Der Schrei der Wildgänse – Teil III

By dikosss

In manchen Gedanken haben mich die Autoren in meinen Ansichten bestärkt, in anderen in Frage gestellt (hier ein erster und zweiter Einblick in das Buch).

Bestärkend war für mich das:

Leiter/Älteste einer Gemeinde sind nicht zum Herrschen berufen, sondern zum Dienen (hier ein paar Gedanken dazu).
Aber die Gemeindepraxis sieht oft anders aus:
Der Leiter soll entscheiden, wo es langgeht.
Die Leitung soll wichtige Entscheidungen fällen.
Der Pastor soll seine Vision vom Gemeinde vermitteln.

Es gibt eine Menge von Büchern zum Thema “Gemeindeleitung”.
Und es gibt einige gute Gedanken darin zu finden.
Aber in etlichen Büchern wird das übliche (religiöse) Leitungsmodell favorisiert: es geht dann um eine Pastor- bzw. Leitungskonzentriertheit. Demnach sind Leiter oft solche Menschen, die ihre Vision und ihre Werte besonders gut darstellen können und sie auch durch Widerstand festhalten können.
Im Notfall müssen dafür auch manche Christen der Gemeinde “geopfert” werden.
Entweder man folgt dem Leiter und darf dann viel Anerkennung genießen oder man folgt dem Leiter nicht und ist dann schnell außen vor.

Das Problem:
Jesus hat sich das nie so gedacht.
Jeder einzelne Christ ist berufen, Ihm zu folgen, aber nicht einem menschlichen Leiter!
Und die Gemeindeleiter sollten nicht dadurch auffallen, dass sie besonders wichtige Entscheidungen treffen, sondern dadurch, dass sie dienen!

Erschreckend ist auch die Verankerung bestimmter Vorstellungen von Gemeinde und Gottesdienst.
Statt zu verstehen, dass Gemeinde auch mit 2-3 Christen leben kann, meinen etliche: “Ich gehe zur Gemeinde!”
Dieses Denken stützt den religiösen Strukturerhalt von Gemeinden, entspringt aber nicht dem Denken Jesu.
Der erste Gedanke berücksichtigt, dass Gemeinde dynamisch ist und nicht von einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern abhängig ist.
Ähnliches gilt für diese Vorstellung: “Ich gehe zum Gottesdienst!”
Denn die jesusmäßige Vorstellung ist vielmehr: Das Leben eines Christen ist Gottesdienst – entweder ein guter oder mehr ein Götzendienst.
Aber ein Christ kann nicht zum Gottesdienst gehen!

Genau das wurde mir letztens bewusst:
Ich war für 2-3 Wochen selten bei offiziellen Gemeindetreffen gewesen (krankheitsbedingt und ähnliches). Es gab manche Christen, die nachfragten, wie es uns als Familie geht. Das empfand ich als liebevoll.
Es gab aber auch einen Kommentar eines Christen, der meinte:
“Du könntest dich mal wieder öfters in der Gemeinde blicken lassen!”
Leute – dieser Satz offenbart volle Kanne das klassische religiöse Denken, das nicht in Jesus verwurzelt ist!

Das will ich nach der Lektüre des Buches aber auch festhalten:
Es ist mir irgendwie noch unklar, wie die Alternative (ein freies Leben in Christus ohne Religion) konkret gelebt werden kann.
Aber vielleicht so:

Christen, die zusammen Jesus begegnen wollen, treffen sich.
Einige haben was Essen dabei. Nicht, weil dies so organisiert wäre, sondern weil es der Gabe dieser Christen entspricht, an so etwas zu denken. Andere werden dadurch inspiriert und bringen beim nächsten Mal auch Essen mit.
Beim gemeinsamen Essen und Spielen entstehen Gespräche.
Es sind keine verordneten Gespräche (“So – jetzt unterhalten wir uns mal über unsere Enttäuschungen in der Kindheit und sprechen anschließend Vergebung aus!”).
Die Gespräche entwickeln sich entsprechend dem Interesse und dem geistlichen Stand der Anwesenden (so ein bisschen wie Open Space).
Mancher schnappt sich während eines Gespräches eine Bibel, um mit dem anderen das zusammen Besprochene biblisch zu reflektieren.
Manchmal steht jemand auf, um etwas zu verkündigen, was ihm gerade wichtig geworden ist.
Einige unterhalten sich danach über die Predigt, andere setzen ihr Gespräch fort … oder essen.
Zwei oder drei andere haben sich zu einer Gebetszeit versammelt. Ein paar andere schließen sich der Gebetsgruppe an.
Zwischendurch hat jemand Lust bekommen, Gott auch musikalisch zu loben. Mehrere Christen stimmen in den Lobpreis mit ein. Andere reden woanders weiter… oder essen.

Und zwischendrin immer die Kinder.
Einige Erwachsene und Jugendliche spielen mit ihnen.
Nicht, weil das ihr Amt wäre, sondern weil sie Spaß dabei haben.

Und die Ältesten?
Einige von ihnen waren schon vor dem Treffen da, um ein paar Stühle zu stellen.
Einer der Ältesten hat Essen mitgebracht und nimmt später das dreckige Geschirr der anderen nach Hause, um es für die anderen zu putzen.
Etliche Älteste fragen bei den anderen nach: “Wie geht es Dir?”
Sie nehmen sich Zeit, um andere auf ihrem persönlichen geistlichen Weg zu begleiten.
Und man entdeckt sie immer wieder dabei, wie sie für andere beten.

Gibt es einen bezahlten Pastor?
Vielleicht nicht.
Vielleicht schon.
Hat er besondere Befugnisse?
Nein. Seine Stimme zählt nicht mehr als die der anderen.
Aber er wurde von den Christen angestellt, damit möglichst jeder einen geistlichen Begleiter hat und damit möglichst jeder seinen eigenen Platz im Reich Gottes entdeckt.
Dafür soll der Pastor helfen.
Wahrscheinlich wird er nicht “Pastor” genannt, sondern einfach nur beim Vornamen.

Evangelisation findet dort statt, wo die Christen sind:
Auf dem Arbeitsamt, bei Verwandtschaftsfeiern, im Büro, im Sportverein, beim Bäcker…
mancher betet still für Kollegen,
ein anderer fragt nach dem Wohlbefinden anderer,
manche fallen auf, weil sie so oft hilfsbereit sind,
einige führen sehr tiefgehende Gespräche in der Arztpraxis,
und mancher Christ sagt: “Komm’ doch mal mit zu unseren Treffen! Das macht echt Spaß!”
Und nach und nach entdeckt der Nicht-Christ, dass Jesus ziemlich gut ist und ein Leben mit Ihm ein Leben voller Freiheit und Freude ist.

Diakonie geschieht womöglich so:
Ein Christ ist hoch verschuldet. Etliche Christen entscheiden sich, beim Schuldenabbau zu helfen.
Eine alleinerziehende Mutter braucht öfters einen Babysitter: ein paar Teens helfen dabei.
Ein Christ erfährt, dass seine alte Nachbarin kaum noch Kraft hat, ihre Getränke zu schleppen: er und zwei andere helfen ihr abwechselnd.
Vier Christen entwickeln beim Treffen die Idee, für die Jugendlichen im Kiez eine Sportgruppe anzubieten.

Aber was ist, wenn eines Tages mehr und mehr Menschen zu den Treffen kommen?
Es werden Wege gefunden.
Vielleicht braucht man mehr Räume.
Vielleicht ist es besser, sich zu teilen: es werden zwei weitere Treffen an anderen Orten durchgeführt.
So hat mancher nicht mehr so einen weiten Fahrtweg.
Einige entschließen sich, in ihrem Wohnzimmer Treffen durchzuführen und nur noch hin und wieder bei den anderen Treffen vorbeizuschauen.
Aber im Frieden Jesu.

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6 Antworten zu “Der Schrei der Wildgänse – Teil III”

  1. Deborah sagt:

    Das kommt mir doch so bekannt vor :-D Die ersten Christen trafen sich hin und her in den Häusern.

    …..und Strasse für Strasse wird belebt, …..

    Lied 28 aus :D u bist HErr III :

    Die ganze Stadt wird singen: Du bist König!
    Die Jungen werden schreien: Du bist König!
    Die Alten werden rufen: Du bist König!
    Sie werden Banner schwingen: Du bist König!
    Und die Strassen werden sich dann füllen,
    denn die Menschen kommen aus den Häusern.
    Alle werden tanzen Dir zur Ehre,
    denn sie freuen sich an deiner Nähe.

    Dem König sei Ehre!

  2. dikosss sagt:

    Ja, diese Gedanken sind echt reizvoll.
    Kommt mir so lebendig vor – und so unabgesichert! :-)

    Da kommen Fragen auf:
    Sollte nicht jedes Mal eine Predigt dabei sein?
    Was ist, wenn es eher lau läuft, weil die Leute mehr Lust auf Essen und Gesellschaftsspiele haben als auf den Kontakt mit Jesus?
    Wie geht man damit um?

  3. petersemenczuk sagt:

    @dikosss und die lieben Freunde, Leser und weitere Kommentatoren.
    1.Christus wird nach dem Neuen Testament und der, aus dem Schoss des Vaters mitgebrachten Theologie/Gotteslehre, nur die Menschen als Glieder an seinem “geistig-mystischen” Leib betrachten, die nach Geist, Seele und Leib, Gott sich zu einem Ganzopfer hingeben haben nach ihrer wahren empfundenen ERlösung von allen Sünden und erfahrenen Wiedergeburt, auch wenn das Kreuz Christi dabei Schmerzen bereitet, Schmerzen des Entzug, der Befreiung, der Erlösung, der Veränderung dem Christus nachfolgenden Menschen und neuer Kreatur Gottes bereitet.
    Darum und dafür, gab Gott uns den Heiligen Geist, welcher ist auch, der Geist des Trostes,welcher uns tröstet in allen Lebenslagen.
    OHNE Kreuz Christi, das wir im empfangenen Glauben Gottes aufrichten müssen in unserer Gesinnung, keine Krone des ewigen Lebens!
    Wenn wir nicht den Tod, Kreuz Christi und das Sterben des alten sündigen Leib in uns und Menschen nicht bejahen bei jeder Versuchung zur Sünde, dann haben wir auch keinen Anteil am Leben, Auferstehung, Himmel und Reich Gottes in uns schreibt Aostel Paulus verkürzt in 2. Korintherbrief Kapitel 4, 10
    “Seid wach und betet, auf dass ihr NICHT in der Versuchung fallet waren Jesu Worte an seine Jünger, wer handelt danach heute unter den von Menschen gemachten Bekenntnichristen?
    Versucht werden ist keine Sünde, aber wenn wir bei jeder Versuchung, auf die Nase fallen, dann tut es weh, Gott so beleidigt zu haben, und wir zweifeln dann an unserer Buße, Bekehrung und Wiedergeburt, das ist die List des zweiten Lehrer nach GOTT und neben Gott dem wahrhaftigen. welcher ist der Versucher, der allezeit den Geist des Irrtums und Zweifel, in unser Gesinnung und Herz säen möchte, auf dass wir an Gott zweifeln und von IHM abfallen. Paulus schreibt:
    “Wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserem Leibe, auf dass auch das Leben des Herrn Jesu an unsrem Leibe offenbar werde.
    Dieses ist die und eine lebendige Erfahrung, die in uns das Kreuz Christi aufrichtet und uns teilhaben lässt dem Sterben mit Christus der Welt und der Sünde, die Christus seinen Jüngern in Gleichnissen, durch die Lehre und Offenbarung klarmachen wollte.
    Niemals und niergends hat Christus je gesprochen:
    “Wartet, bis man mich gekreuzigt hat, dann braucht ihr Lügner,Verräter, Notlügner, Hurer und Ehebrecher nichts mehr zu tun, sondern geht mit mir durch das Perlentor in das Reich Gottes, wenn ich wiederkomme,
    Sondern: “Gehe hin und sündige nicht mehr, auf dass dir nichts ärgeres widerfahre”!
    2. Ein von Gott berufener Diener, vom Kleinsten bis zum größten, ging von Anfang an, in die Stille und Wüste, um sich vor Gottes Angesicht zu prüfen, auch Apostel Paulus ging nach Arabien nach seiner Erfahrung vor Damaskus, um GOTT in der inneren Stille seines Herzens, allezeit das Wort und die Unterweisung seines Gottes zu hören, gleich in welchen äußeren Zustand er war.
    Vor Gottes Angesicht, und bei Gott durch seinen Heiligen Geist, muss ein jeder Theologe Gottes, unterwiesen werden in der von ihm verkündigten Lehre und Theologie, dass es nicht so ist, sehen wir an den weit, über sechshundert verschíedenen Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten in Deutschland und Europa, die Tendenz ist steigend.
    Dann muss ein solcher Theologe Gottes, stets im Geist und Namen des lebendigen Gottes predigen und lehren und nicht, im Namen seiner von Gott abgefallenen Religion, Kirche, Tempel oder Sekte oder im Namen eines Buches und Bibel, solches tat weder Jesus Christus, noch taten die urchristlichen Jünger und Apostel es.
    Meine Wenigkeit 1962 ging auf Gottes Befehl, heraus aus allen von Menschen gemachten Predigtstuben, auf dass mein geistiges Zuhause, auf den Namen, Fundament, Geist, Wort und allerheiligsten Glauben ruhe, welcher ist der wahre, lebendige ud gegenwärtige Christus, der auch heute, als der erste Lehrer, Hirte und Bischof meiner unsterblichen Seele, DEDR, vor den Herzenstüren aller Menschen steht und anklopft und bittet um Einlass. Offnbarung Kapitel 3, 20
    Darum wenn das, was Christus lehrte und Verkündigte, und die Jünger niedergeschrieben haben,(Bibel) nicht bei einem jeden Menschen und Sucher Gottes ankommt, und ihm eine Innere, unvergessliche Erfahrung wird, nützt einem solchen Menschen, die Bibel nichts, den Hören hat noch keinen Menschen selig gemacht, aber Hören und Tun was der Geist dem Einzelnen und Gemeinde sagt, auf dass wir erfahren und besitzen das, was Gott einem jeden Menschen zugesagt hat, das zählt vor Gott und macht uns selig. So weit bis heute ihr Lieben, Peter S.

  4. Deborah sagt:

    an dikosss.

    hier kommt : “ein jeder habe etwas ” zum tragen. Das geht konform mit dem, was ich bei Peter herauslese: Zeugnis aus der persönlichen Begegnung mit Gott im Alltag und im Studium der Bibel. Und eine dienende Leitung haben jeweils die Gastgeber. Die besten Gespräche entwickeln sich beim Essen und beim Nachtisch und beim Kaffee hinterher.
    Da kanns in Seelsorge übergehen, in Verabredung praktischer Hilfe, in Lobpreis, in theologische Gewässer mit Tiefgang, ganz spontan. R.B. hat mal berichtet: Herr, was mach ich jetzt? was ist mit dem Protokoll? -Antwort: No Protokoll, Altar Call!!!
    (Der Reim geht nur in Englisch.)
    lg
    Deborah

  5. dikosss sagt:

    Was ich bei Peter rauslese ist, dass Jesus natürlich weiß, wer zu seiner Gemeinde gehört.
    Und diejenigen, die zu Seiner Gemeinde gehören, werden “natürlich-geistlich” nach Jesus und Gemeinschaft streben.
    D.h.:
    Solch ein Treffen – wie von mir beschrieben – wird von “alleine” die Frucht offenbaren:
    Entweder wird es irgendwie auf Jesus hinweisen oder man wird sich von Ihm auf Dauer abwenden.

    Wenn aber einige Christen dabei sind und beten, dann kann das Treffen unter göttlichen Einfluss gesetzt werden.
    Es ist also unentbehrlich, dass betende Christen dabei sind und Gott unter den Anwesenden handelt. Dann wird der geistliche Hunger wach und der Heilige Geist wird lenken…
    so zumindest meine theoretische Hoffnung! :-)

    Aber Gott kann!

  6. petersemenczuk sagt:

    @dikoss,
    Recht hast du in den hier beschriebenen Äußerungen, das sehen und lesen auch wir bei Christus, der da sagte:Wenn einer zu einem Licht Gottes wird, der wird und kann nicht verborgen bleiben, selbst dem, der allein auf einem Berg wohnt, nach meiner Apologie der christlichen Wahrheit,
    Wahre Christen sind das Licht Gottes und nicht der Ausdruck nach dem Geist der Welt und dem Geist der Finszternis. Bei Gott gibt es nur Wahrheit, Licht und Recht, das war das Brustschild, das die ersten Priester Gottes unter dem Alten Testament tragen mussten, die von Gott zubereitet waren.
    Wir Wiedergeburtschristen, sind zum allgemeinen Priestertum berufen und tragen das Brustschild im Herzen, Gesinnung und an unserer Lebensweise sagt Gott, soll man das erkennen.
    Freunde im Herrn, Gott gebe Gnade dass noch mehr wahre Christen herausgerufen werden aus dem großen Haufen, die nur ihren Bauch als Gott ansehen.
    Wenn der voll ist, dann ist auch bei ihnen Gott Heilig, wenn er aber leer ist, dann haben sie Gedanken, die man keinem Menschen gern mitteilen möchten.
    Ich spreche als 73-jähriger aufgrund einer 45-jähriger Erfahrung in Deutschland und Ausland, denn ich leben außerhalb aller, von Gott abgefallenen und verworfenen Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten, und darf bei vielen neuen Begriffen und Offenbarungen, im Geist und Namen des wahren Christus sprechen.
    “Last darum ihr lieben Freunde der christlichen Wahrheit, das Wort Gottes und sein Geist, mächtig in euch sein, dann werdet ihr vollbringen in seinem Namen und Geist das, was Gott für euch und durch euch beschlossen hat zu tun in dieser Zeit des religiösen Babylon/Durcheinander. Peter Sem.

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