Mark Driscoll und Gerry Breshears haben eine neues Buch rausgebracht:
“Vintage Jesus – Timeless Answers To Timely Questions” (Crossway Books, 2007, First Printing 2008).
Ein Buch, das solche Grundfragen behandelt wie
- “Is Jesus the Only God?”
- “Did Jesus Rise from Death?”
- “Where Is Jesus Today?”.
Kenn’ wa schon, wa!?
“Nüscht Neued unta de Sonne!” könnte man denken.
Auf den ersten Seiten wird das auch klar:
Für den eingefleischten Christen, der sich mit den obigen Grundfragen auseinandergesetzt hat, gibt es nicht wirklich neue Fakten oder Argumente (wobei ich erst auf Seite 50 bin, könnte sich also noch ändern).
Aber!
Aber es wird neu verpackt.
In dem typisch ironischen, z.T. zynischen Stil von Mark Driscoll.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Stil des zweiten Autors mildernde Einflüsse hat.
Besonders lesenswert war für mich der Abschnitt “Jesus Was Passionate”.
Hier ein Versuch, einiges davon auf Deutsch wiederzugeben (Kontext: Mark schreibt von seiner Kindheit in der Katholischen Kirche):
“Der Jesus, den ich kennenlernte, war stets mild, endlos geduldig, offen, bejahend, tolerant, nur nette Worte sprechend, niemals ärgerlich und einer, der vor jedem Konflikt flüchtet.
Schlimmer noch: Dieser seltsame Jesus schien wirklich wie ein Schaf zu sein. Ich sah nie ein Bild von ihm mit einem Baseball-Handschuh oder mit anderen Kindern, aber ich sah ihn mit einer Menge Schafen…”
(dann schreibt er davon, dass niemand so einen Jesus in seinem Baseball-Team hätte haben wollen, weil dieser softe Jesus einfach nicht hart genug zuschlagen kann)
“Statt in ein Baseball-Spiel verwickelt zu sein, hätte dieser Jesus lieber Blumen gepflückt und hätte Tagträume von fluffigen Schafen gehabt, während er für seine Feinde betet und seine Emotionen völlig unter Kontrolle hat…”
(dann berichtet Mark davon, wie er das erste Mal selber die Bibel gelesen hat und wie sich ein ganz anderes Jesus-Bild gebildet hat)
“Das Portrait, das der Evangelist Markus von Jesus zeichnet, hat mehr mit dem ehemaligen Baseball-Spieler und jetzigen Evangelisten Billy Sunday zu tun, der sagte: ‘Jesus war der größte Schläger, der jemals lebte!’
Im ersten Kapitel von Markus , beginnt Jesus Fremde wegen ihrer Sünde zu beschimpfen… kurz danach befiehlt Jesus einigen Leuten, ihre Jobs aufzugeben und ihm zu folgen … und alsbald sagt Jesus einem Dämon, den Mund zu halten und heilt einen Leprakranken, nur um diesem zu sagen, dass auch er den Mund halten soll.
Im zweiten Kapitel geht Jesus in den Konflikt mit wohlerzogenen, religiösen Typen und tut so etwas wie am Sonntagmorgen in ein Kirchengebäude hineinzustürzen, um sich aus dem Brot für das Abendmahl ein Sandwich zu machen, weil er Hunger hat.
Im dritten Kapitel wird Jesus ärgerlich, ist total bekümmert und scheint Paxil (ein Stärkungsmittel) zu brauchen. Dann ignoriert er seine eigene Mutter, was den Fokus auf die hebräische Familie völlig zerstört, so dass einige schnell ein Positionspapier entwickeln, mit dem sie den Verzicht auf seine Aktionen erklären.
Im vierten Kapitel tadelt Jesus den Wind, was für ziemliche Unruhe mit den örtlichen Pantheisten sorgt.
Im fünften Kapitel tötet Jesus 2000 Schweine, versetzt die Blogosphäre der Tierschutz-Aktivisten in Panik und verursacht damit eine Speck-Hungersnot, die nur durch die große irische Kartoffel-Hungersnot getoppt wird….”
“… zusammenfassend muss gesagt werden, dass der Jesus aus dem Markus-Evangelium nicht zu alten Damen mit Hüten und Männern in Anzügen passt, die wir in der Kirche sehen können.”
Na, auf den Geschmack gekommen?
Schlagworte: Crossway Books, Gerry Breshears, Jesus-Schaf, Jesus-Schläger, Mark Driscoll, Vintage Jesus