Ansätze für eine Gemeindestruktur
Welche Struktur sollte eine Gemeinde haben, die sich irgendwie erst zur Gemeinde entwickelt?
Ein Freund von mir, eine meiner Schwestern und ich haben heute Abend darüber nachgedacht und diskutiert.
Diese Gedankenfetzen kamen dabei heraus:
- Transparenz und Kommunikation sind wichtig – wie auch immer eine künftige Struktur aussehen mag. Letztlich geht es immer nur gemeinsam.
- Vor allem in einer Gründungsphase macht eine „starke“ Leitung Sinn – sich nicht gleich am Anfang in die Vielfalt von Meinungsscharmützeln begeben, sondern effektiv vorgehen: nur wenige entscheiden, sorgen aber zugleich für die Transparenz.
- Solange keine Ältesten in Sicht sind bzw. geschult sind, leiten die Gründer die Gemeinde.
- Eine Mitgliedschaft ist relevant für leitende Dienste: für Leiter von Hauskreisen und andere Gemeindegruppen.
- Mitgliederversammlungen dienen der gemeinsamen Willensbildung, wobei vor allem in der Anfangsphase die Gemeindegründer/-leitung letztlich entscheidet.
- Mitglied kann werden, wer Jesus Christus als Herrn und Erlöser bekennt.
Eine Mitgliedschaft drückt im übrigen nur aus, dass sich jemand zu dieser Gemeinde halten will. Andere Rechte und Pflichten sind damit nicht unbedingt verknüpft.
Interessant fand ich das statement meines Freundes hinsichtlich der Alleinentscheidungskompetenz der Leitung. Seine Auffassung ist, dass unsere Gesellschaft so sehr vom Individualismus geprägt ist, dass es zu Gunsten der einheitlichen Linie nötig sei, eine starke Leitung zu haben. Abgesehen davon, würde man es eh nie allen Recht machen.
Ich wandte ein, dass ich im NT mehr Belege dafür finde, dass die gesamte Gemeinde entscheidet.
Er verwies darauf, dass im NT vom Modell der Hausgemeinde ausgegangen werde und damals auch die häuslichen Hierarchien deutlicher gewesen seien als heute. Damals ließ sich der Vater taufen und dann das ganze Haus mit. Heute seien solche Vorgehensweisen in Deutschland undenkbar (zumindest, was die väterliche Autorität betrifft). Somit könnten wir nicht heute in Deutschland nicht von den gleichen Bedingungen und Strukturen des Orients vor 2000 Jahren ausgehen.
Wie auch immer: interessante Gedanken.
Zu Letzt sind wir auf die Möglichkeit gestoße, sich der Vineyard-Bewegung in Berlin anzuschließen. Etliche ihrer Werte scheinen uns recht nahe zu sein.
Eine Vereinsgründung wäre vor allem in der ersten Zeit nicht nötig, da alles über den Dachverein organisiert werden würde. Erst ab ca. 35 Personen wäre eine eigene Vereinsgründung relevant.
Was zudem für die Vineyard-Bewegung sprechen würde, ist, dass offensichtlich für mehr Begleitung gesorgt wird. Das ist ein Kapitel, das ich seitens der LKG und des GWBB durchaus vermisse.
In sportlicher Konkurrenz dazu befindet sich das Gemeinschaftswerk Berlin-Brandenburg.
Werte und Ziele sind dort längst nicht so eindeutig definiert wie beim Vineyard-Netz. Zudem gibt es einige bürokratisch erscheinende Sitzungstermine. Allerdings eröffnen sich dort mehr Freiheiten, eben weil vieles nicht so festgelegt ist.
Was auch immer bei unserem Nachdenken rauskommen mag – es ist spannend!
Mögen wir bei diesen nötigen internen Klärungen nicht die Menschen um uns herum vergessen!
Tags: Gemeindegründung, Gemeinschaftswerk Berlin Brandenburg, GWBB, Staaken-Projekt, Vereinsgründung, Vineyard Berlin, Vineyard-Netz
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