In allen Gemeinden wird nur “mit Wasser gekocht” – sagt man.
Ideal wäre es, wenn der Heilige Geist der Koch ist… dann könnte es Glühwein geben.
Der erste Satz ist aber manchmal auch eine Schutzreaktion.
“Die anderen kochen auch nur mit Wasser”, soll dann heißen:
Jede Gemeinde hat ihre Fehler.
Kannst’e hingehen, wo Du willst.
Wirst auf kurz oder lang immer auf Schwierigkeiten stoßen.
Also: Bleib’, wo Du bist!
Das ist dann eine Schutzreaktion, wenn nicht auch mal wirklich der Topf untersucht wird, in dem das Wasser gekocht wird. Oder auch: Wer kocht denn wirklich? Woher wird das Wasser genommen? Was tut das Küchenpersonal, wenn das Wasser nicht kocht?
Wer sich solchen Fragen immer mal wieder stellt, der wird relativ offen für Neuerungen und Kritik bleiben.
Und trotzdem scheint es Fakt zu sein:
Jede Gemeinde hat ihre Schwächen.
Ein bisschen Schwund gibt’s immer.
Hier entsteht die Frage nach der Tendenz.
Wie wird tendentiell mit Fehlern und Schwächen umgegangen?
Diese Tendenz-Frage kann für alle Gemeindebereiche gestellt werden:
Wird tendentiell kontrollierend oder vertrauend miteinander umgegangen?
Ist man tendentiell offen miteinander oder trägt man tendentiell Masken?
Herrscht tendentiell ein Geist der Freiheit oder tendentiell ein Geist der Enge?
Lebt in uns tendentiell der göttliche Pioniergeist oder der menschliche Schlafgeist?
Diese Tendenzfrage macht deutlich:
Mit dem Paradies auf Erden ist in nächster Zukunft nicht zu rechnen. Wir haben uns im Gemeindeleben auf Konflikte und Spannungen einzustellen.
Aber was machen wir daraus?
Wohin bewegen wir uns tendentiell?
Ist es tendentiell der Weg à la Himmelsbürgertum oder tendentiell der Weg eines dreisten Erdlings?
Schaffen wir uns trotz der Konflikte tendentiell einen Raum der Freiheit und des Vertrauens?
Behält tendentiell der Streit die Oberhand oder siegt die Offenheit und Liebe?
So muss ich von keiner Gemeinde erwarten, perfekt zu sein.
Aber ich darf erwarten, dass wir uns tendentiell jesusmäßig verhalten!
P.S. Für alle, die relativ regelmäßig meinen Blog lesen und sich gefragt haben, warum denn seit Tagen nix Neues mehr hier drin stand: Ick wa krank. Aber danke für die Besserungswünsche – fühle mich schon besser. Noch leicht zittrig, aber ein Topfpflänzchen könnte ich schon ausreißen.
Schlagworte: Gemeinde, Gemeindefehler, Gemeindeleben, Gemeindeprobleme, jesusmäßig, Tendenzfrage