wunder!

    Jesus tat welche, Er wies Seine Leute an, ebenso Zeichen und Wunder zu erwarten, Paulus geht z.B. im 1.Kor.-Brief davon aus, dass wir Zeichen und Wunder erfahren können (ja, er weist auch auf die Gefahr des Missbrauchs hin; auch an anderen Stellen wird deutlich, dass sich manche Christen durch “Wunderdienste” in die Irre führen lassen – aber s.o.: Die Möglichkeit des Destruktiven ist per se kein Ausschluss des Konstruktiven!) … deshalb verstehe ich nicht wirklich, aufgrund welcher Bibelstellen man einen “Ausschluss” von Zeichen und Wundern belegen kann.

    Ich bitte Gott auch um Zeichen und Wunder.
    Ich glaube nicht, dass Er sie einfach so schenkt.
    Aber ich glaube, dass ich verstärkt welche erwarten darf, wenn ich “hinausgehe”, um vom Reich Gottes zu erzählen.

  6. dikosss sagt:

    @Peter:
    “du siehst trotz 36 jahre glaubensleben hat man noch viele offene punke”

    Das glaube ich! :-)
    Deshalb schreibe ich auch gerne und öfters (nicht immer), dass es sich um meine Erkenntnis handelt oder benutze Begriffe wie “m.E.” – denn ich habe zwar manche Überzeugungen, weiß aber auch, dass ich schon öfters korrigieren musste.
    Deshalb geht es mir so mit dem Thema “Zeichen und Wunder”:
    Ich finde es schade, wenn andere Christen keine Zeichen und Wunder mehr erwarten.
    Ich kann es verstehen, wenn mancher enttäuscht ist und die Zuversicht verliert – geht mir auch immer wieder so.
    Ich bin bereit, meine Überzeugung auch argumentativ zu belegen.
    Ich will und kann aber niemanden von seiner eigenen Überzeugung abbringen – und schon gar nicht geht es für mich bei solchen Erkenntnisfragen um die “Glaubensfrage” (”wenn xy dies und das nicht glaubt, dann kann er kein richtiger Christ sein…”).

    Vielleicht ist das auch bei diesem Thema die beste Schiene:
    Eine eigene Überzeugung gewinnen – aber offen für Korrektur sein.

    Viel Segen für Dich!
    Dirk.

  7. Peter sagt:

    “Eine meiner Thesen ist, dass die Spaltung der Pietisten Anfang des 20.Jahrhunderts ein Grund für die “Abneigung” gegenüber Zeichen und Wundern ist: Was die einen möglicherweise übertrieben haben, haben die anderen sogleich ausgeschlossen. Durch die Berliner Erklärung wurde diese Trennung dann “dingfest” gemacht. Für manche Christen ist dann alles, was nach “Charismatik” riecht, ein rotes Tuch.”
    Hallo Dirk,
    ich meine das dies eine typische argumentation gegen die berliner erklärung ist ohne die hintergründe zu beachten aus welchen anlaß sie verfaßt wurde
    soweit ich weiß war der anlaß die chaotischen versammlungen der pfingstgemeinden so das sogar die polizei einschreiten mußte
    irgenwo habe ich ein buch da steht es genau drin was damals passiert ist
    ich habe aber definitiv nicht vor dieses thema berliner erklärung zu diskutieren
    das problem heute ist das es nach wie vor pauschalierungen gibt
    der bogen wird von den kritikern von berlin bis emerging church gespannt ohne dabei die einzelheiten zu beachten (das empfinde ich als unfaufrichtig)
    es soll ein guten hermeutik lehrer geben der aus pfingsecke kommt er heißt gordon fee
    solche leute interessieren mich
    werde demnächst seine 2 bücher lesen und seine bibelarbeit über den korintherbrief

  8. Dirk sagt:

    Hallo Peter!

    “Hallo Dirk,
    ich meine das dies eine typische argumentation gegen die berliner erklärung ist ohne die hintergründe zu beachten aus welchen anlaß sie verfaßt wurde…”

    Bei meiner (sehr kurzen Darstellung der) These ging es mir auch nicht um die Hintergründe, sondern um den Fakt an sich.

    Natürlich gab es damals “Wildwuchs” und auch Lehren, die nicht in Ordnung waren. Wenn wir uns dann die weiteren Folgen des gesamten Geschehens anschauen, dann fällt auf, dass es einige Jahrzehnte ziemliche “Grabenkämpfe” zwischen den einen “Rechtgläubigen” und den anderen “Rechtgläubigen” gab.
    Damit entstand mehr und mehr eine große Sensibilität gegenüber manchen Lehrauffassungen der jeweils anderen – vergleichbar mit einem roten Tuch.

    Insgesamt verstehe ich die schriftliche Reaktion durch die Berliner Erklärung. Denn es stand ja die Frage im Raum: “Wie gehen wir mit manchen Lehren und Erscheinungen um?”
    Wenn ich mir die weiteren Folgen anschaue, dann wage ich zu bezweifeln, ob das Verhalten mancher Christen damals insgesamt hilfreich war. Ich habe den Eindruck, dass viele Christen damals mehr oder weniger “genötigt” waren, Stellung zu beziehen: entweder man stellt sich hinter die Erklärung oder stellt sich dagegen. Die Folgen spüre ich im Gemeindeleben bis heute …
    Die Berliner Erklärung ist sozusagen nur die Spitze des Eisberges gewesen. Aber dennoch ein entscheidender Punkt.

    Du siehst: Es geht mir nicht um die Berliner Erklärung an sich, sondern durchaus um die Zusammenhänge. Ein Stück Papier muss nicht viel wert sein. Es ist immer die Frage, was wir daraus machen.
    “Rechtgläubige Grabenkämpfer” gab und gibt es auf beiden Seiten.

    Wenn ich dann also schreibe, dass
    “Was die einen möglicherweise übertrieben haben, haben die anderen sogleich ausgeschlossen. Durch die Berliner Erklärung wurde diese Trennung dann “dingfest” gemacht. Für manche Christen ist dann alles, was nach “Charismatik” riecht, ein rotes Tuch.””
    dann geht es für mich nicht isoliert um die Berliner Erklärung, sondern um die Auswirkungen und das Verhalten der Christen.

    Ich hoffe, dass Du verstehst, was ich meine.

    Viel Segen für Dich und vielleicht kannst Du mir mitteilen, welchen Gewinn Du aus den Büchern gezogen hast.
    Dirk.

  9. Peter sagt:

    Hallo Dirk,
    nachfolgende Zeile von Dir müssen wir gemeinsam widersprechen. Grundsätzlich habe ich Dich bestens verstanden. Und sehe auch Deine ehrliche Absicht.
    “Natürlich gab es damals “Wildwuchs” und auch Lehren, die nicht in Ordnung waren.”
    Lange Jahre habe ich mich auch hinter einer solchen Erklärung für die Fehler meiner Denomination versteckt. Um Mißstände die offensichtlich waren billig zu Entschuldigen.(Du tust das nicht)Ich erkläre Dir ganz kurz warum.
    Bitte überlege mal wer alles diese Formulierung gebraucht hat.
    Sie wurde benutzt von Leuten die Kreuzzüge durchführten sowie von der Katholischen wie auch Evangelischen Kirche (Liberale Theologie) Politisch wird sie gerne benutzt um das dritte Reich zu entschuldigen.
    Die von Dir (auch von mir)gebrauchte Formulierung ist problematisch weil sie den Geruch einer selbst erteilten Absolution trägt.
    Durch die Bücher von Francis Schaeffer habe ich gelernt im christlichen Bereich kritischer zu denken. Schäffers wichtigste Frage war immer welche konsequenzen hat diese Aussage. Und was passiert wenn man sie weiter verfolgt. Obwohl Schaeffer kein Pfingstler war besuchten viele von ihnen auch seine Veranstaltungen.
    Irgendwie wird der Platz hier zu klein für den Austausch.
    Vielleicht sollten wir dies per Mail tun. Meine Adresse hast Du ja.
    Gottessegen für heute
    Peter

  10. dikosss sagt:

    Hi Peter!

    Okay, machen wir per e-mail weiter!
    Viel Segen,
    Dirk.

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