Sex wird in unserer Gesellschaft überbetont.
Aber Spaß macht’s!
Nicht die Überbetonung, sondern das Geschehen als solches.
Ein Punkt, der mir u.a. in der Arbeit in der Gemeindeleitung besonders viel Gedanken bereitet hat, ist der Klassiker: SvdE bzw. kSvdE (diese Wortkürzel sind öfters in den Foren von jesus.de zu finden), sprich: Sex vor der Ehe bzw. kein Sex vor der Ehe.
Die biblische Linie scheint mir recht klar zu sein.
Hier kannst Du Dir eine Ausarbeitung von mir runterladen.
Doch das Herausfordernde ist das:
Wie kann es gelingen, junge Menschen dafür zu gewinnen, die Weisungen Gottes ernst zu nehmen?
Die Spannung besteht darin:
Wir wünschen uns, Menschen für ein Leben mit Gott zu begeistern.
Es scheint idR. kontraproduktiv, diese dafür mit Moral-Keulen zu bearbeiten.
Die bloße Einforderung von “Verhaltensnormen” hilft oft nicht weiter.
Aber die Einführung eines laissez-faire-Stils scheint ebenso wenig im Sinne Gottes zu sein.
Wie ist in der Gemeinde damit umzugehen?
Was hilft?
Schlagworte: Ehe, kSvdE, Sex, Sexualethik, Sexualität, Sexualmoral, SvdE
Februar 28, 2008 um 12:11
Sehr spannende Frage und das ist aber viel zu lesen! =D
Februar 28, 2008 um 2:12
Hi xxee!
Aber Achtung:
Das Skript bietet keine Antwort auf die Frage, wie eine Gemeinde mit dem Thema umgehen soll/kann/muss.
Aber vielleicht hast Du eine Idee!?
Februar 28, 2008 um 2:59
Hi, schöne Arbeit, habs überflogen.
Mal noch ein Gedankenimpuls: ein Fleisch werden kommt auch beim Blutbund vor, den Familienoberhäupter geschnitten haben. Ein Teil des Rituals war ein Schnitt in den Unterarm und die Wunden wurden per Armgriff zusammengelgt, damit sich das gegenseite Blut vermischte.
Der Brauch der Hochzeitsnacht mit dem ersten Beischlaf hat auch eine Anlehnung an den Blutbund. In den orientalischen Räumen kommt das noch deutlicher zum Ausdruck, wo das Laken mit dem Blut des Jungfernhäutchens zum Zeugnis, dass die Ehe vollzogen ist, der Familie vorgezeigt werden muss.
Das amtliche Eheversprechen (…wie in schlechten Tagen….) geht auch auf den Blutbund zurück, denn der Blutbund war ein Versprechen der gegenseitigen Versorgung, wenn einer in Not geriet; des Verteidigungs-Beistandes bei kriegerischen Angriffen (es gibt eine Bedeutung des Wortes Unterordnung, das im Kriegswesen gebraucht wird: sich mit in die Kampfesreihe/Verteidigungslinie stellen) Eph 5……….
Nicht ohne Grund steht die geistliche Waffenrüstung im grossen Brief über Beziehungen. Wie denken wir voneinander, wie helfen wir einander, wie leicht lassen wir uns entzweien?……. Die Schlange im Paradies entzweite den Menschen von Gott und dann das Menschenpaar untereinander. “Think about it”
Vorehelicher Beischlaf: eins werden, auseinandergehen: die Seele und der Geist des Menschen suchen unbewusst immer den ersten Sexualpartner. Da verströmt a) Lebenskraft b) ist ein Teil an einen anderen Menschen gebunden und man hat nicht die volle Seinskapazität für seinen Ehepartner c) wird unbewusst automatisch verglichen …… auch hier ist eine Entzweiung im Spiel.
lg
Deborah
Februar 28, 2008 um 3:11
Hervorragend!
Februar 28, 2008 um 4:35
@Olifant:
Danke!
Was denkst Du zu den obigen Fragen?
Februar 28, 2008 um 7:57
Danke für die gründliche Ausarbeitung.
Wir man das konkret lebt, bleibt immer noch eine Schwierigkeit. Ein weites Feld.
Februar 29, 2008 um 7:46
ja, danke für den Hinweis, hab es gelesen und weitergeschickt, weil ich es wirklich gut fand. Danke! zum Thema Gemeinde – ich würde mir irgendwie einfach ein Stück mehr Offenheit in den Gemeinden wünschen und ich frage mich, warum es oft ausgeklammert wird, wo es doch ein so wichtiges Thema ist. Es offen anzusprechen ohne zu verurteilen bleibt da wohl eine große Herrausforderung, denn im Grunde muss man jeden die Chance geben, es für sich selbst herrauszufinden, die Frage ist, wie man dabei unterstützen kann. =)
Februar 29, 2008 um 11:16
@Achti: Wahrlich ein weites Feld!
@xxee:
Vielleicht ist das ein wesentlicher Punkt, den Du angesprochen hast:
Das Behandeln solcher Themen, ohne andere gleich in Schubläden zu werfen.
Mehr das Verständnis wecken, dass wir uns gegenseitig auf dem Weg mit Jesus unterstützen wollen…
Könnte mir vorstellen, dass die Förderung und Pflege einer solchen liebevoll-offenen Art und Weise selbst solche schwierigen Themen “nahe” werden lässt.
Februar 29, 2008 um 11:40
ja – schubladen. ich denke es ist vor allem bei so heiklen themen auch wichtig, daß man die eigene unvollkommenheit im blick hat, wenn man es anspricht. nur so kann man wohl den anderen die möglichkeit geben, ihnen nichts von oben herab “vorzuschreiben”, und es selbst für sich herauszufinden. schwierige gradwanderung, denn die aussage sollte ja dabei trotzdem klar bleiben.
wieso ist es bloss immer so schwierig, das richtige maß zu finden, entweder die aussagen dazu sind sehr verschwommen und unklar oder man hat das gefühl einen mit der keule übergebraten zu bekommen.
vielleicht hat es ja auch etwas mit der motivation zu tun, aus der heraus wir über dieses thema reden und sicher auch mit dem maß an liebe, dass dahinter steckt.
wie du schon schreibst, liebevoll-offene art, könnte man quasi fast als schlüsselbegriff sehen =)
Februar 29, 2008 um 6:44
Ich wüsste jetzt auch nicht genau, wie man es meiner Generation nahe bringen kann, da bei den Meisten von Anfang an dieses “Kirche ist blöd – Die Bibel ist ne Fabel – usw” vorhanden ist. Man sollte an die Eltern appelieren, dass sie es ihren Kindern “schonend” nahe bringen, was jedoch davon abhängt, wie die Eltern erzogen worden sind und was sie für ein Glaubensbild haben. Ich würde die Frage mit einem klaren “Nein” beantworten, da man ja immer öfter sieht was alles “dabei herauskommt”. Die Zahl der Kindstötungen steigt, die Mütter und Väter werden immer jünger (eine Freundin die ein Jahr in Amerika verbracht hat meinte, dass viele mit 17/18 Jahren schwanger sind bzw. ein Kinde haben, jedoch nach einem Jahr die “Eltern” getrennt leben) und die Kinder immer verwahrloster. Ich will jetzt niemanden beleidigen, aber vor allem Kinder aus nicht-normalen Familienverhältnissen sind oft schlichtweg “gestört” oder für die Mitmenschen unerträglich. Klar, es kann immer mal sein dass es zu einer Scheidung kommt oder sich die Eltern auseinander leben, aber Kinder aus “klassischen” Familien sind einfach besser dran. Dein Script finde ich hervorragend.
März 1, 2008 um 12:58
@Olifant:
Danke für’s Kompliment!
Du weist auf einen wichtigen Punkt hin:
Was die Eltern versauen, dann wird entsprechend.
Was die Eltern an Gutem wirken, wird gut.
März 2, 2008 um 3:54
Mir ist dazu noch eingefallen: die Frage “Wozu?” tun die jungen Leute das, den SvdE?
In der Seelsorge kommt oft der Hintergrund auf den Tisch, dass ein Mangel an Elternliebe in der Kinder- und Jugendzeit durch Sex versucht wird zu kompensieren.
Dann natürlich das Dazugehören-Wollen in der Gruppe. Der hat schon……., die hat schon…….. Selbstwert und Selbstbewusstsein werden da geprüft.