Protestbrief
Protestbriefe sind eine für mich bedenkliche Angelegenheit:
Nur meckern macht keinen Spaß.
Aber gar nicht aktiv werden, erscheint mir manchmal als feige oder faul.
Aus letzterem Grund habe ich einen Protestbrief an das Bundesarbeitsministerium geschrieben und werde ihn heute einstecken. Vielleicht brauchen wir Christen auch immer wieder den Elan, um nicht nur die geistliche Seite eines Prophetenamtes wahrzunehmen, sondern auch um ganz praktisch zu werden (im besten Fall ist die Praxis aus dem Heiligen Geist geboren).
Der Text des Briefes lautet so:
Sehr geehrte Damen und Herren!
1. Auch, wenn meine Grundmotivation zum Schreiben dieses Briefes eine andere ist, will ich „Danke“ sagen für all die Mühe, die Sie sich jeden Tag machen, um den Menschen in unserem Land zu dienen.
Ich wünsche Ihnen dafür viel Kraft, Weisheit und Spaß.
2. Ich bitte Sie, die Verordnung, die am 01.01.2008 in Kraft treten soll (Kürzung von ALG II bei einem Klinik-/Kuraufenthalt länger als drei Wochen), zu überdenken.
Gründe:
- Diese pauschale Regelung wird etlichen Einzelfällen nicht gerecht (so ist z.B. ein Armbruch anders zu behandeln als eine Drogenrehabilitation – es erscheint fraglich, ob die zuständigen Ämter hier in Härtefällen zu ähnlich gerechten Ergebnissen kommen werden).
- Mitunter betrifft eine solche Kürzung eine Bedarfsgemeinschaft. Zwar mag der Erkrankte durch die Lebensmittelversorgung in einer Klinik einen vermögenswerten Vorteil haben – dies gilt aber nicht gleichermaßen für die ggf. betroffene Familie. Solche Kürzungen treffen dann auch Kinder (Stichwort: „Kinderarmut“).
- Die Praxis zeigt, dass nach einer vorgenommenen Kürzung von ALG II die zuständigen Ämter längere Zeit benötigen, bis die Zahlungen wieder dem Sachverhalt vor bzw. nach dem Klinikaufenthalt entsprechen. D.h.: Betroffene werden mitunter Wochen oder gar Monate warten müssen, bis das ALG II wieder angehoben wurde.
Auch dies kann eine Bedarfsgemeinschaft (und ggf. die Kinder) für längere Zeit betreffen und zieht manchmal einen Rattenschwanz an weiteren Schulden u.ä. mit sich.
Kurzum:
Ich befürchte, dass die Verordnung dazu beitragen wird, dass die Armut in Deutschland mit der beabsichtigten Verordnung gefördert wird.
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Ich wünsche Ihnen ein gutes Weihnachtsfest und Gottes Segen,
Tags: Armut, Bundesarbeitsministerium, Christsein, Kürzung ALGII, Kinderarmut, Klinikaufenthalt, Prophetenamt, Protestbrief
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