Kinder und Gottesdienst

Daniel hat ein paar Fragen zum Thema -s.a. Titel – gestellt.

Hier ein paar Antworten und Gedanken von mir:

„…die Frage ob du selbst Kinder hast mit denen du zu einer Gemeinschaft gehörst.“

Ich habe eine Tochter.
Wir gehören zu einer Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG).

Parallel bin ich in einem missionarischen Projekt aktiv.
Dort haben wir ein Kind von ca. 1 Jahr.

„Darauf folgen Fragen zu deiner Gemeinschaft und den Treffen/Gottesdiensten die ihr habt.“

Der Gottesdienst der LKG ist eine Mischung zwischen Landeskirche und Freikirche. :-)
Es läuft also ordentlich geregelt ab: die Kinder werden ca. 10-20 min. nach Beginn des Gottesdienstes in die Kinder-Parallelveranstaltung geschickt.

Das missionarische Projekt:
Das eine Kind ist immer dabei.
Wenn mal andere Kinder dabei waren, dann saßen sie meistens mit uns zusammen. Manchmal ist jemand mit einem dieser Kinder vorübergehend in einen anderen Raum gegangen.

„Wenn du deine Gedanken zu diesem Thema aufschreibst bitte ich dich darum etwas über die Idee/Philosophie zu schreiben, die für dich hinter deiner Meinung steht. Eine Beschreibung wie ein Gottesdienst aussieht gehört meiner Ansicht nach ebenso dazu wie eine Abwägung von Vor- und Nachteilen dessen was du vorziehst bzw. was ihr lebt.“

Da ich gerade dabei bin, eine Predigt zu Markus 10,-13-16 zu produzieren (Jesus segnet Kinder statt mit Seiner Lehreinheit weiterzumachen), frage ich mich:
Ist es gut, wenn Kinder „raus geschickt“ werden?

Zudem fühle ich mich durch das Buch „Der Schrei der Wildgänse“ hinterfragt. Die „ideale“ Gemeinschaft wird dort so beschrieben, dass die Kinder stets bei den Erwachsenen sind.
One family.

Aber mal ganz prinzipiell:
Kinder gehören dazu.

Und das mal als Herausforderung:
Christsein (Gottesdienst) zeigt sich darin, dass gerade die „Nutzlosen und Schwachen“ Raum und Zeit bekommen!
Und nicht darin, dass solche Menschen in einen abgesonderten Raum abgeschoben werden.

Bei uns in der LKG:
Es ist wahrscheinlich eine Mischung von „Die Großen brauchen anderen Stoff als die Kleinen“ (deshalb: die Erwachsenen in dem einen Raum, die Kiddies in dem anderen Raum) und „Jetzt ist es ruhiger hier“ – je nach Einzelperson. Insgesamt scheint die Priorität aber bei den Erwachsenen zu liegen.
Mal provokativ formuliert:
Hauptsache die Versammlung für die Großen fällt nicht aus!

Bei uns im Projekt:
Noch existieren keine bewusst geklärten Strukturen.
Wenn Kinder da sind, dann sind sie da.
Wenn mehr Kinder kommen sollten, werden wir uns darauf einstellen.

Aber auch das habe ich erfahren:
Während einer Versammlung der Baptisten wurden die Kinder bewusst vom Prediger angesprochen. Es gab eine Art „Kinderlektion“, verbunden mit einem Physik-Experiment. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Kinder angesprochen gefühlt haben.
Anschließend sind die Kinder mit ihren Leitern in einen anderen Raum gegangen.
Hier wurde zwar auch zwischen Großen und Kleinen differenziert, aber durch diese Aktion wurde vielen bewusst:
Die Kinder gehören dazu.
Fand ich schön.

So meine ich:
Nach Außen können manche Strukturen ähnlich aussehen.
Aber es sind die Zwischentöne, die die Melodie ausmachen!
Soll heißen:
Je nach Größe einer Versammlung, je nach Zielsetzung und je nach Gemeindeform kann eine Parallelveranstaltung für Kinder sehr sinnvoll sein.
Aber es muss deutlich sein:
Wir brauchen die Kinder!
Gerade den Schutzlosen und Ohnmächtigen muss vor Jesus und bei uns Raum gegeben werden.
Wo das nicht der Fall ist, handeln wir rein menschlich – aber nicht wie Jesus.

Das Letztere lässt sich vielleicht daran erkennen:
- Kinder haben während der Versammlung still zu sein.
- Kinder spielen in den Versammlungen eigentlich keine Rolle.
- Die Versammlung der Erwachsenen ist wichtiger als die Versammlung der Kinder (kann u.U. am Zeit-, Kraft-, und Geldaufwand einer Gemeinde gemessen werden).

Was könnte getan werden, um das zu ändern?
- Die Einstellung und das Verhalten Jesu gegenüber Kindern beleuchten.
- Was heißt das für die konkrete Gemeinde?
- Eine wiederholte Wertschätzung der Kinder-Mitarbeiter.
- Das (partielle) Hineinnehmen von Kindern bei der Versammlung der Großen.
- …


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One Comment on “Kinder und Gottesdienst”

  1. [depone] Says:

    cool. hab mich sehr gefreut deine gedanken zu diesem interssanten thema zu lesen.


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