Christen & Armut

Posted Februar 9, 2010 by dikosss
Categories: Gelesenes, Gemeindeleben - Gemeinde leben, Sporadisches & Spontanes

Via Toby:
Eine Studie unter Christen hat – kurz gefasst – das ergeben:
Sehr viele Christen halten die Themen “Armut” für äußerst relevant.
Aber in den Gemeinden spielt das Thema idR. keine wesentliche Rolle.

Ein klassischer Zwiespalt.

Bei Gott sieht das anders aus:
Für Ihn ist ein wahrer Gottesdienst der, in dem wir uns im Namen Jesu um die Ärmeren kümmern – sprich: Armut ist für Gott höchst aktuell. Nicht nur Sonntags.
Lies u.a. Jesaja 58.

Hier ein Einblick in die Studienergebnisse.

Warum nicht mehr in der Landeskirche?

Posted Februar 8, 2010 by dikosss
Categories: Persönliches

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Christen, der bewusst den Weg in die Evangelische Landeskirche gegangen ist. Ich habe selbst einige Jahre in der Landeskirche verbracht.
In dem Gespräch wurde uns wichtig, dass es keine Gemeinde und keinen Gemeindeverband gibt, der perfekt ist. Manche mögen näher dran sein als andere – aber wer will das letztlich beurteilen?
Klar wurde auch, dass es nicht um Exklusivität gehen soll. Schließlich mag Gott den einzelnen Christen führen, wie Er mag.

Nachdem ich in meinen ersten Jahren als Christ ziemlich kritisch gegenüber der Evangelischen Landeskirche eingestellt war, wundere ich mich nun über mich selbst: Mittlerweile sehe ich sehr viel Gutes unter dem Dach der Landeskirche. Ich habe kaum noch grundlegende Bedenken.

Wer weiß… hätte das Gespräch länger gedauert, wäre ich vielleicht wieder eingetreten. :-)

Letztlich gibt es einen Punkt, der auch damals für mich das Entscheidende war:
Ich konnte und kann noch immer nicht die Säuglingstaufe mit dem Wortlaut der Bibel unterstützen. Wer als Säugling getauft wurde, dem will ich das nicht madig machen. Aber ich finde auch von meinen Wertvorstellungen die Linie besser, wonach sich der Mensch im Laufe seines Lebens selbst für oder gegen die Taufe entscheidet.
Demnach sehe ich in Einzelfällen durchaus die Freiheit, jemanden zu taufen, der als Säugling schon mal “nass gemacht” wurde (alle Landeskirchler mögen mir bitte diesen saloppen Ausdruck verzeihen).

Doch mit dieser Ansicht (kein Pro für die Säuglingstaufe & Freiheit, jemanden “nochmal” zu taufen) wurde mir innerhalb der Landeskirche deutlich gemacht, dass ich in ihr keinen Platz mehr hätte. Auf jeden Fall nicht als offizieller Mitarbeiter. Sprich: Meine theologische Ausbildung hätte ich über den Haufen werfen können.
Ich staunte ein wenig über diese “Radikalität” einiger landeskirchlicher Vertreter. Schließlich wusste ich, dass es in vielen anderen Punkten eine große Vielfalt in der Landeskirche gibt (der Dalai Lama als Buddhist darf auf dem Kirchentag predigen; Tiere werden in Gottesdiensten gesegnet; Pfarrer dürfen die kritische Theologie vertreten, sprich: sie müssen nicht wirklich an Gott glauben, um in der Kirche arbeiten zu können usw.).
Abgesehen davon eint mich theologisch doch mehr mit der Landeskirche als mich von ihr trennt.

Hätte mich die Landeskirche mit meiner Ansicht akzeptiert, wäre ich wahrscheinlich nicht ausgetreten. Vielleicht hätte ich dann auch keine Freie evangelische Gemeinde mitgegründet.

Aber so…

Tja, da beruft man sich auf die Bibel – das Hauptfundament der Kirche – und argumentiert theologisch nicht abwegig und bekommt schließlich einen Platzverweis bzw. eine symbolische Pistole vor die Brust gesetzt:
“Entweder Du vertrittst unsere Tauflehre oder Du musst Dir einen anderen Weg suchen!”

Ich glaube, das war der Grund, weshalb ich nicht mehr in der Landeskirche bin.

Ist die Freie evangelische Gemeinde nun besser in dieser Hinsicht?
Naja – wir taufen keine Babys. Einen Segnungsgottesdienst mit Gebet für das Baby kann man schon feiern. Insoweit sind wir vielleicht auf der anderen Seite “radikal”.
Allerdings akzeptieren wir es, wenn jemand seine Säuglingstaufe als vollwertig ansieht. Bei uns kann man auch mit Säuglingstaufe mitarbeiten und Mitglied sein. Aber ob man auch Pastor sein darf?
Keine Ahnung – so lange bin ich noch nicht dabei.

Villa für 99,- €!?

Posted Februar 8, 2010 by dikosss
Categories: Gelesenes, Sporadisches & Spontanes

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Diese Geschichte erregt Aufsehen:

Karl Rabeder will seine Millionen loswerden – u.a. auch seine Luxusvilla -, um mit dem Erlös anderen Menschen zu helfen.
Anschließend wolle er nur noch von ca. 1000,-€ im Monat leben.

Um die Villa für einen angemessenen Preis weiterzugeben, wird das Haus verlost. Für 99,- € kann man sich als EU-Bürger ein Los kaufen und hat damit eine Gewinnchance von 1:21999. Besser als beim Lotto-Spiel.

In einem Interview mit dem Medium “Chrismon” sagt Karl Rabeder u.a.:
“Freiheit ist das genaue Gegenteil von Besitz.”

Oder auch:
“Mein Ziel ist es, mit meinem Besitz auf doppelte Rucksackgröße zu kommen.”

Oder auch:
“Ich hab nur immer mehr Angst verspürt, je mehr ich gehabt habe: Angst, was zu verlieren und mir dann manche Dinge nicht mehr leisten zu können – die ich eh nicht brauchte.”

Oder auch:
Ich war mal reich und werde jetzt, wo ich immer weniger reich bin, glücklich und vermögend. Vermögend ist jemand, der mit seinem Besitz was Positives zu bewirken vermag.”

Hier ist das Interview zu lesen.
Hier ist die Luxusvilla.

Zumindest im Bezug auf den Umgang mit Besitz gleicht Herr Rabeder dem reichen Jüngling – nur im umgekehrten Sinn.
Und weil dieser Eintrag auch einen Bezug hat, und zwar den auf den Umgang mit Besitzstreben – verlinke ich diesen hier.
Um Geld geht es dort.

Tausende für Gemeindegründung

Posted Februar 1, 2010 by dikosss
Categories: Gemeindegründung, church planting

Vor ein paar Tagen hörte ein Teammitglied von uns Jossy Chako (Gründer von Empart). Sie saßen mit anderen zusammen im Wohnzimmer von Joe. Ich gebe die Erzählung so weiter, wie ich sie in Erinnerung behalten habe.
Jossy erzählte seine Geschichte. Er sei damals einer kranken Frau begegnet, hätte für sie gebetet und sie sei gesund geworden. Daraufhin glaubte sie an Jesus Christus. Sie habe wissen wollen, was sie als Christin nun tun müsse. Er habe geantwortet: “Lies jeden Tag in der Bibel, bete und erzähle anderen von Jesus Christus.” Das habe sie getan. Einige Zeit später hätten sie wieder Kontakt gehabt. “Ich habe getan, was Du sagtest”, hätte sie gesagt. “Was soll ich jetzt tun?”
Daraufhin habe er geantwortet: “Dann hole alle Leute zusammen, die Interesse an der Gründung einer Gemeinde haben. Ich komme zu Euch.”
Als er dann zu der Frau und der erwarteten Handvoll Christen unterwegs gewesen sei, habe ihn ein Anruf auf dem Handy ereilt. Er habe abgehoben und man habe ihm gesagt:
“Jossy, hier bei der Frau stehen 22.000 Menschen. Sie wollen wissen, wie man als Gemeinde lebt.”

(Kerstin schreibt hier von einer weiteren Geschichte, die Jossy erlebt hat)
(Oliver hat ein Interview mit ihm geführt)

Mittlerweile werden durch diese Initiative jeden Tag im Schnitt drei Gemeinden gegründet.*
Das geschieht weit weg von Deutschland, Europa, in Indien, Asien.
Für unsere Verhältnisse sind solche Bewegungen noch unvorstellbar.

Dankenswerterweise gibt Jossy Chako die Hoffnung für Europa nicht auf. So ist auf seinem Blog zu lesen (sinngemäße Übersetzung):
“Es gibt Hoffnung für Europa. Gott hat Europa nicht verlassen… Und nicht jeder in Europa hat Gott verlassen. Es gibt eine Gruppe von Menschen, auch wenn sie vielleicht klein ist, die eine leidenschaftliche Liebe für Jesus hat… Ich hatte das übliche Denken akzeptiert, dass die Gemeinde in Europa tot ist. Aber durch die Leidenschaft und den Enthusiasmus, die ich in den letzten zwei Wochen erfahren habe, habe ich meine Einstellung geändert….”

So nennt er den Titel seines Blogeintrags auch:
“Die Gemeinde in Europa ist nicht tot… sie schläft nur.” (hier)

Sein Schlussplädoyer lautet dann:
“Also, an alle europäischen Gläubigen und Gemeindeleiter: Wacht auf!”

* Nach der pragmatischen Definition von Jossy Chako und seinem Team existiert eine Gemeinde dann, wenn sich mindestens 12 “gestandene” Christen mindestens einmal in der Woche zwecks Gottesbegegnung treffen.

Schon wieder keine Bleibe…

Posted Januar 29, 2010 by dikosss
Categories: Gemeindegründung, church planting

Letzte Woche hat es sich “spontan” ergeben, dass wir mit unserer Jugendgruppe nicht mehr in das Jugendcafe können (s.a. hier).
Diese Woche sah es besser aus: Ich hatte bei einer anderen sozialen Einrichtung angefragt und zuerst bekamen wir grünes Licht: “Ja, Ihr könnt diesen Freitag in das Haus.”
Ich solle nur noch mal Bescheid geben, wenn wir wirklich reingehen.

So rief ich heute an, kurz bevor ich zum Jugendtreff fahren wollte. Und “spontan” wurde mir mitgeteilt, dass wir das Haus doch nicht mehr nutzen können, weil es nun umgebaut werden soll. Das stimmt, dass Umbaumaßnahmen länger schon im Gespräch waren – nun aber definitiv.

Was tun?
Heute waren wir also in einer Pizzeria.

Und was nächste Woche?
Keine Ahnung.

Doch das ist nicht das Einzige:
Das besagte Haus nutzen wir seit einigen Monaten für den Kindergottesdienst. Folgerung: Ab jetzt haben wir auch keinen Raum mehr für den Kindergottesdienst!

Was auch immer nun kommen mag – ich vertraue darauf, dass es besser sein wird als zuvor. Zur Ehre Gottes und zur Hilfe für Seine Gemeinde.

Ich bin gespannt, was Gott uns dadurch sagen will.

Sollen wir in Richtung “Hausgemeinde” gehen?
Dann müssten uns recht bald auch die Räume für unsere bisherigen Gottesdienstfeiern abhanden kommen und wir dürften keine Alternative haben. Das würde die meisten überzeugen.

Sollen wir uns im Kiez räumlich verändern?
Dann werden wir bald neue Räume finden.

Möge es zum Guten dienen!

Staaken Hood

Posted Januar 28, 2010 by dikosss
Categories: Nicht kategorisiert

Unser “Problemkiez”

Posted Januar 25, 2010 by dikosss
Categories: Gemeindegründung, Kiezgemeinde, church planting

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Nach einer aktuellen Studie des Berliner Senats gehört das Gebiet “Heerstraße Nord” zu einem der fünf sozialen Brennpunkte in Berlin (hier ein Bild mit der Berlin-Karte. Die rote Fläche ganz links – im Westen Berlins also – ist das Gebiet “Heerstraße Nord”).
Das heißt: Die sozialen Probleme sind hier in den letzten Jahren nicht zurückgegangen bzw. haben sich verschärft. In Anbetracht dieser Karten muss man meinen, dass sich die Lage hier eher verschlechtert hat.

Im Tagesspiegel wird u.a. hier über die soziale Entwicklung Berlins berichtet.

Entsprechende Karten gibt es hier auf der Seite der Stadtentwicklung, die Tabellen sind hier erhältlich.

Durch die Stadtteilkonferenzen sehe ich, wieviel Vereine, Initiativen und Mitarbeiter daran arbeiten, dass es im Gebiet “Heerstraße Nord” eben nicht schlimmer wird. Trotzdem scheint sich die Lage hier verschlimmert bzw. nicht wirklich gebessert zu haben. Nun stelle man sich vor, was wäre, wenn es diese Leute nicht gäbe und der Kiez sich selbst überlassen bliebe…

Als Kiezgemeinde sind wir dabei nur ein kleines Rad im Getriebe. Aber in Anbetracht der Entwicklung im Kiez ist es umso wichtiger, dass wir nicht aufgeben. Wir müssen trotz unserer Gründungsphase Wege finden, wie wir zu einer umfassenderen Hilfe werden können. Das kann nur in der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Menschen gelingen.
Mit unserem spirituellen Angebot haben wir natürlich ein sehr spezielles Profil. Dass das nicht abschrecken muss, zeigt unser Jugendkreis, der ca. zur Hälfte aus einer Kiez-Gang besteht. Aber wir sehen auch, dass bloße diakonisch-missionarische Aktionen wie z.B. das Verschenken von Keksen und Kalendern zur Weihnachtszeit, nicht auf Dauer helfen. Sie lockern etwas den Boden. Aber wir sind auf der Suche nach einem Engagement, das dem Kiez dauerhaft helfen kann.

Keine Bleibe für die Jugendlichen?

Posted Januar 24, 2010 by dikosss
Categories: Gemeindegründung, church planting

Seit letztem Freitag wissen wir, dass uns das Kinder- und Jugendcafe ab sofort nicht mehr für unseren Jugendtreff zur Verfügung steht. Das ist kein böser Wille der Verantwortlichen. Sie haben Maßgaben vom Bezirksamt und erweitern ihr Angebot, so dass unser Trupp nicht mehr hineinpasst.

Letzten Freitag waren wir 10 Jugendliche. Nur Jungs. Davon sechs aus der Kiez-Gang. Schließlich zwei Mitarbeiter und ein Gast.

Wir wissen nicht, wo wir uns am kommenden Freitag treffen können.
Draußen ist es zu kalt.
In einem Wohnzimmer dürfte es zu privat sein und manchen vielleicht zu unangenehm mit unserer Horde.

Jetzt beten wir.
In den nächsten Tagen werde ich verschiedene Vereine, eine Wohnungsbaugesellschaft und evtl. den Bezirk kontaktieren, in der Hoffnung, dass wir günstige bis kostenlos nutzbare Räume bekommen.
Eine Idee ist noch ein Bus, der ausrangiert werden soll und den die bekommen, die das beste Konzept haben.
Und ein Cafebetreiber im Kiez will seinen Laden loswerden – Mietkosten pro Monat: ca. 1600,- EURO. Für uns unerschwinglich.

Ich weiß bei allem nur das:
Gott hilft.
Wir werden was bekommen.
Und das wird besser sein als das bisherige.

Danke, Gott!

Fehlersuche beim Satan

Posted Januar 23, 2010 by dikosss
Categories: Nicht kategorisiert

Das kennst’e, oder?
Etwas geht schief – und zwar gewaltig – und eine der ersten Beschwerdestellen ist Gott.
“Warum hast Du nur? Warum hast Du nicht?…”

Jetzt stell’ Dir vor, dass Gott den Spieß umdreht und fragt:
“Warum hast Du nicht?”

Gott hat uns Verantwortung übertragen.
Zuerst über die Schöpfung.
Und schließlich auch für den Großteil unseres eigenen Lebens.

Es liegt in unserer Verantwortung, ob wir dem Satan Einhalt gebieten.
Oder, ob wir uns dem göttlichen Einfluss öffnen.
Oder, ob wir auf eigene Faust loslaufen.

Die Entscheidung liegt meistens bei uns.
Unsere künftigen Fehlersuchen sollten wir bei uns und beim Satan starten.

Jahrbuch – u.a. Diakonie und Gemeindebau

Posted Januar 22, 2010 by dikosss
Categories: Persönliches

Seit Dezember ist das Jahrbuch des Bibelseminars Königsfeld käuflich (hier bei amazon). Die drei besten Abschlussarbeiten sind enthalten. Unter anderem auch die meiner bescheidenen Persönlichkeit.

So viel eitle Freude darf auch mal sein, oder?

Szenemäßiges 3

Posted Januar 21, 2010 by dikosss
Categories: Systematisches

Muss ich die vielen Verse Jesu über unseren Umgang mit dem Geld und dem Besitz wiederholen? Wer sie nicht kennen sollte, möge einfach irgendeines der vier Evangelien lesen und dürfte recht bald fündig werden.

Es fällt auf, dass Jesus fast nur Kritisches im Bezug auf den Materialismus zu sagen hat – und dass in einer Zeit, in der es keine Computer und DVD-Player gab!

Mir ist nur eine Stelle eingefallen, in der Jesus ein wenig positiver über Geld & Besitz spricht (“Mammon”):
“Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon,…” (aus Lukas 16,9)

Naja, im Grunde spricht er noch immer nicht positiv über den Mammon, sondern scheint in dem eher ein Übel zu sehen, das nun mal da ist und wenn es denn schon da ist, man es wenigstens dafür verwenden kann, dass andere Menschen zu Freunden werden.

Eine der krassesten Geschichten über den Mammon finden wir in Markus 10,17 ff. Ein wohlhabender junger Mann ist fasziniert von Jesus. Der junge Mann meint es ernst mit Gott. Er will wirklich rechtschaffen sein.
Doch dann kommt Jesus auf einen wunden Punkt zu sprechen. Er sagt zu ihm:
“Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!”

Watt’n Schock!
ALLES VERKAUFEN…!!!
Darf ich wenigstens mein Ring behalten?
Oder die drei Paar Schuhe?
Aber Jesus… dann doch wenigstens mein kleines, bescheidenes Zweithaus!?
Das kannst Du doch nicht wirklich so meinen, Jesus… alles? Wirklich alles?
Nein – das tröstet mich auch nicht, dass ich meine Sandalen und den Umhang behalten darf!

Und dann den Armen geben?
Aber Jesus – Du siehst doch, dass man damit nicht auf Dauer hilft. Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wäre es nicht besser, wenn wir eine Stiftung einrichten?
Aber wieso so radikal, Jesus?
Und übrigens: Viele Arme würden das Geld doch eh versaufen!
Wir sollten wenigstens Bedingungen an den Geldempfang stellen, damit es wirklich in guten Händen landet.
Wie? Das willst Du auch nicht?
Ich soll mein hart erarbeitetes Geld einfach wegwerfen?
All meinen Besitz?
Meine Erinnerungen?

Tja, und dann Dir nachfolgen…
Das kann ja heiter werden. Naja, so viel mehr kann ich wohl nicht mehr verlieren.
Was?
Ich soll mein Leben um Deinetwillen verlieren? Mein Kreuz auf mich nehmen?
Nee, Jesus – ich brauche doch Trost und Zuspruch für meine Seele und nicht solche Forderungen!

Jesus – Du bist mir zu hart. Ich gehe!

Ob der reiche Mann wirklich so gedacht hat, ist den Evangelien nicht zu entnehmen. Aber die Reaktion war letztlich die gleiche: Er ging. Und zwar nicht mit Jesus.

In den letzten Wochen taucht diese Geschichte immer wieder in meinem Inneren auf. Und immer wieder denke ich: Sind wir Christen in den wohlhabenden Ländern nicht oft wie dieser reiche Mann?
Wollen große, prachtvolle Gemeindehäuser?
Die neue Soundanlage?
Wenigstens ab und zu eine DVD kaufen oder eine CD … oder wenigstens ein christliches Buch?
Man gönnt sich ja sonst nix…

Ich finde es extrem schwer, in dieser Gesellschaft und in Anbetracht meines relativen Wohlstandes ein einfaches Leben zu führen. Und der größte Widerstand liegt gar nicht außerhalb, sondern in mir.
Ich mag meine Bücher und CD’s. Ich habe gerne eine Vielzahl von Klamotten, damit ich nicht immer dieselben 2-3 Hemden tragen muss. Ich leiste mir gerne mal was vom Bäcker.

Muss ich das alles aufgeben, Jesus?

Viele Ausleger relativieren die harte Forderung von Jesus manchmal zu schnell: Geld an sich sei nicht schlecht (Jesus: “der ungerechte Mammon”), es komme nur darauf an, wie wir mit Geld & Besitz umgehen würden. Natürlich dürften wir Schätze auf der Erde sammeln (Jesus: “Sammelt keine Schätze auf der Erde!”), wir müssten nur aufpassen, dass unser Herz nicht daran hänge.

Unser Herz möge nicht daran hängen?
Na, dann mach’ doch mal die “Jesus-reicher-Mann-Probe” und verkaufe alles, was Du hast!

Wie?
Das fällt Dir schwer?
Hängt etwa Dein Herz daran? :-)

Sind wir nun wie der reiche Mann?
Können wir Jesus nachfolgen und trotzdem Schätze auf der Erde sammeln?

Es könnte sein, dass der Materialismus die meisten Christen in unserem Land längst erfasst hat – und zwar so leise, dass wir es gar nicht merken.
Es könnte sein, dass der Materialismus eines der größten Hindernisse für eine erweckte Christenheit hierzulande ist.

Und wie mache ich das in meinem Leben?
Klar, immer wieder abgeben. Teilen. Spenden.
Aber auch das kann zur frommen Routine werden.

Ich habe nun meinen Bücherbesitz durchforstet und ebenso meine CD-Sammlung.
Ob ich alles verkaufen werde?
Ehrlich gesagt: Nein.
Aber viel davon.
Vielleicht auch verschenken.

Obwohl ich einen Verkauf besser finden würde.
Dann könnte ich den Ertrag spenden…

P.S. Auch Hermes denkt nach.

Gott versorgt

Posted Januar 18, 2010 by dikosss
Categories: Persönliches

auch in kleinen Dingen.

Vor ein paar Wochen hatte ich meinen PC geschrottet (das mainboard ohne Abstandshalter eingebaut…).
Da stand ich nun ohne PC da. Aber der PC ist eines meiner wichtigsten Arbeitsgeräte! Was tun? Neu kaufen? Kostet aber!
Ich habe lange überlegt und im Internet recherchiert. Da ging Zeit drauf!
Ich betete: “Gott, Du siehst meine Lage… wenn Du möchtest, dann schenke mir einen PC.”

Und ein paar Tage später machte mir jemand das Angebot, ein iBook geschenkt zu bekommen. Supernett von diesem Menschen!
Und bezüglich meines Gebetes ziemlich passend.

Nun wollte ich noch gerne unseren DVD-Player (klassisch, nicht mit dem DVD-Laufwerk verwechseln!) mit dem TFT-Bildschirm verbinden. DVI-Kabel benötigt. Aber dann der Sound… was tun? Der Player hat nur einen optischen und einen koaxialen Ausgang. Aber die üblichen PC-Lautsprecher laufen über Cinch-Anschlüsse. Nicht kompatibel. Also eine neue Soundanlage kaufen? Oder gar einen neuen DVD-Player?
Und wieder suchte ich im Internet, war auf rein Materielles fixiert (“Sammelt euch keine Schätze auf der Erde…”) und irgendwann betete ich auch.

Ein paar Tage später bot mir wieder jemand anders an, mal bei ihm im Keller nach geeigneten Kabeln zu suchen. Er hätte da viele, verschiedene Kabel gesammelt… und siehe da: ein geeignetes Kabel wurde gefunden (Scart-Anschluss an unsere bestehende Soundanlage).

Was ich daran lernen will:
Bei solchen Angelegenheiten gleich beten und dann erst einmal abwarten, bis jemand mit einem Geschenk vorbeikommt. Und wenn niemand kommt, dann kann ich auch so glücklich sein.

Und was ich lernen muss:
Mich nicht auf solche schnöden, materiellen Dinge zu konzentrieren, sondern die Zeit lieber für das himmlische Schätzesammeln einzusetzen.

Und was ich erfahren darf:
Wenn Gott schon in solch kleinen und letztlich nicht-existentiellen Angelegenheiten Güte offenbart, wievielmehr dann in den wirklich wichtigen Momenten…