1. These:
Gerade wir westeuropäischen Christen brauchen eine Rückführung in den ganzheitlich gelebten Glauben, der Körper, Seele und Geist gleichermaßen in die Gottesliebe und letztlich auch Feindesliebe hineinführt.
2. These:
Als menschliche Gruppe stehen auch Christen in der Gefahr eine Parallelgesellschaft zu bilden. Dies muss immer wieder neu aufgebrochen werden, indem wir uns als Geliebte Gottes in und für unsere Gesellschaft einbringen.
3. Weitergedachtes:
Ein holistisches Christsein erkennt sich in der langen Geschichte des biblischen Glaubens als ein Mini-Puzzlestück von vielen. Gleichermaßen erkennt es sich als ein Puzzlestück in der vielfältigen christlichen Theologie- und Gemeindelandschaft.
Die Vielfalt an Trennungen innerhalb des Christentums waren sicherlich nicht immer versöhnlicher Natur, sondern wohl eher von Streitereien und bitteren Entzweiungen geprägt.
Ganze Gemeindebewegungen entstanden an solchen Fragen, ob auch Kinder getauft werden dürften oder nicht (vg. Baptisten). Ähnliches gilt für manch andere Fragen.
Ich meine, dass uns der 1.Korinther-Brief eine gute Anleitung dafür gibt, wie wir mit unserem theologischen Wissen umgehen sollten:
Die (vermeintlich) Starken sollen die Schwachen stützen.
Wissen ohne Liebe ist für den A.
Auch in weiteren Briefen wird deutlich, dass Paulus die Einheit der Christen und die Vielfalt der Gaben wertschätzt. Eine Trennung von anderen Christen geschieht u.a. nur dann,
- wenn es sich um eine versöhnliche Trennung handelt (Gemeinde gründen, Missionare aussenden => somit “dienstbezogene Trennungen”);
- wenn der Kern des Evangeliums (Erlösung rein aus Gnade – Heiligung rein durch Gnade) lehrhaft angegriffen wird;
- wenn ein Fall von schwerwiegender Sünde (wer mag das messen?) im Gemeindeleben existiert, so dass der in der Sünde Verharrende mit Konsequenzen durch die Gemeinde rechnen muss – und sei es die Trennung von diesem.
Ansonsten zählt für Jesus und in dessen Tradition auch für Paulus die Einheit der Christen.
Wenn also nicht ein Trennungsfall vorliegt (s.o.), ist diese von Gott schon gestiftete Einheit zu leben.
Das kann, aber muss nicht systematisiert werden.
Es geht also weniger um Methoden.
Beim holistischen Christsein geht es um die Arbeit des Heiligen Geistes an unseren Herzen/Einstellungen.
Daraus mögen dann auch hin und wieder Methoden und Strukturen resultieren (vgl. die Einheits-Aktion der Evangelischen Allianz).
Aber die Ganzheitlichkeit wird letztlich aus der Geistwirkung Gottes gespeist und bewegt sich auf dieser Linie. Dies führt Christen automatisch zu anderen Christen – egal, ob sich diese Baptisten, Methodisten, Landeskirchler oder Freikirchler nennen.
Auf dieser Ebene ist auch die liebende Begegnung zwischen Evangelischen und Katholischen möglich – solange die Gnade Jesu das Zentrum, die Basis und das Ziel ist.
Ein persönlicher Anstoß ist für mich meine bisherige Biografie:
Als Christ war ich zuerst in einer sog. charismatisch geprägten Gemeinde (Josua-Gemeinde) und anschließend in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft (Radelandstraße).
Allein dieser Wechsel führte mich zu einem Nachdenken über verschiedene Frömmigkeitsstile und theologische Ansichten.
Ein weiterer Anstoß ist mit dem Staaken-Projekt verbunden:
Ich sah mich genötigt, mal etwas gründlicher über das System “Landeskirche” nachzudenken.
Trotz vielem Kritischen in der Landeskirche, sogar manch offensichtlich Widergöttlichem und einigen, m.E. groben Systemfehlern, kann ich die Landeskirche genauso wenig pauschal ablehnen, wie ich pauschal die Christenheit an sich ablehnen könnte. Dafür ist das geistliche Treiben in der Landeskirche doch zu vielfältig und bunt. Weizen und Unkraut gedeihen nebeneinander.
Um es (sinngemäß) mit den Worten eines Vineyard-Christen zu formulieren:
Manche Christen sind die Tomate im Salat, andere die Gurke und wieder andere das Salatblatt.
Meine Ergänzung:
Dass es darunter auch schlechte Maiskörner geben kann, merkt dann spätestens beim Kauen.
Schlagworte: Christsein, Einheit, Evangelische Allianz, Gott, Holistik, Jesus, Liebe, Paulus, Trennungen
Dezember 17, 2007 um 6:34
@ dikosssblog
Gut dass es Euch gibt,denn nur die Erfahrung zählt bei Gott und Besitzen geht über Bekenntnis.
Wer nichts besitzt bei Gott und nur bekennt das, was in der Bibel andere erfahren und niedergeschrieben haben, der lügt Gott an und betrügt sich selber.
Weiter so denn Gott hat uns viel zu offenbaren, besonders denen, die Ihn anrufen aus lauterer Absichgt, um ihm allein zu dienen in dem empfangenen Geist der Wahrheit.
Wer Religionslügen verbreitet sagt Gott, der ist der Antichrist, den es schon zu den Urchristenlichen Zeiten gab, wie Johannes in seinem Hirtenbrief schreibt.2. JOH.4,2-6
Bleibt mr in Gott erhalten. Peter S.