Gottes Puzzlestücke

By dikosss

Simon hat ein m.E. gutes Plädoyer für vielfältige Gemeindeformen gehalten.

Eines der Haupthindernisse dabei ist wohl der Aspekt der Sakramentsverwaltung in der Ev. Landeskirche.
Im Rahmen unseres Projektes in Berlin-Staaken habe ich schon einiges über diese Spannung nachgedacht.
Dies geschah zwangsläufig, da das Projekt offiziell aus einer Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) stammt – also sozusagen einer Bewegung innerhalb der Landeskirche.
Somit stellt sich die Frage, ob wir im Rahmen des Projektes überhaupt das Abendmahl feiern und taufen dürften (immerhin verstehen 2-3 Leute dieses Projekt schon als “ihre Gemeinde”).

Nach einigen Rücksprachen mit Verantwortlichen in unserem Gemeinschaftsverband ist klar geworden, dass ein Taufen unsererseits ein “wildes” Taufen wäre und gegen die Vereinbarungen mit der Landeskirche verstoßen würde. Ebenso dürften wir kein öffentliches Abendmahl durchführen.

Genau hier wird es für mich konfus:
Erst nach einer Zustimmung unseres Verbandes, des gemeinsamen Rates von Verband und Landeskirche sowie nach der Zustimmung des örtlichen Kirchenrates dürften wir taufen und das Abendmahl feiern.
Wow – Jesus, ist das wirklich so kompliziert gewollt?
Wie schön einfach erscheinen da die biblischen Berichte über Taufe & Abendmahl!

Ich muss dazu sagen:
Ich habe vollstes Verständnis, dass sich auch die Landeskirche irgendwie organisieren muss.
Jede Gemeinde hat eine Ordnung und braucht sie auch, um angemessen leben zu können.

Nur:
Das Leben – auch das geistliche Leben – ist nicht in Formen pressbar.
Wo das versucht wird, wird Leben entweichen oder gar unterdrückt.
Das kann aber nicht der Wille “der” Landeskirche sein!?
Wir brauchen Gottes Puzzlestücke in Deutschland: verschiedenste Gemeinden, Gemeinschaften und Bewegungen.
Wir brauchen ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander!

Von Jochen Hackstein, einem Leiter der Vineyard-Bewegung in Berlin, habe ich gehört, dass es für sie wohl recht unkompliziert war, in Berlin-Köpenick als Bewegung innerhalb der Landeskirche die Sakramentsverwaltung übertragen zu bekommen. Es wurde weniger die Konkurrenz befürchtet, sondern vielmehr das Ergänzende gesehen.

Das wäre toll:
Wenn sich “die” Landeskirche insgesamt für gute, neue geistliche Bewegungen öffnet, so dass es mehr und mehr willkommen wird, wenn sich solche Bewegungen der Landeskirche anschließen wollen.
Der Preis dürfte sein: Ein bewusstes Ermöglichen von verschiedenen Gemeindeformen und damit ggf. die Lösung von der bisherigen Sakramentspraxis.
Der Lohn dürfte sein: Ein neues Zusammengehen von Landeskirche und manchen Bewegungen und damit ein neuer geistlicher Schub in Deutschland.

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